MASSERIA BARONI
 Weltweit | Europa | Italien | Apulien | Provinz Lecce | Presicce-Acquarica, Fraktion Acquarica del Capo


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Allgemeine Informationen
Lage Geografisch liegt die Masseria fortificata Baroni im flachen, historisch agrarisch geprägten Hinterland des Südsalento.
Topografisch befindet sich die Anlage im Sektor von Acquarica del Capo und ist über einen unbefestigten Feldweg erreichbar, welcher von der strategisch wichtigen Verbindungsstraße SP332 abzweigt.
Im territorialen Befestigungsring des Raumes Ugento/Acquarica erfüllte diese Turmmasseria die Funktion eines dezentralen Wehr- und Signalpostens.
Die Hauptaufgabe bestand darin, feindliche Bewegungen im küstennahen Sektor frühzeitig ins Landesinnere zu melden und dank ihrer massiven Bauweise punktuellem Druck bei Streifzügen standzuhalten.
Nutzung leerstehend, verlassen und ungenutzt
Bau/Zustand Der bauliche Zustand der Masseria Baroni ist kritisch und von fortgeschrittenem Verfall geprägt.
Die Anlage steht seit Jahrzehnten vollständig leer und ist stark überwachsen, wodurch tragende Elemente der Wirtschaftsflügel und Ställe bereits teilweise eingestürzt sind.
Auch die Bausubstanz des Doppelturms weist erhebliche strukturelle Schäden auf, was das Betreten der Ruinen aufgrund akuter Einsturzgefahr lebensgefährlich macht.

Agrarhistorische Funktion & Territorialer Befestigungsring:
Die wehrhafte Architektur der Masseria Baroni schützte ein über Jahrhunderte aktives Agrarzentrum, das neben der Viehhaltung und Olivenölproduktion stark auf den Weinbau ausgerichtet war.

