ALT-BECHBURG
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Allgemeine Informationen
Imposante Ruine einer Doppelburg auf einem felsigen Juragrat über dem Dorf Holderbank. Sichtbar sind die Überreste von Türmen, Ringmauern, Zisternen und diversen Zwinger- und Toranlagen, teilweise aus dem Fels gehauen. Die bereits im 11. Jhdt. gegründete Burg war der namensgebende Sitz der Freiherren und späteren Grafen von Bechburg. Im 14. Jhdt. gelangte sie an die Herren von Ifenthal und 1416 an Solothurn. Seit einem Brand im Jahr 1713 ist die Anlage verlassen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 19’ 56.45“ N, 07° 46’ 17.55“ E
Höhe: 823 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 625.160 / 242.440
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Oensingen auf der Hauptstrasse 12 über Balsthal bis nach Holderbank hinauf fahren. Im Dorf biegt rechts der gut markierte Schlossweg ab und führt hinauf bis zum Hof Alte Bechburg. Parkmöglichkeiten vor Ort. Ab hier ist die Burg bereits gut sichtbar und zu Fuss in rund 15 Min. zu erreichen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Oensingen mit dem Regionalzug nach Balsthal. Hier umsteigen und mit der Buslinie 94 (in Richtung Waldenburg) weiter bis zur Haltestelle Holderbank, Dorfplatz. Ab hier dem markierten Wanderweg in östlicher Richtung zur Burg hinauf folgen (ca. 35 Min.).
Wanderung zur Burg
Der Jura-Höhenweg führt unweit südlich der Burg über die Schlosshöchi.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
gut eingerichteter Picknickplatz mit Feuerstelle in der Vorburg
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Alt-Bechburg
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 188 | bearbeitet von O. Steimann, 2006
Historie
Im kriegerischen 11. Jhdt. machte sich der Adel des Königreichs Hochburgund daran, im Jura neue Burgen zu gründen und durch Rodung den Landesausbau voranzutreiben. Die Freiherren von Bechburg, deren Vorfahren aus dem Oberaargau kamen, setzen sich auf der Südseite des seit der Römerzeit begangenen Oberen Hauensteinpasses fest. Hier gründeten sie auf einem Felsgrat über der Passstrasse um 1050 die Alt-Bechburg. Die Festung bestand vorerst wohl nur aus einem ummauerten Holzhaus im hinteren Teil der Burg, das im 12. Jhdt. durch einen Neubau aus Stein ersetzt wurde. Am Fuss des Burghügels entstand als ökonomisches Zentrum der Herrschaft ein Sennhof, der als Hof «Ober-Schloss» noch heute bewirtschaftet wird.

Die Bechburger tauchen ab dem frühen 12. Jhdt. in den Schriftquellen auf. 1130 führte Kuno von Bechburg im Gefolge von König Lothar III. gar den Grafentitel. Die Stammburg wurde entsprechend ausgebaut: Um 1200 wurde der ganze Berggrat in die Anlage miteinbezogen, wobei im vorderen Teil ein zweites festes Haus entstand. So wurde eine Doppelburg geschaffen, deren Teile zwei Familienzweigen gehörten, den Nachkommen der 1201 erwähnten Brüder Rudolf und Konrad von Bechburg. In der vorderen Burg wohnte jene Linie, der sich später «von Falkenstein» nannte. In der hinteren Burg wohnte der Familienzweig, der sich weiterhin nach der Bechburg nannte.
Von der Alt-Bechburg aus vergrösserten die Freiherren bzw. Grafen ihren Besitz stetig. So gründeten sie die Neu-Bechburg bei Oensingen und verfügten auch über die benachbarten Burgen Alt- und Neu-Falkenstein. Trotzdem verloren sie bald ihre Unabhängigkeit. Im 13. Jhdt. wurden sie Vasallen der mächtigen Grafen von Frohburg und bald darauf Gefolgsleute des Bischofs von Basel. Auch wirtschaftlich ging es bergab: 1325 musste Rudolf von Falkenstein-Bechburg den vorderen Teil der Alt-Bechburg für 500 alte Pfenninge an Ritter Heinrich III. von Ifenthal verkaufen. Agnes von Bechburg verkaufte hingegen den hinteren Teil an die Frohburger, die diesen dann 1336 ebenfalls an die Ifenthaler veräusserten.

Die Stammburgen der Herren von Ifenthal waren die Alt- und Neu-Wartburg nahe Olten. Nach dem Erwerb der Alt-Bechburg verlegten sie ihren Wohnsitz hierher und investierten über Zukäufe in den Ausbau dieser Herrschaft. Heinrich von Ifenthal blieb jedoch ohne männlichen Erben. Seine Töchter Regula und Margaretha teilten 1376 das väterliche Erbe. Dabei wurde auch die Burg erneut aufgeteilt. 1404 überliess Regula ihrer Schwester jedoch im Tausch gegen ein Haus in Zürich die gesamte Anlage. Margaretha von Ifenthal verkaufte die Alt-Bechburg «mit Leuten, Gütern und Gerichten» am 12. Mai 1416 für 3000 Gulden an Solothurn. Die Stadt teilte die Herrschaft der Landvogtei Falkenstein zu und verlieh Burg und Sennhof an Private, die sich allerdings kaum für den Wehrbau interessierten. Von 1572 bis 1668 gehörte die Alt-Bechburg als Erblehen der Familie Bloch aus Klus, doch wird die Anlage bereits im 17. Jhdt. als «ein vergehend Schloss» bezeichnet. 1713 wurde die Zerstörung durch einen Brand beschleunigt, später wurde die Ruine als Steinbruch ausgebeutet.

1930 kam der Historische Verein des Kantons Solothurn in den Besitz des Burgareals und veranlasste eine Untersuchung der Ruine. 1936 bis 1937 wurde diese ausgegraben und konserviert. Dabei wurde auch ein zerbrochener Topf mit 5216 Silberpfenningen gefunden. Es handelt sich dabei zum überwiegenden Teil um bischöfliche Brakteaten, wie sie Ende des 12. Jhdts. in Solothurn geprägt wurden. Seit der Konservierung ist die Alt-Bechburg öffentlich zugänglich und befindet sich seit 1969 im Besitz des Kantons.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Amiet, Bruno - Die Burgen und Schlösser des Kantons Solothurn | Basel, 1930 | S. 22-26
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 532
  • Farnum, Jerome H. - 20 Ausflüge zu romantischen Burgruinen in der Schweiz | Bern/Stuttgart, 1976 | S. 110-112
  • Fischer, Eduard / Allemann, Otto - Solothurnische Burgen | Solothurn, 1962 | S. 24-26
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 98-100
  • Loertscher, Gottlieb - Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, Bd. III: Die Bezirke Thal, Thierstein und Dorneck | Basel, 1957 | S. 88-89
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 7: Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Solothurn, Neuenburg, Jura und Laufental | Zürich, 1981 | S. 43-44
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 188-190
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 218-219
  • Tauber, Jürg - Herd und Ofen im Mittelalter [Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 7] | Olten/Freiburg i.Br., 1980 | S. 228-231
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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