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MASSERIA TRIGGIANO
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Provinz Bari
| Bari |
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Informationen für Besucher |
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Grundriss |
Historie |
Literatur |
Links
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Allgemeine Informationen
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| Lage |
Die Masseria Triggiano befindet sich im heutigen Randgebiet nordwestlich des Stadtzentrums von Bari im Quartiere San Paolo.
Topografisch liegt die Anlage auf dem östlichen Hochufer der geologisch bedeutsamen Karstschlucht Lama Balice, einer alten Kultur- und Naturlandschaft.
Die Anlage liegt strategisch im Hinterland der adriatischen Küste, zu der die Luftlinie ca. 4,5 Kilometer beträgt. Das historische Zentrum von Bari (Bari Vecchia) liegt nordöstlich entfernt, während das westliche Nachbarzentrum Bitonto landeinwärts situiert ist.
Die Masseria lag historisch exakt im Grenzgebiet zwischen dem antiken Varinus ager und dem Botontinus ager an der historischen Verbindungsstraße (via pubblica) zwischen Bari und Bitonto.
In direkter nordsüdlicher Nachbarschaft entlang des Lama-Verlaufs finden sich weitere historische Wehrhöfe, darunter die Masseria Scorcia und die Ruinen des mittelalterlichen Casale Cammarata.
Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Tals bzw. in Sichtweite an der heutigen Viale Europa liegt zudem die Masseria Caggiano, der größte historische Wehrhof dieses Schlucht-Abschnitts. |
| Nutzung |
leerstehend |
| Bau/Zustand |
Die Masseria fortificate Triggiano ist ein bedeutendes, wenngleich heute stark gefährdetes Beispiel für einen ländlichen Wehrhof des apulischen Barockzeitalters.
Der bauliche Zustand ist kritisch. Das Objekt leidet unter akutem Verfall, Vandalismus. Das Objekt ist stark verwildert und von der Natur zurückerobert worden.
Der Bau und die fortlaufende Befestigung der Anlage spiegeln zwei unterschiedliche Epochen der Bedrohung wider.
15. und 16. Jahrhundert (Osmanische Korsaren):
Die absolute Hochphase der großflächigen Piratenüberfälle durch staatlich gestützte osmanische Flotten (u.a. Errichtung der küstennahen Torri costiere). Zu dieser Zeit entstanden die ersten, rein defensiven quadratischen Wehrtürme im Hinterland von Bari als Zufluchtsorte.
17. und 18. Jahrhundert (Barbaresken, Uskoken & Briganten):
Nach der Schlacht von Lepanto (1571) verlagerte sich die Gefahr auf asymmetrische Raubzüge nordafrikanischer Barbaresken-Piraten und christlicher Uskoken. Gleichzeitig florierte im Landesinneren das Räuberwesen.
Da diese Epoche mit einer enormen wirtschaftlichen Expansion (Getreide- und Olivenöl-Export) zusammenfiel, mussten neu angelegte Agrarkomplexe zwingend festungsartig abgesichert werden.
Ein massiver, umlaufender Mauerring umschließt das gesamte Kernareal. Der Zugang erfolgt von Osten her über ein repräsentatives, rundbogiges Portal. Ursprünglich verfügte der zentrale Turm über ein wehrhaftes System, worauf Spuren einer ehemaligen Zugbrücke (ponte levatoio) hindeuten.
Agrarhistorische Funktion & Territorialer Befestigungsring:
Neben der Wehrfunktion war die Masseria primär ein landwirtschaftlicher Großbetrieb. Davon zeugen im Erdgeschoss und in den Anbauten des 18. Jahrhunderts weitläufige Wirtschaftsräume mit charakteristischen Tonnengewölben.
Eine fundamentale Agrarfunktion besaß die Ölgewinnung: Unter der Masseria liegt eine monumentale, in den Kalkfels geschlagene unterirdische Ölmühle, die über autarke Zugänge erreichbar war.
Besonders auffällig ist hierbei der große, westseitige Kaminschlot zur Entlüftung der unterirdischen Pressanlage, der strukturell fast vollkommen identisch mit der Anlage der gegenüberliegenden Masseria Caggiano ist.
Im territorialen Befestigungsring bildete die Gesamtanlage zusammen mit den Nachbarbauten eine dichte Verteidigungskette im Umland von Bari.
Masseria Maselli-Alberotanza (historisch Gironda): Das befestigte Hauptquartier des östlichen Quadranten, bekannt für seine wuchtigen, geschlossenen Wehrmauern und barockisierten Wohnflügel.
Masseria Caggiano: Das repräsentative westliche Gegenüber – ein architektonisch herausragender Wehrhof, der aufgrund seiner weithin sichtbaren, prachtvollen Aussichts-Loggia des 18. Jahrhunderts und einer erhaltenen Wach-Garitte als die „Königin“ dieses Schlucht-Abschnitts gilt.
Masseria Scorcia: Der nördliche Vorposten – eine stark befestigte Anlage, die direkt an der strategisch wichtigen Flanke der Lama Balice positioniert war, um herannahende Truppen oder Plünderer frühzeitig entlang des Talbettes abzufangen.
Masseria Misciagna: Der landeinwärtige Signal-Knotenpunkt – ausgestattet mit einer exponierten Dachterrasse auf dem zentralen Wehrturm, die als primäre Plattform für optische Signalfeuer (focari) im rückwärtigen Murgia-Vorland diente. |
| Typologie |
Masseria fortificata (befestigter Bauernhof / Wehrmasseria) - Masseria turrita (Turmmasseria)
Baugeschichtlich klassifiziert sich die Anlage als zweigeschossige Turmmasseria. |
| Sehenswert |
- Der Wehrturm:
Kernbau aus dem 17. Jahrhundert mit markanter barocker Kubatur.