Zusammen mit den Nachbarbauten bildete die Anlage eine dichte Verteidigungskette im südlichen Umland:
Masseria Gianferrante (um 1200): Der hochmittelalterliche Nachbarhof an der SP332, berühmt für seinen normannischen Kernbau und die geschützte Innenzisterne.
Masseria Volpi: Das funktionale Gegenstück – ein minimalistisches, befestigtes Kleinbauernhaus (Wehr-Kate) für die dezentrale Punktverteidigung an derselben Verbindungsstraße.
Masseria Colombo: Ein kompakter, befestigter Großgutshof zur Absicherung der agrarischen Logistik im küstennahen Bereich.
Typologie Masseria fortificata (befestigter Bauernhof / Wehrmasseria)
Bei der Anlage handelt es sich um eine Doppelturm-Masseria (Masseria a torre doppia).
Sehenswert
  • Trotz des fortgeschrittenen Verfalls und des aktuellen Leerstands zeigt die Anlage die klassischen und robusten Wehrstrukturen der regionalen Epoche.
  • Der Kernbau: Das wehrtechnische Zentrum bildet eine Doppelturm Anklage, der im Erdgeschoss für Wirtschaftszwecke und im Obergeschoss als Wohn- und Rückzugsraum diente.
    Die Fassaden weisen trotz baulicher Schäden noch Verteidigungselementen wie Wehrerker auf.
  • Das historische Palmento (Weinpresse):
    Unmittelbar an die Masseria angegliedert ist ein eigenständiges Gebäude zur Weinpressung (Palmento).
  • Der verfallene Hof (Corte): Die Wirtschaftsflügel und Ställe gruppieren sich um einen ehemals geschlossenen Innenhof.
Bewertung Die Masseria fortificata Baroni stellt trotz ihres prekären, ungesicherten Bauzustands ein wertvolles und unberührtes Dokument der ländlichen Wehrarchitektur des Salento dar.
Als Teil des herrschaftlichen und adligen Befestigungsgürtels im Hinterland der salentinischen Küste vereint sie wehrtechnische Schutzfunktionen mit landwirtschaftlichen Produktionsstätten.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 39°54'35.7" N, 18°12'44.3" E
Höhe: 108 m ü. NN
Topografische Karte/n
Masseria Baroni auf der Karte von OpenTopoMap
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Privatbesitz!
Da das Gebäude Einsturzgefährdet ist, besteht beim Betreten der Ruinen akute Einsturzgefahr.
Die Anlage, der markante Hauptbau sowie das historische Palmento können jedoch von dem vorbeiführenden Feldweg aus gefahrlos besichtigt und fotografiert werden.
Anfahrt mit dem PKW
Die Masseria Baroni ist über die Regionalstraße SP332 erreichbar.
Von Presicce-Acquarica aus folgt man der SP332 rund 4,5 Kilometer in südwestlicher Richtung durch die Olivenhaine. Vor Erreichen der Kirche Madonna di Pompignano biegt man nach rechts auf einen unbefestigten Feldweg ab, der direkt zur Anlage führt.
Reist man von der Küste an, folgt man der SP332 von Torre Mozza aus landeinwärts für rund 9 Kilometer und biegt hinter der Pompignano-Kirche nach links in den Feldweg ein.
Parkmöglichkeiten am unbefestigten Fahrbahnrand oder den angrenzenden Feldwegen möglich.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Es gibt keine direkte Haltestelle am Objekt.
Die verbleibende Strecke von den Bahnhöfen im Ortskern von Presicce-Acquarica (ca. 4,5 km) muss zu Fuß oder per Taxi zurückgelegt werden.
Bahn:
Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im rund 4,5 Kilometer entfernten Ortskern von Presicce-Acquarica (Bahnstrecke Novoli–Gagliano del Capo).
Bus:
In den Sommermonaten verkehren zudem die Linien des regionalen Bussystems Salento in Bus auf den Hauptstraßen der Umgebung.
Wanderung zur Burg
Die Masseria Baroni lässt sich hervorragend im Rahmen einer Lost-Place- oder Kulturwanderung erkunden.
Die Route startet am Bahnhof von Presicce und führt über flache, verkehrsarme Wirtschaftswege und Feldwege rund 4,5 Kilometer nach Südwesten.
Die Strecke verläuft entlang typisch salentinischer Trockensteinmauern, vorbei an der Kirche von Pompignano direkt in das naturbelassene Macchia-Gebiet.
Öffnungszeiten
Nur Außenbesichtigung möglich.
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer nur Fernsicht möglich.
Bilder
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Grundriss
keine Grundriss verfügbar
Historie
16. Jh. / 17. Jh. Errichtung des Kernbaus. Bau des wehrhaften Haupttrakts und des angeschlossenen Palmentos zur Abwehr von Sarazeneinfällen im Küstenhinterland.
18. Jh. Erweiterung der Wirtschaftsflügel und Modifikationen an den Nutztrakten im Zuge der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung.
1806 Das napoleonische Dekret löst die feudale Bindung des Gutshofs an adlige oder kirchliche Besitzstrukturen auf.
1982–1995 Bauhistorische Erfassung des mittelalterlich-frühneuzeitlichen Turms und Klassifizierung der Hofstrukturen.
2026 Die historische Struktur verfällt zusehends und steht leer, bleibt aber als unberührte Ruine im Denkmalregister erfasst.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Calderazzi, Antonella - L'architettura rurale in Puglia. Le masserie | Fasano, 2003
  • Costantini, Antonio - Il sistema difensivo del Salento tra torri costiere, masserie fortificate e case-torri | Galatina, 2024
  • Costantini, Antonio - Le masserie del Salento. Dalla masseria fortificata alla masseria-villa | Galatina, 1995
  • Daquino, Cesara - Masserie del Salento | Lecce, 2008
  • Mongiello, Luigi - Le Masserie di Puglia. Organismi architettonici ed ambiente territoriale | Bari, 1996
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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  • [03.09.2026] - Neuerstellung.
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