CHÂTEAU DE NEUCHÂTEL | SCHLOSS NEUENBURG
 Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Neuenburg | Distrikt Neuchâtel | Neuchâtel

Klicken Sie in das Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Allgemeine Informationen
Imposante Stadtburg mit zahlreichen Türmen im Zentrum eines einst noch grösseren Wehrbezirks auf einer Hügelkuppe über der Altstadt von Neuchâtel. Vom Vorläuferbau, einer Königsresidenz der Rudolfinger, ist äusserlich nichts mehr sichtbar. Auf die ursprüngliche Anlage der Grafen von Neuchâtel gehen die Kollegiatskirche und der romanische Unterbau des Südturms zurück. Der grösste Teil der sichtbaren Bauten stammt jedoch aus dem 15. Jhdt.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 59' 32.31" N, 06° 55' 37.11" E
Höhe: 470 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 561.080 / 204.710
Kontaktdaten
Chancellerie d'Etat | Château | CH-2001 Neuchâtel
Tel: +41 (0)32 889 40 03
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Neuchâtel/Neuenburg, Hauptort des gleichnamigen Kantons, liegt am Nordufer des Neuenburgersees an der Autobahn A5. Kostenpflichtige Parkplätze am Rand der Altstadt.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Regelmässige Bahnverbindungen ab diversen Schweizer Städten nach Neuchâtel.
Wanderung zur Burg
Die Burg thront unübersehbar auf einem Hügel über dem Stadtzentrum und ist von diesem zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar.
Öffnungszeiten
Eine freie Besichtigung der Kernburg ist nicht möglich. Führungen u.a. in Deutsch werden vom 1. April bis zum 30. September angeboten. Von Dienstag bis Freitag jeweils um 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr. Am Montag, Samstag, Sonntag und an Feiertagen jeweils um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr.
Eintrittspreise
Einzelbesucher kostenlos | Gruppen CHF 50 (Reservation nötig)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
teilweise möglich
Bilder
Klicken Sie in das jeweilige Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Grundriss
Grundriss Neuchâtel
Quellen: Neu gezeichnet von O. Steimann 2007 auf Basis von: Courvoisier, Jean - Le château de Nechâtel [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 303] | Bern, 1981 | S. 6 | Bujard, Jacques / De Reynier, Christian - Les châteaux et les villes du Pays de Neuchâtel au Moyen Age: Apports récents de l'archéologie | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins | 11. Jhg., Nr. 2 | Basel, 2006 | S. 72
Historie
Die Ursprünge von Neuchâtel/Neuenburg gehen auf die Zeit des rudolfingischen Königreichs Hochburgund (888 bis 1032) zurück. Im Jahr 1011 schenkte König Rudolf III. das «novum castellum» als Morgengabe seiner Gemahlin Irmengard. Während der Kämpfe um die Nachfolge dieses letzten Rudolfingers war Neuenburg ein Stützpunkt der Parteigänger des Thronanwärters Odo von der Champagne. In seinem Winterfeldzug von 1033/34 belagerte Kaiser Konrad II. deshalb die Burg, musste das Unternehmen wegen der extremen Kälte jedoch abbrechen. Erst im Sommer 1034, als er sich endgültig als König von Burgund durchsetzen konnte, dürfte Konrad II. auch Neuenburg in seinen Besitz gebracht haben.
Wie die Burg im frühen 11. Jhdt. aussah, lässt sich heute kaum noch rekonstruieren. Im südwestlichen Bereich der heutigen Kernburg konnte jedoch ein rund 25 Meter langer rudolfingischer Saalbau nachgewiesen werden. Der alte Wehrbezirk scheint sich indessen über die gesamte Hügelkuppe erstreckt zu haben.

