WALDENBURG
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Allgemeine Informationen
Sehenswerte Höhenburg auf felsigem Grat östlich über dem alten Städtchen Waldenburg. Sichtbar sind der besteigbare Bergfried sowie die Ruinen der Hauptburg, Toranlagen und Zisterne. Die Wehranlage wurde um 1200 durch die Grafen von Frohburg gegründet und diente einem Zweig dieser Familie als Wohnsitz. Von 1400 bis 1798 war die Burg Zentrum einer Basler Landvogtei.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 22' 53.75" N, 07° 45' 11.29" E
Höhe: 700 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 623.750 / 247.910
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A22 auf der Ausfahrt Liestal verlassen und anschliessend der Kantonsstrasse 12 (Waldenburgerstrasse) in südlicher Richtung über Hölstein, Niederdorf und Oberdorf bis nach Waldenburg folgen. Nach Durchquerung des Städtchens der Hauptstrasse bis zur zweiten Kehre folgen. Hier biegt bergseits eine markierte Nebenstrasse ab. Wendet man sich bei der nächsten Verzweigung nach links, mündet diese in einen grossen Parkplatz. Von hier führt ein steiler Wanderweg in rund 20 Minuten hinauf zur Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Die Waldenburgerbahn verkehrt halbstündlich zwischen Liestal und Waldenburg. Vom Bahnhof führt ein markierter Wanderweg in rund 30 Min. steil hinauf zur Ruine.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Rastplatz mit Grillstelle auf dem Burgareal
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Waldenburg
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 131 | bearbeitet von O. Steimann, 2005
Historie
Bereits in der späten Karolingerzeit hatten sich die späteren Grafen von Frohburg oder deren namentlich nicht bekannten Vorgänger auf den Juraanhöhen am Unteren Hauenstein festgesetzt. Ab dem späten 11. Jhdt. versuchten sie, auch den weiter südwestlich gelegenen Oberen Hauenstein unter ihre Kontrolle zu bringen, um so zwei Passübergänge zu beherrschen, die seit der Römerzeit wichtige Verkehrswege waren.
Auf der Gerstelfluh, 900 Meter östlich der Waldenburg, scheinen die Frohburger im frühen 12. Jhdt. eine Vorgängerburg angelegt zu haben, von der aus wohl die Gegend gerodet wurde. Auf eine Rodungsburg deutet auch der Name der Waldenburg hin, welche die erste Anlage um 1200 ablöste. Sie zwängt sich, auf der Ostseite durch einen Halsgraben geschützt, auf den engen Felsgrat. Zu den ältesten Bauteilen gehört der Bergfried auf dem höchsten Punkt des Burgareals. Die fehlende Verzahnung mit den angrenzenden Mauern zeigt, dass er ursprünglich allein stand. Im angrenzenden Hof befindet sich eine Filterzisterne, südwestlich davon der älteste Wohntrakt. Die Gründung der neuen Burg kann Graf Hermann von Frohburg zugeschrieben werden. Ein Zweig dieser mächtigen Grafenfamilie liess sich um 1220 auf der Waldenburg nieder, und noch vor 1244 wurde im Talgrund westlich der Burg das gleichnamige Städtchen gegründet.

