OBERE BURG MANNENBERG
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Allgemeine Informationen
Spärliche, überwachsene Mauerreste auf dem höchsten Punkt des Mannenbergs. Die einst sehr weitläufige Anlage bildete zusammen mit der unteren Burg bis zu ihrer Zerstörung 1350 das Herrschaftszentrum des Obersimmentals.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 34' 17.91" N, 07° 22' 55.28" E
Höhe: 1017 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 595.660 / 157.820
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Spiez her kommend der Kantonsstrasse 11 in südlicher Richtung bis ca. 5 km vor Zweisimmen folgen. Hier zweigt eine kleine Strasse zu den Orten Mannried und Grubenwald ab. Nach 70 Metern nimmt man den Abzweiger nach Grubenwald. Nach einer weiteren Fahrt von 300 Metern gelangt man zu einer Strassenerweiterung. Von hier aus führt der ausgeschilderte Lehrpfad zu den beiden Burgruinen. Parkmöglichkeiten bestehen auf der Dorfstrasse unterhalb des Burgbergs.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Bahn ab Bern bis Spiez, hier auf den Regionalzug in Richtung Zweisimmen umsteigen. Vom Bahnhof aus ist der Burgen-Lehrpfad gut ausgeschildert.
Wanderung zur Burg
Der 2009 eröffnete Burgweg von Zweisimmen zum Mannenberg umfasst ingesamt 19 Stationen und ist in zwei Varianten (2 Stunden oder 3 Stunden) begehbar. Start- und Zielpunkt befinden sich bei der eisernen Ritterfigur am Bahnhof Zweisimmen.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht zu empfehlen - sehr unebener Weg
Bilder
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Grundriss
Grundriss Obere Mannenberg
Quelle: neu gezeichnet von O. Steimann, 2010 gemäss: Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Wimmis, 2006 | Krahe, Friedrich-Wilhelm - Burgen des deutschen Mittelalters: Grundrisslexikon | 3. Ausg. | Würzburg, 2000 | S. 393
Historie
Auf dem Mannenberg, einer felsigen Anhöhe zwischen Grubenwald und Zweisimmen, erhob sich einst die bedeutendste Burganlage des oberen Simmentals. Als Herrschaftszentrum geht sie möglicherweise bis in die Zeit des hochburgundischen Königreichs (888-1032) zurück, auch wenn die heute noch sichtbaren Reste deutlich jünger sind. Allgemein wird die obere Burg als die ältere der beiden Wehranlagen auf dem Mannenberg betrachtet. Es ist jedoch möglich, dass sie zusammen mit der unteren Burg einst eine einzige, grosse Festung gebildet hat.

Bereits im 10. Jhdt. kam das Simmental in den Besitz von Kaiser Otto III. und wurde als Reichslehen vergeben – möglicherweise an die Vorfahren der im 12. Jhdt. auftauchenden Herren von Siebental. In den Schriftquellen fassbar wird die (obere?) Burg «Mamerberg» allerdings erst 1270, als sie im Besitz der Herren von Raron (VS) erwähnt wird. Diese könnten die Herren von Siebental beerbt haben. Peter von Raron verwaltete das Reichslehen zusammen mit seinem Eigengut rund um die etwas weiter südlich gelegene Burg Reichenstein, was ihm eine beherrschende Stellung im Tal verschaffte. Als er 1284 starb, teilten seine Söhen die Herrschaft im Obersimmental aber auf, was die Machtposition der Familie empfindlich schwächte. Zu Beginn des 14. Jhdts. war sie gezwungen, Mannenberg an Heinrich IV. von Strättlingen zu verkaufen.

1336 gelangte Mannenberg in den Besitz der Grafen von Greyerz. Im Laupenkrieg zwischen Freiburg und Bern stand Graf Peter von Greyerz auf Seiten Freiburgs, womit er die Talleute gegen sich aufbrachte. Ein erster Zug der Berner ins Simmental verlief zwar weitgehend erfolglos. 1350 versuchten sie es aber erneut, und diesmal wurden die Wehranlagen auf dem Mannenberg erobert und zerstört. Graf Peter verzichtete auf einen Wiederaufbau und veräusserte seine Rechte 1356 an Jakob von Düdingen. Aber auch die Düdinger gerieten in Streit mit den Talleuten und trennten sich deshalb von ihrem Besitz im Obersimmental. So kam die Herrschaft 1378 an Freiburg, bis die Stadt Bern sich ihrer im Sempacherkrieg (um 1386) bemächtigte und hier auf der Blankenburg einen Landvogt einsetzte.
Mangels schriftlicher Quellen und archäologischer Erkenntnisse lässt sich zur Baugeschichte der oberen Burg auf dem Mannenberg wenig sagen. Auch wenn der heute nur noch schwer nachvollziehbare Grundriss auf eine eher frühe Anlage hindeutet, dürften die ersten Steinbauten kaum vor 1200 entstanden sein. Die grosse Burg auf dem höchsten Punkt des Hügels wurde offenbar von zwei Gebäuden mit polygonalem Grundriss beherrscht, davor erstreckte sich über mehrere Geländestufen eine weite Vorburg. Im Gegensatz zur unteren Anlage sind von der oberen Burg Mannenberg nur noch spärliche Mauerreste erkennbar.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Baeriswyl, Armand - Die Burgen auf dem Mannenberg: Archäologische Untersuchung und Sanierung 2008-2010 | Referat der Medienkonferenz vom 25.8.2008 | www.be.ch/web/kanton-mediencenter
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 185
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 10: Bern 1 | Kreuzlingen, 1974 | S. 77-79
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Wimmis, 2006
  • Von Fischer, Rudolf - Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Berner Oberland, I. Teil | Basel, 1938 | S. 54-58
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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