MITTLERE BURG WARTENBERG
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Allgemeine Informationen
Mächtiger Donjon auf dem höchsten Punkt des Wartenbergs, der wahrscheinlich im späten 12. Jhdt, durch die Grafen von Homberg errichtet wurde. Spätestens nach dem Übergang an die Familie Neu-Homberg diente er den Grafen zeitweise als Wohnsitz. Nach ihrer Aufgabe im 15. Jhdt. wurde die Burg im Dreissigjährigen Krieg durch die Basler nochmals hergerichtet, dann aber endgültig dem Zerfall überlassen. Heute kann das teilweise rekonstruierte Bauwerk über eine Holztreppe im Innern bestiegen werden.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 31’ 08.02“ N, 07° 39’ 17.18“ E
Höhe: 479 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 616.280 / 263.150
Kontaktdaten
Gesellschaft Pro Wartenberg | Schlossbergstrasse 8 | CH-4132 Muttenz
Tel: +41 (0)61 462 49 49 | E-Mail: info@wartenberg.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Basel aus der St. Jakobs-Strasse (Kantonsstrasse 2) in südöstlicher Richtung bis nach Muttenz folgen. Beim zentralen Verkehrskreisel rechts abbiegen und der Hauptstrasse bis zur Kirchenburg St. Arbogast folgen (kostenpflichtige Parkplätze vorhanden). Der Burghügel kann entweder von hier aus auf einem steilen Wanderweg erklommen werden. Oder man fährt weiter auf der Schauenburgerstrasse in südöstlicher Richtung bis zum Hof Zinggibrunn. Hier links in die Höhenstrasse einbiegen, die nun direkt auf den Wartenberg zu führt. Parkmöglichkeiten am Wegrand. Von dieser Seite ist der Burghügel sehr einfach zu besteigen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Basel SBB mit der S-Bahn (Linien 1 oder 3) bis nach Muttenz, dann weiter mit der Buslinie 60 in Richtung Biel-Benken bis zur Haltestelle Muttenz, Mittenza. Von hier aus führt ein steiler Wanderweg in ca. 30 Min. hinauf auf den Wartenberg.
Wanderung zur Burg
Die ViaGottardo führt an allen drei Burgruinen vorbei über den Wartenberg.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss mittlere Burg Wartenberg
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 135 | bearbeitet von O. Steimann, 2015
Historie
Der im Grundriss 14,5 x 13 Meter messende Donjon mit 3 Meter dicken Grundmauern, der sich auf dem höchsten Punkt des Wartenbergs erhebt, dürfte im späten 12. Jhdt. durch die Grafen von Homberg errichtet worden sein. Sein heutiges Erscheinungsbild ist stark von neuzeitlichen Rekonstruktionen geprägt. Im dritten Stockwerk auf der Nordseite ist die Tür des ursprünglichen Hocheingangs noch sichtbar. Die repräsentative Ausstattung des Baus und dessen architektonische Gestaltung mit Sitznischen und einem grossen Kamin lassen einen Wohnsitz der Grafenfamilie vermuten.

1223 wechselte der Wartenberg über die Erbtochter des letzten Homberger Grafen in den Besitz von Graf Hermann von Frohburg über, den Gründer der Linie Neu-Homberg. Die urkundlich ab 1301 erwähnte Burg gehörte immer zum selben Güterkomplex wie die vordere Burg Wartenberg und der Dinghof Muttenz. Unter den Neu-Hombergern wurden die Brüder zer Sunnen aus Basel mit der mittleren und der vorderen Burg belehnt. Sie verblieben auch Lehnsträger, als die Grafen den Wartenberg und Muttenz 1306 an die Habsburger veräusserten.
Bald nach dem grossen Erdbeben von 1356, das der Burg keine allzu grossen Schäden zugefügt zu haben scheint, ging das Lehen an die Familie der Münch von Münchenstein über. Wie die anderen Wehranlagen auf dem Wartenberg wurde auch die mittlere Burg um 1420 aufgegeben und dem Zerfall überlassen. 1470 wurde der Wartenberg an die Stadt Basel verpfändet, was deren Konkurrentin Solothurn gerichtlich anzufechten versuchte. Erst 1515 wurde der Berg samt den Burgen dann endgültig Basler Eigentum. Habsburg-Österreich verzichtete dabei ausdrücklich auf seine Lehnshoheit.

Während dem Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) wurde der mächtige Donjon als provisorische Behausung für Basler Truppen hergerichtet. Es wird vermutet, dass der Graben rund um den Turm erst damals ausgehoben wurde. Dabei wären dann auch sämtliche Spuren von Wohn- oder Ökonomienauten innerhalb des Berings beseitigt worden. Im Zuge dieser Arbeiten wurde wahrscheinlich auch der heutige, ebenerdige Zugang durch die nordseitige Turmmauer gebrochen.
Nach dem Krieg überliess man die Burg wieder sich selbst. Sie zerfiel nun mehr und mehr, Teile der mächtigen Turmmauern stürzten ein. Im 19. Jhdt. erwarb die Bürgergemeinde Muttenz die Ruine. 1932 bis 1934 wurde sie ausgeräumt und das Mauerwerk ohne viel Sorgfalt ausgebessert. Dabei barg man im Turminnern zahlreiche Fragmente von teilweise reich verzierten Ofenkacheln aus dem 13. bis 15. Jhdt. Im Mauerschutt gefundene Fragmente romanischer Fenster wurden bei der Restauration nach Gutdünken wieder eingesetzt. 1955/56 wurde auf dem Donjon schliesslich eine Aussichtsplattform eingerichtet, die sich bei der regionalen Bevölkerung bis heute grosser Beliebtheit erfreut.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, ink. Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 79
  • Farnum, Jerome H. - 20 Ausflüge zu romantischen Burgruinen in der Schweiz | Bern/Stuttgart, 1976 | S. 80-83
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 77-79
  • Heyer, Hans-Rudolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Bd. I: Der Bezirk Arlesheim | Basel, 1969 | S. 371-377
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 135-136
  • Müller, C. A. - Burgen des Kantons Basel-Landschaft | Liestal, 1966 | S. 44-49
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, II. Teil | Basel, 1933 | S. 116-123
  • Tauber, Jürg - Herd und Ofen im Mittelalter [Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 7] | Olten/Freiburg i.Br., 1980 | S. 94-99
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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