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MASSERIA VOLPI
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Apulien
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Provinz Lecce
| Presicce-Acquarica, Fraktion Acquarica del Capo |
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Informationen für Besucher |
Bilder |
Grundriss |
Historie |
Literatur |
Links
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Allgemeine Informationen
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| Lage |
Geografisch liegt die Masseria fortificata Volpi im flachen, von weitläufigen Olivenhainen geprägten Hinterland des Südsalento.
Topografisch befindet sich das Anwesen direkt an der strategisch wichtigen Fernverkehrsstraße SS274 im Grenzbereich zwischen dem Umland von Ugento und dem Sektor von Acquarica del Capo.
Im territorialen Befestigungsring des ionischen Küstenabschnitts erfüllte diese Anlage die Funktion eines minimalistischen, dezentralen Vorpostens.
Ihre primäre strategische Aufgabe bestand in der Punktüberwachung der historischen Verbindungsachsen und der frühzeitigen Weiterleitung von Warnsignalen bei feindlichen Bewegungen von der Küste ins Landesinnere. |
| Nutzung |
leerstehend, verlassen und ungenutzt |
| Bau/Zustand |
Die Masseria fortificata Volpi ist ein bauhistorisch hochinteressantes Zeugnis für die kleinste funktionale Stufe des ländlichen Verteidigungswesens im Salento.
Im Gegensatz zu den herrschaftlichen Großgutshöfen der Region wurde dieses Objekt mit minimalem architektonischen Aufwand, aber maximaler Schutzwirkung errichtet.
Die wehrhafte Architektur schützte einen kleinen, dezentralen Agrar- und Wachposten, der primär auf die Absicherung der umliegenden Felder und die Überwachung der Verkehrsachse ausgerichtet war.
Der bauliche Zustand der Masseria Volpi ist vernachlässigt und von deutlichen Verfallserscheinungen geprägt.
Während die massiven, dicken Außenmauern des kompakten Kernbaus aufgrund ihrer robusten Konstruktion strukturell weitgehend stabil stehen, zeigen die Dachbereiche und die wenigen inneren Bauelemente akuten Sanierungsbedarf und Schäden durch Witterung und wilden Bewuchs.
Agrarhistorische Funktion & Territorialer Befestigungsring:
Ein erhaltener, markanter Zugang zu einer historischen unterirdischen Ölmühle belegt die primäre Ausrichtung des umliegenden Terrains auf den historischen Olivenanbau.
Das gesamte Areal ist von den typisch salentinischen Trockensteinmauern umschlossen.
Zusammen mit den Nachbarbauten bildete die Anlage eine dichte, hocheffiziente Verteidigungskette im südlichen Sektor von Ugento und Acquarica.
Masseria Gianferrante (um 1200): Der monumentale, hochmittelalterliche Nachbarhof an der SP332 mit seinem normannischen Wehrturm und der geschützten Innenzisterne.
Masseria Baroni: Das ebenfalls an dieser Verteidigungslinie gelegene, heute leerstehende historische Agrarmonument mit angeschlossenem Palmento.
Masseria Colombo: Ein kompakter, sehr gut erhaltener Schutzhof des 16. Jahrhunderts in der gleichnamigen Contrada, der im Verbund mit der Masseria Volpi als wichtiger Sicherungsposten im ionischen Hinterland fungierte.
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| Typologie |
Masseria fortificata / Casa fortificata (befestigter Bauernhof / befestigtes Haus)
Bei der Anlage handelt es sich typologisch um ein befestigtes Kleinbauernhaus (eine sogenannte Wehr-Kate).
Sie repräsentiert die minimalistische Ausbaustufe eines salentinischen Schutzbaus, bei dem ein kompaktes, oft nur ein- bis zweistöckiger Wohn- und Wachtrakt ohne weitreichende Wirtschaftsflügel direkt als wehrhafter Vorposten konzipiert wurde. |
| Sehenswert |
- Die Masseria Volpi zeigt die wesentlichen Merkmale einer funktionalen, frühneuzeitlichen Wehr-Kate (befestigtes Kleinbauernhaus).
- Der Kernbau:
Die Anlage basiert auf einem kleinen, erdgeschossigen Raum mit rechteckigem Grundriss (ca. 3 × 4 Meter).
- Die Pechnase (Caditoia):
Das wehrtechnisch bedeutendste Element ist eine massive Pechnase, die direkt über der einzigen Eingangstür der Anlage aufragt, um den Zugang im Ernstfall vertikal verteidigen zu können.
- Das Fluchtsystem:
Im Innenraum (ausgestattet mit einem großen Kamin) führte eine kombinierte Treppenkonstruktion nach oben.
Der untere Teil war gemauert, während der obere Teil über eine mobile Holzleiter realisiert wurde. Diese konnte nach oben gezogen werden, um sich auf dem flachen Dach des Kernbaus in Sicherheit zu bringen.
