BURG OBER-RINACH (NEU-RINACH)
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Allgemeine Informationen
Ruine einer der drei Stammburgen der Herren von Rinach auf einem Höhenzug westlich des Baldeggersees. Sichtbar sind konservierte Mauern des Berings, des Hauptturms und des Wohntrakts mit einigen Nebengebäuden. Die um die Mitte des 13. Jhdts. errichtete Anlage wurde 1386 im Sempacherkrieg durch eidgenössische Truppen zerstört, gehört seit 1849 aber wieder der Gründerfamilie.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 11' 28.23" N, 08° 14' 16.85" E
Höhe: 715 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 660.580 / 227.000
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A2 zwischen Luzern und Sursee bei der Ausfahrt Sempach verlassen, dann in nordwestlicher Richtung auf der Sempacherstrasse bis nach Hildisrieden und dort geradeaus weiter zum Weiler Traselingen. Hier beigt links die Stasse nach Römerswil ab. Das Dorf durchqueren und auf der Höhenstrasse weiter nach Norden bis zum Weiler Oberreinach. Gleich nach dem ersten Haus rechts abbiegen, wo sich ein kleiner kostenloser Parkplatz für Burgbesucher befindet. Ab hier dem ausgeschilderten Weg 400 Meter nach Norden zur Ruine folgen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Luzern mit der S-Bahn (Linie 9) bis nach Hochdorf. Nun weiter mit der Buslinie 5 in Richtung Beromünster bis zur Haltestelle Herlisberg, Oberreinach. Von hier aus den Wegweisern folgen.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Picknickplatz mit Feuerstelle auf dem Burgareal
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Ober-Rinach
Quelle: Historische Gesellschaft Luzern (Hg.) - Jahrbuch, Bd. 4 | Luzern, 1986 | S. 96
Historie
Drei Burgen der Herren von Rinach erhoben sich einst auf den Höhenzügen zwischen Baldeggersee und Suretal: Alt-Rinach bei Menziken, Hinter-Rinach bei Rickenbach und Ober-Rinach (Neu-Rinach) in Römerswil. Nur von Letzterer sind heute noch Mauerreste vorhanden. Das Burgareal umfasst ein Plateau von ca. 30 x 45 Metern und wird im Süden durch einen sehr breiten, im Nordwesten durch einen kleineren Graben geschützt. Die offenbar in zwei Etappen errichtete Anlage bestand zunächst aus einem starken Bering mit inwendig angelehnten Wohn- und Ökonomiebauten. In einer zweiten Phase wurde auf der Ostseite ein Hauptturm mit 2,25 Meter dicken Grundmauern errichtet, an dessen nordwestlicher Ecke der Palas mit seinen Nebengebäuden anschloss. Die südliche Hälfte der ummauerten Fläche bildete den Burghof.

Die Herren von Rinach waren ursprünglich wohl Dienstleute der 1173 ausgestorbenen Grafen von Lenzburg. Im frühen 13. Jhdt. tauchen sie im Gefolge von deren Erben auf, den Grafen von Kyburg. Als erste Vertreter der Familie werden 1210 die Ritter Arnold I. und Hesso I. von Rinach erwähnt. Die Nachkommen von Hesso I. bildeten die jüngere Seitenlinie «von Ober-Rinach». Ulrich I. und Kuno von Ober-Rinach erbauten sich um die Mitte des 13. Jhdts. oberhalb des Baldeggersees eine neue Burg. Ihre erste direkte Erwähnung stammt aus einer Urkunde von 1302. Darin wurde festgehalten, dass von der «burg von Rynach die obern» jährlich ein Pfund Wachs an das Stift Beromünster zu entrichten sei, da sie auf dessen Grundbesitz stehe. Zu Beromünster befand sich auch die Grablege der Familie von Rinach.

Nach dem Aussterben der Kyburger (1264) wurden die Rinacher Parteigänger der Habsburger. Dies brachte ihnen im 14. Jhdt. beinahe den Untergang. 1386 fielen in der Schlacht von Sempach auf habsburgischer Seite nicht weniger als drei Angehörige der Familie. Unter den Toten war auch Ulrich V. von Ober-Rinach. Seine Burg war bereits im Vorfeld der Schlacht durch Truppen aus Luzern zerstört worden.
Nach diesem Unglück fiel die Herrschaft Ober-Rinach der Hauptlinie der Familie zu, die damals auf den aargauischen Burgen Wildenstein, Trostburg und Auenstein residierte. Als im 15. Jhdt. auch der Aargau an die Eidgenossen fiel, verlegten die Herren von Rinach ihren Wohnsitz ins Elsass. 1635 wurden sie in den Reichsfreiherrenstand erhoben, und 1773 gestand der französische König Ludwig XV. allen Familienangehörigen den Freiherrentitel zu.

Karl von Reinach kaufte 1849 den Burghügel von Ober-Rinach zurück, seither ist die Ruine wieder im Besitz der Familie. Bereits 1853 und 1888 fanden erste Ausgrabungen statt. Später bemühte sich vor allem Baron Maurice de Reinach-Hirtzbach (†1994) um die Erforschung und Erhaltung der Anlage: 1940 bis 1942 und 1965/66 folgten neue Untersuchungen. Dabei kamen auch zahlreiche Kleinfunde wie Ofenkacheln, Spitzen von Armbrustbolzen, tönerne Figuren und Schlüssel zutage. Weitere Teilgrabungen und Sanierungen beschädigter Mauerzüge wurden in den Jahren 1985/86 und 1991 vorgenommen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 409
  • Bosch, Reinhold - Von der Ruine Ober-Rinach | In: Nachrichten des Schweizerischen Burgenvereins, 37. Jhg./Nr. 4 | Zürich, 1964 | S. 78-79
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 5: Luzern, Zug | Kreuzlingen, 1969 | S. 76-78
  • Heinemann, Franz - Die Burgen und Schlösser des Kantons Luzern | Basel, 1929 | S. 64/li>
  • Historische Gesellschaft Luzern (Hg.) - Jahrbuch, Bd. 10 | Luzern, 1992 | S. 77-78
  • Historische Gesellschaft Luzern (Hg.) - Jahrbuch, Bd. 4 | Luzern, 1986 | S. 95-97
  • Karrer, Peter - Burgenarchäologie im Kanton Luzern – ein Lauf durch die Forschungsgeschichte | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 17. Jhg./Nr. 2 | Basel, 2012 | S. 68
  • Merz, Walther - Die Ritter von Rinach im Argau | In: Argovia: Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, Bd. 20 | Aarau, 1889 | S. 103-137
  • Reinle, Adolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Bd. IV: Das Amt Sursee | Basel, 1956 | S. 93-94
Webseiten mit weiterführenden Informationen
    k.A.
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