BÜRGLI (BURGSTELLE ZWIESELBERG)
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Allgemeine Informationen
Etwa 200 Meter langes, in drei Teile gegliedertes Erdwerk aus vorrömischer Zeit am östlichen Ende des Zwieselbergs. Im Mittelalter wurde auf der höchsten Kuppe dieser Anlage ein Turm errichtet, dessen Grundmauern noch erkannbar sind. In den Schriftquellen findet die Anlage keine Erwähnung.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 42’ 20.40“ N, 07° 37’ 47.10“ E
Höhe: 658 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 614.610 / 172.740
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A6 bei der Ausfahrt Thun-Süd verlassen und in westlicher Richtung bis zum nächsten Kreisverkehr fahren, wo die Kantonsstrasse 6 (Pfandernstrasse) nach Süden abzweigt. Dieser unter der A6 hindurch bis ins Quartier Gwatt folgen. Auf der Spiezstrasse in südöstlicher Richtung fahren, bis nach etwa 600 Metern rechts die Hauptstrasse 227 (Gwattstutz) abzweigt. Dieser nun bergauf folgen und die A6 erneut queren. 400 Meter nach der Brücke zweigt bei Hani ein kleines Strässchen nach Westen ab, das sich kurz darauf teilt. Hier parkieren und dem südlichen Weg bergauf folgen, bis er wieder aus dem Wald tritt. Nun in südlicher Richtung dem Waldrand weglos bergauf zum Burghügel folgen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Thun mit der Buslinie 55 (in Richtung Wimmis) bis zur Haltestelle Zwieselberg, Hani. Weitere Wegbeschreibung: siehe oben.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Bürgli (Zwieselberg)
Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Urgeschichte (Hg.) - Jahresbericht der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte, 2. Jhg. , 1909 | Zürich, 1910 | S. 94 | bearbeitet von O. Steimann, 2026
Historie
Grosses Erdwerk mit kleiner Turmruine
Beim sogenannten «Bürgli», das sich am östlichen Ende des Zwieselbergs befindet, handelt es sich um eine eindrückliche, etwa 200 Meter lange Wehranlage, die sich deutlich in drei Teile gliedert. Auf der leicht zugänglichen Westseite befindet sich ein kleines Vorwerk ohne Spuren einer Bebauung. Nach einem ersten, etwa 4 Meter tiefen Graben folgt das 100 Meter lange Hauptplateau, das gegen Süden hin durch eine steile Böschung geschützt ist. Auch hier sind keine Spuren von Steinbauten erkennbar.
Ein markanter zweiter Graben trennt diesen Hauppteil vom höchsten Punkt: einer kegelförmigen, felsigen Anhöhe im östlichsten Teil des Areals. Hier stehen die stark verwitterten Mauerreste eines Turms mit einem nahezu quadratischen Grundriss mit etwa 8 Metern Seitenlänge. Das Mauerwerk dürfte ursprunglich bis zu 1,8 Meter dick gewesen sein. Hinter dem Turm fällt das Gelände über eine kleinere und eine grössere Terrasse schliesslich steil gegen die Simmentalstrasse hin ab.

Ursprünge in vorrömischer Zeit
Die Anlage auf dem Zwieselberg muss in verschiedenen Epochen bewohnt gewesen sein – das Erdwerk stammt wohl noch aus vorrömischer Zeit. In der ersten Hälfte des 19. Jhdts. wurden auf dem Gelände ein kupfernes Beil sowie eine bronzene Lanzenspitze gefunden. Archäologische Untersuchungen, die eine genauere Datierung ermöglichen würden, haben bis heute aber nicht stattgefunden.

Nutzung des Areals im Mittelalter
Umstritten ist die Datierung der Turmruine. Bei einer Untersuchung im Sommer 1955 wurden hier unter einer Schuttschicht aus Kalkmörtel sieben römische Münzen aus dem 1. bis 3. Jhdt. gefunden, der Turm daraufhin als römisch gedeutet. Diese Interpretation hat sich jedoch nicht durchgesetzt, denn das noch vorhandene Mauerwerk erscheint hochmittelalterlich. Der Turm gehörte daher zu einer kleinen Burganlage, die sich wohl nur über den östlichen Teil des älteren Erdwerks erstreckte.
Zu Bauherrschaft und Bewohnern schweigen sich die Quellen aus. Die in der älteren Literatur geäusserte Vermutung, dass es sich um den ältesten Wohnsitz der Freiherren von Strättligen handeln könnte, ist reine Spekulation. Zur Burg gehörte eine im westlichen Vorgelände (Glütsch) gelegene Siedlung. Bei Ausgrabungen 2013 konnten hier die Grundmauern zweier Gebäude freigelegt werden – eines davon wird als Herberge oder Taverne gedeutet. Sie entstanden zwar frühestens im Spätmittelalter, zeigen aber die Bedeuetung des Geländesattels bei der Burg auf, über den die alte Strasse von Thun ins Simmental führte.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bernisches Historisches Museum (Hg.) - Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums, 35./36. Jhg., 1955 und 1956 | Bern, 1957 | S. 265-266
  • Kissling, Christiane / Zaugg, Pascal - Zwieselberg, Glütsch: Spuren einer Taverne an der alten Strasse ins Simmental? | In: Archäologie Bern 2014 | Bern, 2014 | S. 105-106
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Thun, 2021 | S. 30-31
  • Moll, Heinz J. - Erdwerke in der Region Bern, Bd. 2 | Norderstedt, 2017 | S. 146-151
  • Moll, Heinz J. - Ruinen von Burgen und Sakralbauten im Kanton Bern | Norderstedt, 2019 | S. 265-269
  • Schweizerische Gesellschaft für Urgeschichte (Hg.) - Jahresbericht der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte, 2. Jhg., 1909 | Zürich, 1910 | S. 93-94
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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