BURG BEROMÜNSTER
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Allgemeine Informationen
Turmburg aus dem 13. Jhdt. mit zweigeschossigem Steinsockel und hölzernem Oberbau, die in spät- und nachmittelalterlicher Zeit verschiedentlich umgestaltet wurde. Ursprünglich wohl für Beamte des Stifts Beromünster erbaut, war sie im 14. Jhdt. ein Wohnsitz der Turchsessen von Wolhusen. 1470 stellte Chorherr Helias Helie von Laufen hier das älteste bekannte gedruckte Buch der Schweiz her. Die Anlage beherbergt heute ein Heimatmuseum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 12' 25.73" N, 08° 11' 26.64" E
Höhe: 648 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 656.980 / 228.740
Kontaktdaten
Schlossmuseum Beromünster | Centralstrasse | CH-6215 Beromünster
Tel: +41 (0)41 930 36 17
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A2 nordwestlich von Luzern bei der Ausfahrt Sursee verlassen. Nun weiter nach Norden auf der Hauptstarsse 24, beim zweiten Kreisel rechts abbiegen in Richtung Zellfeld. In Zellfeld im Kreisel links abbiegen und nun auf der Hauptstrasse 23 (Münsterstrasse) in nordöstlicher Richtung über Tannberg nach Beromünster. Kostenlose Parkmöglichkeiten auf dem zentralen Platz (Fläcke). Von hier führt die Centralstrasse in nordwestlicher Richtung in wenigen Schritten zur Turmburg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Luzern mit der S-Bahn (Linie 9) bis nach Hochdorf. Ab hier weiter mit dem Bus Nr. 5 bis Beromünster, Post. Von der Haltestelle der Centralstrasse bis zur Turmburg folgen.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Gruppenführungen nur nach Voranmeldung von Mai bis Oktober möglich.
Eintrittspreise
Erwachsene: 4 CHF | Jugendliche: 2 CHF | Mindestpreis pro Gruppe: 80 CHF
[Stand 2014]
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
für Aussenbesichtigung möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Beromünster
Quelle: Gezeichnet gemäss Grundbuchplan und eigenen Beobachtungen von O. Steimann, 2013
Historie
Der Überlieferung zufolge soll Bero, Graf im Aargau, das Stift Beromünster um 980 zu Ehren seines durch einen Bären getöteten Sohnes gegründet haben. Die Figur ist historisch nicht eindeutig fassbar, doch scheint das Stift, als im frühen 11. Jhdt. die Lenzburger den Grafentitel im Aargau übernahmen, bereits bestanden zu haben. Graf Ulrich I. liess um 1034 eine neue Basilika bauen und stattete die Probstei mit grosszügigen Schenkungen aus. Bis zu ihrem Aussterben 1173 diente die Anlage den Lenzburgern als Familiengrablege.
Ausserhalb des Klosterbezirks entstand im Hochmittealter eine Siedlung mit Marktrecht, über die der Probst die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. An ihrem Rand wurde im 13. Jhdt. eine einfache Turmburg errichtet, die wohl einem klösterlichen Beamten als Wohnsitz diente. Sie wurde ohne grosse Ansprüche an Repräsentativität oder Wehrhaftigkeit aus Bollensteinen und grob behauenen Quadern erbaut. Der im Grundriss rechteckige, zweistöckige Sockel weist eine Mauerstärke von maximal 0,8 Metern auf. Darauf erhob sich ein hölzerner Obergaden. Der heutige Oberbau stammt aus dem Spätmittelalter – sein Vorgänger ist vielleicht bei einem der zahlreichen Angriffe auf Beromünster im 13. Jhdt. (durch die Kyburger) und 14. Jhdt. (durch die Eidgenossen) zerstört worden. Ebenfalls im Spätmittelalter erweiterte man den Turm über die ganze Länge der Ostseite um einen dreiteilgen Riegelanbau, von welchem heute aber nur noch der mittlere Abschnitt steht.

Ab 1264 lag die Kastvogtei über das Stift in den Händen der Grafen von Habsburg. Zahlreiche Ministerialenfamilien siedelten sich nun in Beromünster an, darunter die Herren von Rinach, von Büttikon, von Hendschikon oder von Rued. Auch der Wohnturm wurde vom Stift nun als Lehen an habsburgische Dienstleute vergeben: Um 1340 bis etwa 1380 residierte hier eine Seitenlinie der Turchsessen von Wolhusen. Als 1415 der Aargau von den Eidgenossen erobert wurde, fiel Beromünster an die Stadt Luzern. Der Turm wurde im 15. Jhdt. durch einen dreigeschossigen Annex auf der Westseite ergänzt. Damals bewohnten ihn Chorherren des Stifts, darunter ein gewisser Helias Helie von Laufen. In seinen Räumen richtete er eine Druckwerkstatt ein und publizierte am 10. November 1470 das theologische Wörterbuch «Mamotrectus» - es gilt heute als der früheste datierte Buchdruck der Schweiz. Nach seinem Tod um 1475 kam die Burg an Peter Rosenschildt und wechselte in den folgenden Jahrzehnten häufig den Besitzer.

In nachmittelalterlicher Zeit wurde die Anlage baulich weiter verändert. So wurde im 17. Jhdt. auf der Ostseite ein Treppenhaus angefügt. Aus dem mittelalterlichen Turmsockel wurden zudem grosse Fenster ausgebrochen. Weitere Anbauten aus dem 19. Jhdt. hat man anlässlich einer Restauration in den Jahren 1937 bis 1940 wieder entfernt.
Über längere Zeit war die Burg unter mehreren Besitzern aufgeteilt, erst die Familie Estermann konnte sie als letzte private Besitzerin wieder in einer Hand vereinen. Von ihr konnte 1928 der Verein Schloss Beromünster die ganze Anlage für 15'000 Franken erwerben. Sie beherbergt seit 1949 ein Heimatmuseum, das unter anderem der frühen Buchdruckerei gewidmet ist.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 405
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 5: Luzern, Zug | Kreuzlingen, 1969 | S. 23-26
  • Heinemann, Franz - Die Burgen und Schlösser des Kantons Luzern | Basel, 1929 | S. 30-32
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 194
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 8: Kantone Luzern und Aargau | Zürich, 1982 | S. 10
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 254-255
  • Reinle, Adolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Bd. IV: Das Amt Sursee | Basel, 1956 | S. 171-172
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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