UNTERE BURG MANNENBERG
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Allgemeine Informationen
Konservierte Burgruine mit Resten eines Rundturms und einer Ringmauer. Zusammen mit der rund 200 Meter entfernten oberen Burg Mannenberg bildete die Anlage bis zu ihrer Zerstörung 1350 das Herrschaftszentrum des Obersimmentals.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 34' 13.38" N, 07° 22' 46.83" E
Höhe: 988 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 595.480 / 157.680
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Spiez her kommend der Kantonsstrasse 11 in südlicher Richtung bis ca. 5 km vor Zweisimmen folgen. Hier zweigt eine kleine Strasse zu den Orten Mannried und Grubenwald ab. Nach 70 Metern nimmt man den Abzweiger nach Grubenwald. Nach einer weiteren Fahrt von 300 Metern gelangt man zu einer Strassenerweiterung. Von hier aus führt der ausgeschilderte Lehrpfad zu den beiden Burgruinen. Parkmöglichkeiten bestehen auf der Dorfstrasse unterhalb des Burgbergs.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Bahn ab Bern bis Spiez, hier auf den Regionalzug in Richtung Zweisimmen umsteigen. Vom Bahnhof aus ist der Burgen-Lehrpfad gut ausgeschildert.
Wanderung zur Burg
Der 2009 eröffnete Burgweg von Zweisimmen zum Mannenberg umfasst ingesamt 19 Stationen und ist in zwei Varianten (2 Stunden oder 3 Stunden) begehbar. Start- und Zielpunkt befinden sich bei der eisernen Ritterfigur am Bahnhof Zweisimmen.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht zu empfehlen - sehr unebener Weg
Bilder
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Grundriss
Grundriss Obere Mannenberg
Quelle: neu gezeichnet von O. Steimann, 2010 gemäss: Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Wimmis, 2006 | Krahe, Friedrich-Wilhelm - Burgen des deutschen Mittelalters: Grundrisslexikon | 3. Ausg. | Würzburg, 2000 | S. 394
Historie
Über die Geschichte der unteren Burg Mannenberg ist kaum mehr bekannt als über jene der oberen Burg. Der ganze Hügel bildete das hochmittelalterliche Herrschaftszentrum des Obersimmentals, welches im 10. Jhdt. als ursprünglich burgundisches Krongut an Kaiser Otto III. kam. Ob die im 12. Jhdt. auftauchenden Herren von Siebental hier residierten, ist unklar. 1270 wird eine Burg «Mamerberg» erstmals erwähnt, als der aus dem Wallis stammende Ritter Peter von Raron das Reichslehen innehatte. Bald nach 1300 verkauften die Herren von Raron die Herrschaft Mannenberg an Heinrich IV. von Strättlingen. Ab 1336 treten indessen die Grafen von Greyerz als Inhaber des Lehens auf. Weil er sich im Laupenkrieg gegen Bern stellte, erhoben sich die Talleute gegen Graf Peter von Greyerz. Und 1350 gelang es bernischen Truppen, bei einem Vorstoss ins Obersimmental die Burgen auf dem Mannenberg zu zerstören.

Entgegen früheren Annahmen wurde die untere Burg nicht als Ersatz für die zerstörte Anlage erbaut. Sie scheint eher eine Ergänzung der oberen Burg gewesen zu sein. Während jene talabwärts gewandt war, konnte man von der unteren Burg talaufwärts blicken. Nach der Eroberung durch die Berner liessen die Greyerzer die beiden gebrochenen Burgen zerfallen und verkauften ihre Rechte 1356 an die Herren von Düdingen. Von diesen kam das alte Reichslehen 1378 an Freiburg, bis sich Bern 1386 im Sempacherkrieg endgültig des Tals bemächtigte und eine Landvogtei einrichtete. Als Herrschaftssitz wurde damals nicht mehr Mannenberg, sondern die Blankenburg gewählt.

Die Ruine wurde als Steinbruch ausgebeutet und befand sich allgemein in einem sehr schlechten Zustand, bis 2007 mit Hilfe des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern die Stiftung Pro Mannenberg gegründet wurde. Diese Institution zur Erhaltung der Mannenberg-Burgen begann im Sommer 2008 mit der Sanierung der unteren Burg. Während der Arbeiten konnten Indizien für zwei Bauetappen dieser Anlage entdeckt werden. In einer ersten, nicht datierten Phase entstand offenbar die Ringmauer mit einem Eingangsportal auf der Südwestseite. Die östliche Ecke der Wehranlage wurde von einem grösseren Gebäude mit polygonalem Grundriss dominiert – wohl ähnlich den beiden Hauptgebäuden auf der oberen Burg. In einer zweiten Bauphase, die möglicherweise nach einem Brandschaden begann, wurde auf den Grundmauern dieses Gebäudes ein starker Rundturm mit 8,6 Metern Durchmesser errichtet. Eventuell geschah dies um die Mitte des 13. Jhdts., als die Burg den Herren von Raron gehörte. Rundtürme breiteten sich damals von der Westschweiz her nach Osten aus.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Baeriswyl, Armand - Die Burgen auf dem Mannenberg: Archäologische Untersuchung und Sanierung 2008-2010 | Referat der Medienkonferenz vom 25.8.2008 | www.be.ch/web/kanton-mediencenter
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 186
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 10: Bern 1 | Kreuzlingen, 1974 | S. 77-79
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Wimmis, 2006
  • Von Fischer, Rudolf - Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Berner Oberland, I. Teil | Basel, 1938 | S. 54-58
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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