CHÂTEAU DE LA TOUR
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Allgemeine Informationen
Grössere Burganlage auf einem Hügel am westlichen Rand des befestigten Bourg de Conthey. Im 13. Jhdt. war dies ein Sitz der Herren von Turn (de la Tour), bis die Burg 1375 von Aufständischen zerstört wurde. Heute sind lediglich noch einige stark überwachsene Reste der Ringmauer erkennbar. Das Areal selbst ist ausplaniert und dient dem Weinbau.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 13’ 55.40“ N, 07° 18’ 04.40“ E
Höhe: 580 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 589.400 / 120.080
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A9 bei der Ausfahrt Conthey verlassen und der Zubringerstrasse in nördlicher Richtung bis ins Ortszentrum folgen. Nun auf der Hauptstrasse 9 nach Osten und über den nächsten Kreisel geradeaus fahren, bis unmittelbar vor der Brücke über die Morge links die Strasse nach Conthey und Vuisse abbiegt. Dieser Route bergauf bis zum Ortsteil Bourg folgen (kostenloser Parkplatz bergseits beim Kreisel). Die Ruine steht auf einer kleinen Anhöhe am westlichen Dorfrand.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Von Sion mit der Buslinie 331 (in Richtung Aven oder Erde) bis zur Haltestelle Conthey, Bourg. Im Ort der Rue Lombarde bis an den westlichen Dorfrand folgen, wo sich die Burg befindet.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Nur Aussenbesichtigung möglich – auf dem Burgareal befindet sich ein privater Rebberg.
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Aussenbesichtigung möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Château de la Tour (Conthey)
Quelle: Quellenangabe Grundrissplan: weitgehend neu gezeichnet von O. Steimann, 2022 | u.a. auf Basis von: Donnet, André / Blondel, Louis - Burgen und Schlösser im Wallis | Olten, 1963 | S. 91
Historie
Die Burg der Herren von Turn im 12. und 13. Jhdt.
Der befestigte Ort Conthey wurde im Mittelalter von zwei Burganlagen flankiert: Dem Château des comtes de Savoie im Osten und dem Château de la Tour im Westen. Letzteres war zunächst wohl die bedeutendere Anlage, ihre Gründung dürfte noch ins 12. Jhdt. fallen. Wer die weitläufige Burg damals errichtet hat, ist unbekannt. Im 13. Jhdt. befand sie sich im Besitz der Freiherren von Turn (de la Tour). Wahrscheinlich hatten sie den Bau zusammen mit einigen Gütern in der Region von den Erben der Grafen von Granges erworben.
1257 gelang es den Herren von Turn, das Viztum von Conthey zu übernehmen. Dessen Bedeutung wurde allerdings zurückgestuft, weil zur gleichen Zeit die Grafen von Savoyen auf ihrer neuen Burg zu Conthey einen Kastlan einsetzten, der fortan die meisten Herrschaftsrechte ausüben konnte. Dem Viztum verblieb die mittlere und hohe Gerichtsbarkeit in den Monaten Mai und Oktober.

Zerstörung von 1375 und spätere Teilnutzung
Mit dem Sturz der Herren von Turn fand auch das Château de la Tour sein Ende. Im August 1375 hatte Anton von Turn seinen Erzrivalen, Bischof Guichard Tavelli von Sion, auf der Burg von la Soie (Seta) ermorden lassen. Noch im gleichen Jahr stürmten Aufständische überall im Wallis die Burgen der Herren von Turn – so auch in Conthey. Die Wehranlage wurde offenbar gründlich zerstört. Die Grafen von Savoyen erwarben die Ruine und übertrugen die damit verbundenen Rechte ihrem Kastlan.
Genau ein Jahrhundert später – im November 1475 – eroberten die Oberwalliser Conthey endgültig und zerstörten auch die savoyische Burg. Von der neuen Landesherrschaft wurde das Areal des Château de la Tour nun teilweise wieder genutzt. An der Nordostecke der ehemaligen Burg stand nun das Haus der Herren von Cervent, die das Viztum übernahmen. Und 1492 liess Bischof Jost von Silenen einen Teil der Burgruine wieder herrichten, als Unterkunft für ihn und seinen Kastlan.

Heutiger Zustand der Burgruine
Von diesen Gebäuden ist heute nichts mehr zu sehen. Das Burgareal ist ausplaniert und wird für den Weinbau genutzt. Seinem Rand folgt eine unregelmässige, stark überwachsene Mauer, die als Rest des mittelalterlichen Berings gedeutet werden darf. Um die Mitte des 20. Jhdts. sollen noch deutlich mehr Spuren der Burg erkennbar gewesen sein, vor allem die Grundmauern des romanischen Hauptturms im Zentrum der Anlage und der Sockel eines weiteren Turms in der südwestlichen Ecke. Auf der Nord- und Südseite waren der Kernburg ummauerte Terrassen vorgelagert, die heute nur noch ansatzweise erkennbar sind. Der Zugang zur Anlage befand sich auf der Ostseite, neben der im 17. Jhdt. neu errichteten St. Georgs-Kapelle.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Blondel, Louis - Les châteaux et le bourg de Conthey | In: Vallesia, Bd. 9 | Sion, 1954 | S. 149-163
  • Donnet, André / Blondel, Louis - Burgen und Schlösser im Wallis | Olten, 1963 | S. 90-94
  • Terrettaz, Maurice - Conthey (Kastlanei, Bezirk) | In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Stand vom 04.01.2022: hls-dhs-dss.ch
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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