BURG MÜNCHENSTEIN
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Allgemeine Informationen
Die Ruine der Stammburg der Familie Münch von Münchenstein thront auf einem felsigen Grat über dem einst ebenfalls befestigten Dorf Münchenstein. Die Burg entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts. und wurde im 15. Jhdt. zu einem Zankapfel zwschen den Städten Basel und Solothurn. Nach dem Umsturz von 1798 wurde sie als Steinbruch verwendet. Sichtbar sind noch Reste zweier Türme, des Palas, des Berings und der Anschlussmauern zur verschwundenen Dorfbefestigung.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 30’ 44.92“ N, 07° 37’ 17.61“ E
Höhe: 323 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 613.780 / 262.430
Kontaktdaten
Bauverwaltung Münchenstein | Schulackerstrasse 4 | CH-4142 Münchenstein
Tel: +41 (0)61 416 11 50 | E-Mail: bauverwaltung@muenchenstein.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Basel aus der Münchensteinerstrasse in südlicher Richtung bis nach Münchenstein folgen (Parkplätze im Ort). Unmittelbar oberhalb des alten Dorfkerns erheben sich die Ruinen der gleichnamigen Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Basel SBB mit dem Tram 10 in Richtung Dornach-Arlesheim bis nach Münchenstein, Dorf.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Der Zugang ist durch ein Gittertor versperrt. Der Schlüssel ist auf der Bauverwaltung Münchenstein erhältlich (siehe oben).
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Münchenstein
Quelle: gemäss Infotafel auf der Burg neu gezeichnet von O. Steimann, 2007
Historie
Das Dorf Münchenstein hiess im Hochmittelalter Geckingen. Dieser Name taucht von 1196 bis 1270 in den Schriftquellen auf, bereits 1279 werden der Ort und die darüber liegende Burg aber Münchenstein genannt. Der Namenswechsel ist ein Hinweis auf das Datum der Burggründung, die möglicherweise aber schon ein paar Jahre früher erfolgt ist.
Erbauer von Münchenstein war die angesehene Basler Ritterfamilie Münch. Dieses in zahlreiche Linien aufgeteilte Geschlecht besass im 13. Jhdt. etliche Burgen in der Region und zählte zu den Gefolgsleuten des Bischofs von Basel. Wahrscheinlich war es Ritter Hugo III., der die neue Burg auf Eigengut errichten liess. Er gilt als Stammvater der Münch von Münchenstein. In der Auseinandersetzung zwischen dem Bischof und dem nachmaligen König Rudolf von Habsburg scheint er die Herrschaft Münchenstein um 1270 den Grafen von Pfirt übergeben und von diesen als Lehen zurückbekommen zu haben. Diese Handlung diente wohl zur rechtlichen Absicherung des Besitzes. Nach dem Aussterben der Grafen von Pfirt (1324) traten die Habsburger deren Nachfolge als Lehnsherrn an.

Die Burg wurde auf einem schmalen, rund 100 Meter langen Felsgrat errichtet. Auf dessen höchstem Punkt erhob sich die Oberburg mit zwei Rundtürmen, dem vierstöckigen Palas, einem Hof und einem weiteren Wohntrakt auf der Südostseite. Nordwestlich davon befand sich die Unterburg. Sie umfasste einen Zwinger, den Torbau mit Fallbrücke und Ökonomiegebäude. Dieses mittelalterliche, wehrhafte Aussehen hat die imposante Anlage bis zu ihrem Abbruch im späten 19. Jhdt. bewahren können. In die Ummauerung mit einbezogen war auch das Dorf. Auf alten Ansichten sind hier neben der Umfassungsmauer auch zwei Tortürme erkennbar, die heute jedoch verschwunden sind. Diese Befestigung muss spätestens zu Beginn des 15. Jhdts. angelegt worden sein, denn 1440 wird das Dorf in den Quellen als Vorburg bezeichnet.
