CHÂTEAU DE LA MAJORIE ET VIDOMNAT (BURG MAJORIA UND TURM DES VIZTUMS)
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Allgemeine Informationen
Gut erhaltene, weitläufige Doppelburg mit den Türmen des bischöflichen Viztums und des Meiers. Die Anlage befindet sich direkt über dem Zentrum der Altstadt von Sion/Sitten auf einem felsigen Ausläufer des Burghügels von Tourbillon. Sie beherbergt heute das Walliser Kunstmuseum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 14’ 04.42“ N, 07° 21’ 41.71“ E
Höhe: 550 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 594.050 / 120.350
Kontaktdaten
Musée d’art | Place de la Majorie | CH-1950 Sion
Tel: +41 (0)27 606 46 90
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A9 bei der Ausfahrt Sion-Est verlassen und dann der Beschilderung ins Zentrum folgen. Kostenplichtiges Parkhaus la Planta in der Innenstadt (an der Avenue de la Gare). Die Burg liegt gut sichtbar über der Altstadt auf einem westlichen Ausläufer des Burghügels von Tourbillon.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Sion/Sitten ist per Bahn gut erschlossen. Vom Bahnhof aus in nördlicher Richtung in die Altstadt gehen, von wo aus die Burg einfach zu finden ist (Wegweiser zum Musée de l’art folgen).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Die Aussenräume der Burg sind tagsüber frei zugänglich.
Kunstmuseum im Innern:
Oktober bis Mai: Dienstag bis Sonntag, 11.00 - 17.00 Uhr

Juni bis September: Dienstag bis Sonntag, 11.00 - 18.00 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene: 8 CHF
Kinder: 4 CHF
(Stand 2017)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
Aussenaufnahmen ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Majoria und Vidomnat
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2007, auf Basis eigener Beobachtungen und: Service topographique fédéral - Carte des châteaux de la Suisse et de ses régions limitrophes, Feuille 3 | Wabern, 1978 | Spezialkarte Nr. 8
Historie
Sion/Sitten war als Residenzstadt des gleichnamigen Bistums im Mittelalter reich an Befestigungen und repräsentativen Wohnsitzen. Neben dem Bischof selbst (Tourbillon) und dem Domkapitel (Valeria) errichteten sich auch die höheren bischöflichen Beamten eigene Burgen auf Stadtgebiet. Die Viztume und die bischöflichen Meier wählten hierfür den felsigen Grat, der sich von der Burg Tourbillon her bis ins Stadtzentrum erstreckt. Dem Viztum unterstand das Verwaltungs- und Gerichtswesen in der Stadt, der Meier hingegen hatte vor allem die Steuern für den Bischof einzuziehen.

Das Viztum lag im 12. Jhdt. in den Händen der Herren von Castello. Ihr Sitz (Vidomnat) wird 1179 erstmals urkundlich genannt. Er besteht aus zwei eng zusammengebauten Türmen mit einem südlich angehängten Quertrakt. Der Meierturm (Majoria) findet 1221 erstmals Erwähnung in den Schriftquellen. Zu jener Zeit befand sich das Bistum in ständigem Streit mit den Grafen von Savoyen, welche direkt vor der Stadt auf bischöflichem Grund die Burg Montorge errichtet hatten. Ob während dieses Konflikts die Burg der bischöflichen Beamten Schaden nahm, ist unklar. Wohl spätestens im 13. Jhdt. wurde der gesamte Berggrat mit Mauern und zwei weiteren Türmen befestigt. Der eine Turm wurde über dem zwingerbewehrten Burgtor auf der Südostseite errichtet. Der zweite, als «Hundeturm» bekannt, bildet den nordöstlichen Abschluss der langgezogenen Anlage.

Weil ihm das schwer zugängliche Tourbillon als Residenz nicht mehr genehm war, erwarb Bischof Guichard Tavel 1373 Majoria und liess darin neue Wohnräume einrichten. 1384 fiel Majoria genauso wie Tourbillon in die Hände von Aufständischen aus dem Oberwallis, die sich gegen den Bischof empörten. Nur durch das Eingreifen der Grafen von Savoyen und Truppen der Stadt Bern konnten sie zur Rückgabe beider Burgen gezwungen werden. Die Rolle als Wohnsitz des Kirchenfürsten sollte Majoria nun beibehalten. Unter den Herren von Raron kam auch der Turm des Viztums noch hinzu, denn vom späten 14. Jhdt. bis um die Mitte des 15. Jhdt. waren sowohl Bischofsstuhl als auch Viztum ausschliesslich in den Händen von Vertretern dieser Walliser Adelsfamilie.

Ab 1443 ging der Turm des Viztums wieder eigene Wege, weil dieses Amt in jenem Jahr an die Herren von Chevron überging. Sie besassen den westlichen Teil der Doppelburg bis 1560, im Jahr darauf kam er in den Besitz der Stadt Sion. Majoria hingegen fiel 1529 einem Brand zum Opfer, wurde unter Bischof Adrian I. von Riedmatten aber bald wieder hergerichtet. Beim grossen Stadtbrand von Sion vom 24. Mai 1788 wurde es jedoch erneut ein Opfer der Flammen. Bischof Franz-Melchior Zen Ruffinen befahl den raschen Wiederaufbau. Die grosse Zeit der Burg war dennoch abgelaufen. Unter Bischof Maurice Fabien Roten wurden die andauernden Renovierungsarbeiten aufgegeben, und 1841 bezog der Kirchenfürst eine neue Redsidenz am westlichen Rand der Stadt. Majoria wurde dem Kanton Wallis verkauft, der darin vorübergehend eine Kaserne einrichtete. Heute beherbergt die Doppelburg das Walliser Kunstmuseum.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 763 und Nr. 767
  • Donnet, André / Blondel, Louis - Burgen und Schlösser im Wallis | Olten, 1963 | S. 240-243 und S. 257-258
  • Elsig, Patrick - Le château de Tourbillon [Sedunum Nostrum, Bd. 11] | Sion, 1997
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 124-129
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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