- Rundbogiges Hauptportal:
Befestigtes Eingangstor in der östlichen Begrenzungsmauer.
- Gewölbearchitektur:
Gut erhaltene Reste von Stichkappengewölben in den barocken Wirtschaftsflügeln.
- Frantoio Ipogeo (unterirdische Ölmühle):
Die weitläufige, unterirdische Struktur der historischen Olivenölpresse im Felsfundament.
- Ehemalige Guts-Kapelle:
Sakraler Anbau des 18. Jahrhunderts an der Südseite.
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| Bewertung |
Die Masseria Triggiano ist ein Schlüsselzeugnis für die ländliche Architekturgeschichte der Terra di Bari und dokumentiert die Transformation von rein defensiven Wehrtürmen des 17. Jahrhunderts zu komplexen barocken Agrarkomplexen des 18. Jahrhunderts.
Die Anlage zeigt exemplarisch das Zusammenspiel von passiver Verteidigung (äußerer Mauerring), aktiver Verteidigung (Zentralturm mit ehem. Zugbrücke) und der Ausnutzung des Geländes (Nutzung der Lama-Kanten und unterirdischer Höhlensysteme als Fluchtwege). |
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Informationen für Besucher
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Geografische Lage (GPS)
WGS84:
41°07'54.0" N, 16°47'29.0" E
Höhe: 20 m ü. NN |
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Topografische Karte/n
Masseria Triggiano auf der Karte von OpenTopoMap |
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Kontaktdaten
k.A. |
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Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Privatbesitz!
Das Betreten der Ruinen ist wegen akuter Einsturzgefahr von Decken, Gewölben und Treppenanlagen strengstens verboten.
Die unterirdischen Ipogeo-Räume sind ungesichert; es besteht die Gefahr von tiefen Sturzschächten.
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Anfahrt mit dem PKW
Von der Schnellstraße SS16 (Tangenziale di Bari) die Ausfahrt Richtung Quartiere San Paolo nehmen. Den lokalen Straßen des Viertels in Richtung der Kante des Regionalparks Parco della Lama Balice folgen.
Keine offiziellen Besucherparkplätze direkt am Objekt vorhanden.
Parkmöglichkeiten bieten sich nur am Straßenrand in den angrenzenden Wohngebieten des Quartiers San Paolo. |
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Anfahrt mit Bus oder Bahn
Es gibt keine direkte Haltestelle am Objekt.
Von den Haltestellen bzw. Bahnhöfen verbleibt ein längerer Fußweg über unbefestigte Agrarwege und Trampelpfade des Parks bis zur Masseria.
Bahn:
Mit der FG-Metropolitanbahn (Ferrovie del Nord Barese) ab Bari Centrale bis zur Station Bari San Paolo oder Tesoro.
Bus:
Lokale AMTAB-Buslinien (z.B. Linien in das Viertel San Paolo). |
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Wanderung zur Burg
Die Masseria ist in das kulturhistorische Wegenetz des Parco Lama Balice eingebunden. Feste Wanderschuhe sind zwingend erforderlich.
Eine empfehlenswerte Route startet an den offiziellen Parkzugängen und führt entlang des Betts der alten Karstschlucht.
Die Wanderung verbindet die archäologischen Spuren der antiken Via Traiana, die benachbarten Höhlen- und Ipogeo-Strukturen (z.B. Ipogeo Cammarata), die Ruinen des mittelalterlichen Casale Cammarata, die Masseria Scorcia sowie – über eine erweiterte Schleife auf die andere Talseite – die architektonisch herausragende Masseria Caggiano mit der Masseria Triggiano.
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Öffnungszeiten
Nur Außenbesichtigung möglich.
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Eintrittspreise
kostenlos
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Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
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Gastronomie auf der Burg
keine
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Öffentlicher Rastplatz
keiner |
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Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
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Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine |
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Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer nur Außenansicht möglich. |
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Bilder
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Grundriss
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keine Grundriss verfügbar
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Historie
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Spätes 16. / frühes 17. Jh.
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Errichtung des kompakten Wehrturms im Typus der Masseria fortificata a torre; Anlage des funktionalen Frantoio Ipogeo im Felsfundament mit Hauptzugang unter der Zugbrücke.
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18. Jh.
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Anbau des Wirtschaftsflügels mit Tonnengewölbe, Errichtung des großen Entlüftungsschlots (analog zur Masseria Caggiano) und der äußeren Ringmauer mit dem östlichen Rundbogenportal.
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Spätes 20. Jh.
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Fortschreitende Aufgabe der landwirtschaftlichen Funktion, bauliche Schließung historischer Durchgänge für Behelfsräume; wissenschaftliche Dokumentation der Bausubstanz durch Calderazzi (1984/1989).
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Frühes 21. Jh.
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Dokumentation des kritischen Ruinenstatus, der Vegetationsüberwucherung und Einsturzgefahren der Masseria.
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Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
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Literatur
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- Calderazzi, Antonella - L'architettura rurale in Puglia. Le masserie. Schena Editore, Fasano, 2003
- Calderazzi, Antonella - L'aspetto tipologico-architettonico della masseria. In: Le trasformazioni del territorio in Terra di Bari nell'età moderna | Bari, 1984 | S. 24-32
(Erweiterte Neuauflage unter dem Titel: L'architettura rurale in Puglia. Le masserie, Fasano, Schena Editore, 1989/2003)
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