Die Münch von Münchenstein konnten Burg und Herrschaft, mit Ausnahme einiger kurzer Auseinandersetzungen mit der Stadt Basel, unangefochten verwalten. Das grosse Erdbeben von 1356 führte zwar zu Schäden an der Burg, sie wurde aber rasch wieder hergerichtet. Im St. Jakoberkrieg von 1444 verhielt sich Hans Thüring Münch möglichst neutral. Als er aber 1449 verstarb, begann zwischen seinen Söhnen Hans und Konrad ein wüster Streit um das Erbe. Konrad konnte sich Münchenstein schliesslich sichern, doch die Auseinandersetzung hatte den wirtschaftlichen Niedergang der Familie eingeleitet.
Als die Stadt Solothurn 1468 die belagerte Stadt Mühlhausen im Sundgau unterstützte, nutzte es die Gelegenheit, das am Weg gelegene Münchenstein zu besetzen. Basel wollte einen solchen Stützpunkt direkt vor seinen Toren keineswegs akzeptieren, doch dauerte es eineinhalb Jahre, bis es die Aarestadt auf gerichtlichem Weg zwingen konnte, die Burg wieder an Konrad Münch zurückzugeben. Dieser hatte jedoch nach dem Tod seines Bruders Schulden in der Höhe von 6000 Gulden. Bereits 1470 blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Burg der Stadt Basel zu verpfänden.
Münchenstein wurde nun eine Basler Vogtei, denn die Münch vermochten das Pfand nicht mehr einzulösen. Konrad wurde von Basel zwar 1478 als Vogt zu Münchenstein eingesetzt. 1482 zerstritt er sich jedoch mit der Rheinstadt und war nicht mehr bereit, die Burg zu räumen. Er nahm sogar Verhandlungen mit Solothurn auf und wollte die Herrschaft widerrechtlich verkaufen. Solothurn liess sich darauf ein und versuchte 1487, die Ansprüche auf die Burg gewaltsam durchzusetzen. Doch der damalige Vogt konnte den Angriff abwehren, ein eidgenössisches Schiedsgericht sprach Münchenstein noch im selben Jahr klar den Baslern zu. Konrads Nachfahren verkauften ihre Pfandrechte 1515 für 660 Gulden der Stadt, und Kaiser Maximilian verzichtete 1517 offiziell auf seine Lehnshoheit.
Unter der Herrschaft Basels erlebte Münchenstein ruhige Jahrhunderte. Bis auf den Sommer 1691. Damals wurde Landvogt Remigius Frey verdächtigt, mit abgesetzten Räten der Stadt von Münchenstein aus einen politischen Umsturz zu planen. Basel schickte 150 Soldaten, konnte die Burg jedoch kampflos besetzen.

In der helvetischen Revolution von 1798 blieb die Burg unbehelligt, weil der damalige Landvogt Jakob Christoph Rosenberger im Volk beliebt war. Die Vogtei Münchenstein wurde jedoch aufgelöst, die Burg zum Nationalgut erklärt und für 24’000 Pfund an die Gemeinde verkauft. Diese konnte die Anlage mit grossem Gewinn auf Abbruch versteigern. 1840 war die Oberburg bereits weitgehend abgetragen. Zudem wurden die nördlichen Partien damals mit Wohnhäusern überbaut. 1940 musste auch noch die Ruine des Bergfrieds einem Militärbunker Platz machen. Spätere Pläne für einen Wiederaufbau wurden bald fallen gelassen. Erst 1969 nahm ein Verein die Sicherung des übrig gebliebenen Mauerwerks in Angriff. 1996/97 wurden diese Arbeiten zu Ende geführt und der Aufgang zur Oberburg rekonstruiert.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 41-44
  • Heyer, Hans-Rudolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Bd. I: Der Bezirk Arlesheim | Basel, 1969 | S. 285-287
  • Institut für Denkmalpflege der ETH Zürich (Hg.) - Stadt- und Landmauern, Bd. 2: Stadtmauern in der Schweiz | Kataloge, Darstellungen | Zürich, 1996 | S. 33-35
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 104-106
  • Meyer, Werner - Münchenstein vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert: Das Schloss | In: Walter Ramseier et alt. - Münchenstein: Heimatkunde, Bd. 1 | Münchenstein, 1995 | S. 127-143
  • Müller, C. A. - Burgen des Kantons Basel-Landschaft | Liestal, 1966 | S. 41-43
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, II. Teil | Basel, 1933 | S. 36-46
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