BURG DIEMTIGEN (HASENBURG, GRIMMENSTEIN) Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Bern | Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental | Diemtigen |
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| Allgemeine Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Auf einem langgezogenen Geländesporn verteilte Überreste einer Burganlage nordöstlich über dem Dorf Diemtigen. Die heute als «Hasenburg» bezeichnete Ruine wurde im 13. Jhdt. als Herrschaftszentrum des Diemtigtals gegründet, gehörte zunächst den Freiherren von Strättlingen, später den Kyburgern, den Weissenburgern und im Spätmittelalter den Brandis. Nach dem Übergang an Bern 1439 wurde sie aufgegeben. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Informationen für Besucher | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Bilder | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Grundriss | |||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026 |
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| Historie | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Burganlage über dem Eingang zum Diemtigtal
Die heute als «Hasenburg» bekannte Wehranlage bildete im Mittelalter das Herrschaftszentrum des Diemtigtals und stand auf einem Bergsporn auf der Westseite des Talzugangs, gegenüber der deutlich kleineren Burg Grafenstein. Die Burg Diemtigen, wie sie ursprünglich hiess, war ein stattlicher, rund 80 Meter langer Baukomplex. Trotz einiger Mauerspuren lassen sich die architektonischen Zusammenhänge im Gelände kaum noch ablesen. Auf der Westseite ist das Burgareal durch einen zum Halsgraben erweiterten Geländesattel von der Bergflanke abgetrennt. Von diesem führte der Zugang von Süden her auf die erste Anhöhe, wo vermutlich die Kernburg stand. Hier zeichnet sich der Standort des Hauptturms noch im Gelände ab. Östlich davon folgt eine breite, einst ummauerte Senke – wohl der Burghof. Er wird ostseitig durch die noch schwach erkennbare Ruine eines zweiteiligen Gebäudekomplexes begrenzt, der als Wohntrakt anzusprechen ist. Noch weiter östlich wird der Grat etwas schmaler und endet auf einem weiteren Plateau, wo frühere Autoren einen weiteren Turm vermutet haben. Davon ist heute allerdings nichts mehr zu erkennen. Von hier zieht sich ein künstlicher Geländeabsatz schräg über den gesamten Abhang südseitig der Burg. Vermutlich handelt es sich um die letzte Spur einer weit gefassten Zwingermauer. Eine Gründung der Freiherren von Strättlingen Die durch die Quellen dokumentierte Geschichte der Burg Diemtigen beginnt 1257, also mitten im Interregnum. Im Zuge des Machtkampfs zwischen den Grafen von Savoyen und von Kyburg kam es damals zu einem Vergleich, bei dem Heinrich I. von Raron, Bischof von Sion, die Burg an die Kyburger abtreten musste. In der Urkunde wird festgehalten, dass die Anlage im selben Zustand übergeben werden müsse, wie sie der Bischof seinerzeit von Rudolf I. von Strättlingen erhalten habe. Die historische Forschung geht davon aus, dass die Herren von Strättlingen die Burg Diemtigen in der ersten Hälfte des 13. Jhdts. gegründet haben. Sie waren damals das mächtigste Adelsgeschlecht im unteren Simmental und kontrollierten bis 1250 auch die Burg Wimmis an dessen Eingang. Diemtigen unter den Weissenburgern Über das Schicksal der Burg nach der Übernahme durch die Kyburger ist nichts bekannt. Nach deren Aussterben (1264) traten die Habsburger deren Erbe an. Diemtigen taucht allerdings erst 1307 wieder in den Quellen auf – damals im Besitz der Freiherren von Weissenburg. Sie liessen die Burg von Dienstleuten verwalten, 1310 wird Burkhard von Balm als Kastellan erwähnt. Dass die Burg landläufig auch als Grimmenstein bekannt ist, könnte auf eine gleichnamige Ministerialenfamilie zurückgehen, die ab 1328 in der Region nachzuweisen ist. Zu jener Zeit häuften sich die Kriegszüge der Berner ins Oberland und gegen die Weissenburger. 1337 mussten Letztere die Landesherrschaft der Aarestadt anerkennen. Um Kriegsschulden zu bezahlen, mussten sich die Weissenburger zudem bei Bern verschulden und setzten 1341 die Burg Diemtigen als Pfand ein. Allerdings blieb der betagten Mutter des damaligen Freiherrn das Wohnrecht vorbehalten. Aufstand gegen die Herrschaft der Brandis Freiherr Johann der Jüngere von Weissenburg konnte den alten Familienbesitz im Simmen- und Diemtigtal um 1350 nochmals auf sich vereinen. Die Burg Diemtigen überliess er seiner Schwester Katahrina und deren Ehemann Thüring I. von Brandis. Sie verpfändeten die Anlage 1353 vorübergehend an Bern. In den 1370er-Jahren gehörte sie Probst Mangold von Brandis, dem späteren Bischof von Konstanz. Er war bei den Talleuten derart unbeliebt, dass es 1376 zu einem Aufstand kam, worauf Bern schlichtend eingriff. Es folgte die Teilung der Herrschaft Diemtigen, deren eine Hälfte der Berner Familie von Scharnachthal zufiel. Die Burg wurde nun von einem gemeinsam eingesetzten Vogt verwaltet. Der Übergang an Bern und das Ende der Burg 1437 konnten die Scharnachthal auch noch die zweite Hälfte der Herrschaft Diemtigen erwerben, verkauften diese als Ganzes aber bereits 1439 an Bern. Die Stadt hatte keine Verwendung mehr für die Burg. Diemtigen wurde dem Amt Niedersimmental zugeteilt und fortan vom Landvogt in Wimmis verwaltet. Die Hasenburg wurde aufgegeben und in der Folge als Steinbruch ausgebeutet. Heute ist die grosse Anlage bis auf wenige Mauerreste verschwunden. Archäologische Untersuchungen wurden bislang nicht durchgeführt. |
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| Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Literatur | |||||||||||||||||||||||||||||||
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