In der zweiten Hälfte des 13. Jhdts. setzte der langsame Niedergang des Hauses Frohburg ein. 1265 sah sich Graf Ludwig gezwungen, Burg und Herrschaft Waldenburg zusammen mit der Stadt Olten dem Basler Bischof zu verkaufen. Zwar erhielt er diese Besitzungen umgehend als Lehen zurück, war mit dem Handel aber offenbar nicht glücklich. In der Folgezeit versuchte er nämlich, Waldenburg der Lehnshoheit der Habsburger zu unterstellen, was jedoch misslang. 1277 musste er den Verkauf ans Bistum schriftlich bestätigen. Die Waldenburg wurde dennoch weiter ausgebaut. Vermutlich im späten 13. Jhdt. wurde im westlichen Teil der Anlage ein grosser Palas mit mächtigem Walmdach errichtet. Spätere Abbildungen zeigen auch eine Vorburg auf der Nordseite, die heute weitgehend verschwunden ist.
Als 1366 mit Johann der letzte amtierende Graf von Frohburg starb (sein Bruder Hermann, Abt von St. Urban, verschied 1367), zog der Bischof das erledigte Lehen ein und setzte einen Vogt auf die Burg, der auch das Städtchen verwaltete. Dem Amt Waldenburg wurden auch zahlreiche Dörfer in den umliegenden Tälern angegliedert. Bereits 1374 zwang seine leere Kasse den Bischof jedoch, das Amt samt der Burg für 30'000 Gulden an Herzog Leopold III. von Österreich-Habsburg zu verpfänden. Im Jahr darauf konnte er es zwar gegen die Pfandschaft über Kleinbasel eintauschen, verpfändete Waldenburg aber noch 1375 erneut, diesmal an Graf Sigmund von Thierstein-Farnsburg.

Im gleichen Jahr fielen die Gugler, die Söldnertruppen des Enguerrand de Coucy, über den Oberen Hauenstein ins Schweizer Mittelland ein. Auf ihrem Durchzug wurde das Städtchen Waldenburg zerstört und Graf Sigmund geriet in Gefangenschaft. Nun kam es zu einem raschen Wechsel der Pfandherren. Auf die Thiersteiner folgten die Münch von Landskron und ab 1396 Markgraf Rudolf von Hachberg. Als der Stadt Basel klar wurde, dass der neue Pfandinhaber die Absicht hatte, im Gebiet des Sisgaus eine territoriale Herrschaft zu errichten, beschloss sie einzugreifen. Sie übernahm zahlreiche Schulden des Bistums und forderte im Gegenzug die Kündigung und Neuvergabung mehrerer Pfandschaften. Der Bischof fügte sich, und so kamen Burg und Amt Waldenburg im Jahr 1400 in den Besitz der Stadt. Weil die Pfandsumme in der Folgezeit laufend erhöht wurde, konnte der Bischof das Pfand nie mehr einlösen. Auf das Lösungsrecht verzichtete er allerdings erst 1585.

Basel, das die Waldenburg verschiedentlich ausbauen und verstärken liess, verwickelte sich nun mit Solothurn in einen langen Kleinkrieg um die Herrschaftsgrenzen im Jura. Als im August 1444 die Waldenburger nach St. Jakob an der Birs gezogen waren, um gegen die Armagnaken zu kämpfen, versuchte Solothurn, die schwach besetzte Burg zu erobern. Das Unterfangen scheiterte, aber der Konflikt schwelte weiter, bis die eidgenössische Tagsatzung 1532 die Grenzen der Landgrafschaften endlich festlegte.
Die Waldenburg blieb nun Vogteisitz, bis der Basler Vogt in der Helvetischen Revolution vom rebellierenden Landvolk zum Abzug gezwungen wurde. Die Burg wurde am 17. Januar 1798 geplündert und angezündet. Danach blieb sie Ruine und wurde als Steinbruch ausgebeutet.
Von 1929 bis 1931 sind die meisten Teile der Waldenburg freigelegt und saniert worden. Dabei wurde auch die Wehrplatte des Bergfrieds mit dem heutigen Zinnenkranz rekonstruiert. Eine archäologische Untersuchung der Anlage blieb leider aus.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 92
  • Farnum, Jerome H. - 20 Ausflüge zu romantischen Burgruinen in der Schweiz | Bern/Stuttgart, 1976 | S. 94-97
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 71-74
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 7: Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Solothurn, Neuenburg, Jura und Laufental | Zürich, 1981 | S. 39-41
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 130-132
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 211
  • Müller, C. A. - Burgen des Kantons Basel-Landschaft | Liestal, 1966 | S. 60-63
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, II. Teil | Basel, 1933 | S. 106-116
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