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| Bewertung |
Die Masseria fortificata Volpi besitzt trotz ihrer geringen Größe einen hohen dokumentarischen und wehrhistorischen Denkmalwert für die Region.
Während die wehrhistorische Forschung meist die monumentalen Großmasserien dokumentiert, bleibt die Masseria Volpi ein seltenes, unverfälschtes Lehrbeispiel für die dezentrale Punktverteidigung durch die ländliche Bevölkerung und Feldwächter. |
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Informationen für Besucher
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Geografische Lage (GPS)
WGS84:
39°54'40.6" N, 18°13'16.0" E
Höhe: 121 m ü. NN |
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Topografische Karte/n
Masseria Volpi auf der Karte von OpenTopoMap |
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Kontaktdaten
k.A. |
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Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Privatbesitz!
Aufgrund der massiven Baufälligkeit der historischen Decken und Wände besteht akute Einsturzgefahr.
Das Betreten der Ruine sowie des unmittelbaren Nahbereichs ist lebensgefährlich und strengstens untersagt. |
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Anfahrt mit dem PKW
Von der Schnellstraße (SS274) Salve–Gemini–Ugento kommend auf die alte Verbindungsstraße in Richtung Acquarica del Capo (bzw. umgekehrt in Richtung Gemini) abbiegen.
Das Objekt liegt im ländlichen Außenbereich (Contrada Volpi) direkt an dieser zentralen historischen Achse, exakt auf halber Strecke zwischen beiden Orten.
Parkmöglichkeiten am unbefestigten Fahrbahnrand oder den angrenzenden Feldwegen möglich. |
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Anfahrt mit Bus oder Bahn
Es gibt keine direkte Haltestelle am Objekt. Die verbleibende Strecke von den Bahnhöfen oder Bushaltestellen im Ortsteil Acquarica del Capo bzw. Gemini (jeweils ca. 2 bis 3 km) muss zu Fuß oder per Taxi zurückgelegt werden.
Bahn:
Der nächstgelegene Bahnhof ist Presicce-Acquarica (an der Bahnstrecke Novoli–Gagliano del Capo der Ferrovie del Sud Est), der rund 3 km südöstlich des Objekts liegt. Ein weiterer Bahnhof befindet sich in Ugento-Taurisano (ca. 7 km nördlich).
Bus:
Regionale Busverbindungen (z. B. Linien der FSE oder das Sommernetz „Salento in Bus“) bedienen Haltestellen in den Ortskernen von Acquarica del Capo und Gemini.
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Wanderung zur Burg
Eine Route führt von Acquarica del Capo aus nach Norden über verkehrsarme Wirtschaftswege und historische Feldwege direkt zur Masseria.
Von dort kann die Tour über den alten Verbindungsweg weiter nach Gemini oder zur nahegelegenen Masseria Celsorizzo fortgesetzt werden.
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Öffnungszeiten
Nur Außenbesichtigung möglich.
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Eintrittspreise
kostenlos
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Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
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Gastronomie auf der Burg
keine
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Öffentlicher Rastplatz
keiner |
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Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
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Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine |
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Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer nur von außen erreichbar. |
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Bilder
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Grundriss
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keine Grundriss verfügbar
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Historie
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16. Jh.
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Errichtung der Wehranlage und des befestigten Wirtschaftsgebäudes zum Schutz der lokalen Olivenölproduktion. Bauhistorischer Typus der Casa fortificata.
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1671
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Einbindung der küstennahen und landeinwärts gelegenen Schutzhöfe in das defensive Netz gegen osmanische Überfälle.
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1776
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Strukturierte Erfassung der agrarischen Erträge des Umlandes im Kontext der historischen Hirten- und Agrarordnungen Apuliens.
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1982–1995
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Systematische bauhistorische und typologische Einordnung der Anlage im Kontext des befestigten Systems der Provinz Lecce.
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2001
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Erste umfassende Dokumentation der mündlichen Geschichte, Toponymie und rurallandschaftlichen Merkmale der Contrada Volpi.
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2026
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Das geschützte Agrarmonument befindet sich in einem akut kritischen und stark gefährdeten statischen Zustand.
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Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
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Literatur
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- Calderazzi, Antonella - L'architettura rurale in Puglia. Le masserie | Fasano, 2003
- Costantini, Antonio - Il sistema difensivo del Salento tra torri costiere, masserie fortificate e case-torri | Galatina, 2024
- Costantini, Antonio - Le masserie del Salento. Dalla masseria fortificata alla masseria-villa | Galatina, 1995
- Daquino, Cesara - Masserie del Salento | Lecce, 2008
- Mongiello, Luigi - Le Masserie di Puglia. Organismi architettonici ed ambiente territoriale | Bari, 1996
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Webseiten mit weiterführenden Informationen
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