BURG ALT-FALKENSTEIN (KLUS)
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Allgemeine Informationen
Exponierte Wehranlage mit rundem Bergfried in beherrschender Lage über der Balsthaler Klus. Alt-Falkenstein, eigentlich die jüngere der beiden Falkensteiner Burgen, wurde wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jhdts. durch die Freiherren von Bechburg-Falkenstein gegründet. Auch das zugehörige Städtchen Klus am Fuss des Burgfelsens war im Mittelalter befestigt. 1420 wurde die Anlage an Solothurn verkauft und diente bis 1570 als Sitz eines Landvogts. Heute beherbergt die Burg ein Heimatmuseum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 18’ 25.35“ N, 07° 41’ 26.48“ E
Höhe: 527 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 619.060 / 239.600
Kontaktdaten
Hans Hug (Burgwart) | Heimatmuseum Alt-Falkenstein | Postfach 739 | CH-4710 Klus / Balsthal
Tel: +41 (0)79 664 36 08 | E-Mail: info@museum-alt-falkenstein.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Alt-Falkenstein liegt auf einem steil abfallenden Felsvorsprung über dem ehemaligen Städtchen Klus, am nördlichen Ausgang der Klus von Balsthal. Von Oensingen der Strasse in Richtung Balsthal folgen. Am Ortsausgang von Klus liegt ein grosser Parkplatz. Ab hier führt ein markierter Weg über eine lange Treppe hinauf zur Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Oensingen mit dem Regionalzug oder der Buslinie 115 in Richtung Balsthal bis zur Haltestelle Thalbrücke fahren. Ab hier führt ein Wanderweg in 10 Min. zur Burg hinauf.
Wanderung zur Burg
Der Jura-Höhenweg führt am Fuss des Burgfelsens vorbei.
Öffnungszeiten
Das Heimatmuseum in der Burg ist von Ende April bis Ende Oktober jeweils an den Wochenenden (plus Auffahrt, Pfingstmontag und 1. August) von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Auf Anfrage sind auch Besuche ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.
Eintrittspreise
Erwachsene: 4 CHF
Kinder: 2 CHF
(Stand 2017)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Alt-Falkenstein
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 190 | überarbeitet von O. Steimann, 2006
Historie
Im frühen 13. Jhdt. kam es in der Familie der Herren von Bechburg, die zusammen mit den Grafen von Frohburg den Passübergang des Oberen Hauenstein beherrschten, zu einer Teilung. Während sich ein Zweig der Familie weiterhin nach der Stammfeste von Bechburg nannte, nahm ein anderer Zweig den Namen von Falkenstein an. Der ältere Sitz dieses Freiherrengeschlechts war die Burg Neu-Falkenstein. Alt-Falkenstein, auch Klus genannt, wurde wohl erst um die Mitte des 13. Jhdts. gegründet. Die Burg wurde auf einem Felsvorsprung errichtet, der die Balsthaler Klus überblickt und beherrscht. Bergseits wurde der Bauplatz durch einen heute zugeschütteten Burggraben zusätzlich geschützt. Der Bering wurde dem unregelmässigen Verlauf der Geländekante angepasst, und auf der Ostseite über dem Halsgraben entstand ein kreisrunder Bergfried.
Am Fuss des Burgfelsens gründeten die Bechburger wohl gegen Ende des 13. Jhdts. das Städtchen Klus. Es zwängte sich in den engen Durchgang entlang der Passstrasse und ist, obwohl seit dem 18. Jhdt. entfestigt, in seinen Umrissen noch heute erkennbar. Die Herrschaft Alt-Falkenstein war ursprünglich wohl ein Eigengut der Herren von Bechburg-Falkenstein, geriet um 1300 jedoch unter die Lehnshoheit der mächtigen Grafen von Frohburg, welche für den Basler Bischof die Herrschaftsrechte im Buchsgau ausübten.

1324 räumte Landgraf Rudolf von Falkenstein dem Herzog von Österreich das Recht ein, Burg und Stadt im Kriegsfall zu besetzen. Das grosse Basler Erdbeben von 1356 scheint auf Alt-Falkenstein nicht viel Schaden angerichtet zu haben, traf jedoch das benachbarte, ältere Neu-Falkenstein, das nach dieser Naturkatastrophe und dem sogenannten «Saffrankrieg» von 1374 neu errichtet werden musste. Dies ist der Grund, weshalb die beiden Burgen heute bezüglich der Bauabfolge irreführende Namen tragen.
Während Alt-Falkenstein damals intakt blieb, wurde das Städtchen Klus 1375 von den Guglern, marodierenden französischen Söldnertruppen, zerstört und sank in der Folge zum einfachen Dorf ab.

Hans II. von Falkenstein erneuerte 1399 gegenüber Habsburg-Österreich das Öffnungsrecht für seine Burg. Doch bereits 1405 schloss er einen Burgrechtsvertrag mit den Städten Bern und Solothurn. Als 1418 die Grafen von Thierstein, an welche die frohburgischen Hoheitsrechte über die Grafen von Nidau vererbt worden waren, auf ihre Lehnshoheit über Alt-Falkenstein verzichteten, entschloss sich Hans II. von Falkenstein zum Verkauf. 1420 erwarb Solothurn die Burg samt allen Herrschaftsrechten für 3000 Gulden. Die ursprüngliche Oberhoheit des Bischofs von Basel hatte fortan nur noch symbolischen Charakter.

Solothurn nutzte Alt-Falkenstein als Amtssitz für einen Landvogt. Nach der Beschädigung durch einen Brand wurde die Burg 1471 wieder instand gestellt. Ab 1541 kam es zu umfangreichen Umbau- und Reparaturarbeiten, und 1570 wurde die Landvogtei schliesslich aufgehoben. Alt-Falkenstein war fortan nur noch Sitz eines Landschreibers, während die Herrschaft von Neu-Falkenstein aus verwaltet wurde. Zu einer heiklen Situation kam es im Bauernkrieg von 1653: Die Aufständischen wollten sich auf der Burg mit Pulver und Blei eindecken, wurden von der Besatzung jedoch abgewehrt. Auch während der helvetischen Revolution von 1798 zog die aufgebrachte Landbevölkerung vor die Burg und wollte diese in Brand stecken, konnte von den Wachen jedoch daran gehindert werden.

Im Jahr 1800 veräusserte die Regierung der Helvetischen Republik Alt-Falkenstein für 7500 Gulden an Private. Die Burg verwahrloste im nachfolgenden Jahrhundert und befand sich um 1900 bereits in ruinösem Zustand. Herabfallende Steine gefährdeten die am Fuss des Burgfelsens stehenden Häuser. Schliesslich übergab die Familie Feigenwinter aus Arlesheim die Anlage 1923 dem Kanton Solothurn, der diese bis 1933 wieder herstellen und darin ein Heimatmuseum einrichten liess.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Amiet, Bruno - Die Burgen und Schlösser des Kantons Solothurn | Basel, 1930 | S. 61-65
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 521
  • Fischer, Eduard / Allemann, Otto - Solothurnische Burgen | Solothurn, 1962 | S. 72-75
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 113-115
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 152
  • Loertscher, Gottlieb - Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, Bd. III: Die Bezirke Thal, Thierstein und Dorneck | Basel, 1957 | S. 54-57
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 190-191
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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