HEIDENHAUS (TURM IM GHEI)
 Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Bern | Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental | Spiez

Klicken Sie in das Bild, um es in voller Grösse ansehen zu können!
Allgemeine Informationen
Das als «Heidenhaus» bekannten Gebäude im Weiler Ghei am Thunersee besteht im Kern aus einem dreistöckigen Turm, der im 14. oder frühen 15. Jhdt. erreichtet wurde. Allerdings berichten die Schriftquellen bereits 1267 von einem Turm der Freiherren von Strättligen an diesem Ort. Das umsichtig renovierte Bauwerk dient heute als privates Wohnhaus.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 42’ 06.70“ N, 07° 39’ 37.10“ E
Höhe: 570 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 616.950 / 172.320
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A6 bei der Ausfahrt Spiez verlassen und der Simmentalstrasse in nördlicher Richtung bis zum Kreisverkehr nach Unterquerung der Bahnlinie folgen. Ab hier weiter in nordwestlicher Richtung auf der Thunstrasse, bis nach 1,1 km rechts der Gheiweg seewärts abzweigt. Diesem bergab bis zum Weiler Ghei folgen, an dessen nordöstlichem Rand das «Heidenhaus» (Hausnummer 67) steht. Keine Parkmöglichkeit direkt vor Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Thun oder Spiez mit der Buslinie 1 bis zur Haltestelle Spiez, Ghei. Dann dem Gheiweg in östlicher Richtung bis zum Weiler Ghei folgen, wo das «Heidenhaus» steht.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Privatbesitz, nur Aussenbesichtigung möglich
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
Klicken Sie in das jeweilige Bild, um es in voller Grösse ansehen zu können!
Grundriss
Grundriss Heidenhaus
Quelle: gezeichnet von O.Steimann, 2026 | auf Basis des Plans von A. Spieler auf www.fachwerk.bkd.be.ch
Historie
Ein Turm der Freiherren von Strättligen
Der Weiler Ghei liegt am Südufer des Thunersees, genau auf halbem Weg zwischen den Burgen Spiez und Strättligen. Gemäss einer Urkunde von 1267 sollen die Freiherren von Strättligen, die damals auch Burgherren zu Spiez waren, einen Turm im Ghei besessen haben. Sein Standort ist nicht gesichert, doch stand er mit grosser Wahrscheinlichkeit an der Stelle des als «Heidenhaus» bekannten Gebäudes am Gheiweg 67.
Das verwinkelte Bauwerk steht auf einer kleinen Anhöhe, die auf der Nordostseite steil gegen den Thunersee abfällt. Jüngste Bauuntersuchungen haben gezeigt, dass der Kern des Hauses tatsächlich aus einem dreistöckigen, mittelalterlichen Turm besteht. Die Radiokarbondatierung einiger Deckenbalken ergab eine Bauzeit im 14. oder frühen 15. Jhdt., was aber nicht ausschliesst, dass der Turm auf älteren Fundamenten errichtet wurde.

Unklare Nutzung im Spätmittelalter
Wofür das Bauwerk im Spätmittelalter genutzt wurde, ist unklar. Eine Funktion als Wehrturm kann wahrscheinlich ausgeschlossen werden, denn der ebenerdige Zugang geht auf die Erbauungszeit zurück. Es fehlen allerdings auch Spuren einer Feuerstelle oder andere Hinweise auf eine Nutzung als Wohnturm.
In der um 1470 entstandenen Strättliger Chronik wird im Ghei ein «Bruderhaus» erwähnt. Vielleicht diente der Turm damals also einer religiösen Gemeinschaft als Unterkunft. Gegen Ende des 15. Jhdts. erhielt er einen neuen Dachstuhl, der heute noch existiert. Auch die hölzerne Decke im obersten Stockwerk wird auf die Zeit um 1500 datiert.

Erweiterungen im 17. und 19. Jhdt.
Im 17. Jhdt. wurden die Innenräume mit Holzverkleidungen ausgestattet, ausserdem wurde das Gebäude nun mehrfach erweitert. Auf der Südostseite wurde ihm ein gemauerter Anbau angefügt, der als Lagerraum diente. Gegen Norden zum See hin entstand 1685 ein zweistöckiger Bohlenständerbau, der eine Küche enthielt. Seine heutige Form dürfte das «Heidenhaus» nach 1863 erhalten haben. Damals wurde es unter zwei Familien aufgeteilt, worauf wohl die letzte Erweiterung in der nordöstlichen Ecke entstand. Zum Anwesen gehörten damals auch ein noch erhaltenes Ofenhaus, ein Stall, ein Speicher und eine Weinpresse.

Erforschung der Baugeschichte
1963 wurde das Bauwerk vom Kanton Bern, 1975 auch vom Bund unter Schutz gestellt. In den Jahren 1975/76 wurde es innen- und aussenseitig sanft saniert. Der jüngste Umbau erfolgte von 2022 bis 2025 unter Beizug der Kantonsarchäologie und der Denkmalpflege. Mittels einer bauhistorischen Untersuchung konnten dabei viele neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Denkmalpflege des Kantons Bern (Hg.) - Magazin Fachwerk 2025 | Bern, 2025 | S. 29
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Thun, 2021 | S. 24-25
  • Von Fischer, Hermann - Tätigkeitsbericht der kant. Kunstaltertümerkommission und des Denkmalpflegers für die Jahre 1960 und 1961 | In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Bd. 24 | Bern, 1962 | S. 70
Webseiten mit weiterführenden Informationen
zurück nach oben | zurück zur letzten besuchten Seite Download diese Seite als PDF-Datei
Alle Angaben ohne Gewähr! | Die Bilder auf dieser Webseite unterliegen dem Urheberrecht! | Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.10.2026 [OS]