Die Besitzverhältnisse unmittelbar nach 1034 sind nicht bekannt. Spätestens um 1100 übernahmen die Herren von Fenis die Herrschaft über den Ort. Ihre Stammburg lag nahe dem Bielersee bei Vinelz (Kanton Bern), doch verlagerten sie ihr Machtzentrum bald hin zum neu erworbenen Besitz. Ab 1125 nannte sich Rudolf I. von Fenis auch Graf von Neuenburg. Spätestens sein Sohn Ulrich II. errichtete auf dem Burghügel unter Einbezug der bestehenden Bauten eine neue Residenz. In deren Zentrum entstand die Kollegiatskirche mit ihren zwei Türmen, unmittelbar östlich davon die neue Kernburg. Beide Bauten wurden mit prächtigen romanischen Steinmetzarbeiten verziert. Von der Burg können heute allerdings nur noch die untersten Teile des Südturms dieser Epoche zugeordnet werden.
Im grosszügigen Festungsbezirk siedelten sich auch Ministerialenfamilien an. Es entwickelte sich ein reges höfisches Leben, insbesondere unter Graf Rudolf II. von Neuenburg, der sich als Minnesänger hervortat und Werke südfranzösischer Troubadoure ins Deutsche übertrug. 1214 erhielt die mittlerweile befestigte Ansiedlung zwischen Burg und Seeufer ein Stadtrecht. Zur gleichen Zeit teilte sich das mächtige Grafengeschlecht in mehrere Linien auf, die sich nach ihren neuen Residenzen in Aarberg, Nidau oder Strassberg benannten. Die Stammlinie blieb jedoch in Neuenburg und errichtete von der Stadt bis weit in den Jura hinein eine geschlossene Territorialherrschaft. Graf Rollin von Neuenburg suchte Unterstützung bei der Stadt Bern, um seine Nachbarn besser kontrollieren zu können. Dies gelang ihm dank siegreichen Kämpfen gegen die mit ihm verwandten Grafen von Aarberg-Valangin und gegen den Bischof von Basel. Mit seinem Sohn Ludwig starb die Hauptlinie 1373 allerdings aus. Der letzte Graf von Neuenburg verewigte sich mit einem aufwändig gestalteten Grabmal in der Kollegiatskirche.

Ludwigs Tochter Isabella, verheiratet mit Graf Rudolf IV. von Nidau, vermachte die Herrschaft ihrem Neffen Konrad von Urach. In jenen Jahren, insbesondere unter Konrads Sohn Johann von Freiburg, wurde auf der Burg rege gebaut. Es entstanden unter anderem ein neuer Nordflügel und eine neue Kapelle. Nach dem Tod Johanns kam Neuenburg über Erbschaft und Heirat an Rudolf von Hochberg. Diese Familie baute die Burg zu einer prächtigen Residenz aus. Auch die westliche Hälfte des Wehrbezirks wurde nun mit Türmen befestigt (Tour de la Princesse, Tour Neuve, Tour du Donjon). 1450 zerstörte ein Brand in der Kernburg die östliche Hälfte des Südflügels und weitere Bauten, über das genaue Ausmass der Schäden und die nachfolgenden Reparaturarbeiten ist aber nur wenig bekannt.
Johanna von Hochberg brachte Neuenburg 1504 in ihre Ehe mit Louis d'Orléans ein. Mit dem neuen Grafen waren die benachbarten Eidgenossen allerdings keineswegs einverstanden. 1512 besetzten sie die ganze Grafschaft, liessen ihre Wappen am Schloss anbringen und setzten hier einen Landvogt ein. Johanna von Hochberg bekam Neuenburg erst 1529 wieder ausgehändigt. Zwar blieb die Burg samt der Grafschaft noch rund zwei Jahrhunderte im Besitz ihrer Nachfahren, doch hatte sie ihre beste Zeit hinter sich. Entsprechend wurde das Aussehen der Burg seither kaum noch verändert.
1707 erwarb Preussen die Grafschaft, für die seit längerem ein Käufer gesucht worden war. Die Könige von Preussen trugen den Titel «Graf von Neuenburg» offiziell noch bis 1918, doch war die Grafschaft bereits 1848 als eigener Kanton der Eidgenossenschaft zugeschlagen worden. Die Burg dient seither als Sitz der kantonalen Verwaltung.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente inkl. der Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. II | Neuchâtel, 1966 | S. 68-71
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin 1995 | Nr. 433
  • Bujard, Jacques / De Reynier, Christian - Les châteaux et les villes du Pays de Neuchâtel au Moyen Age: Apports récents de l'archéologie | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins | 11. Jhg., Nr. 2 | Basel, 2006 | S. 69-102
  • Courvoisier, Jean - Le château de Nechâtel [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 303] | Bern, 1981
  • Courvoisier, Jean - Les monuments d'art et d'histoire du canton de Neuchâtel, Tome I: La ville de Neuchâtel | Basel, 1955 | S. 132-162
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 11: Bern 2, Neuenburg, Freiburg | Kreuzlingen, 1975 | S. 101-106
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 7: Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Solothurn, Neuenburg, Jura und Laufental | Zürich, 1981 | S. 85-86
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 172-173
Webseiten mit weiterführenden Informationen
zurück nach oben | zurück zur letzten besuchten Seite Download diese Seite als PDF-Datei
Alle Angaben ohne Gewähr! | Die Bilder auf dieser Webseite unterliegen dem Urheberrecht! | Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25.04.2014 [OS]