STADTBEFESTIGUNG ÁVILA
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Allgemeine Informationen
Avila ist mit einer Höhe von 1127 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens. Avila gehört heute zum Unesco Weltkulturerbe.

Die gewaltige Stadtmauer die die Altstadt in einem langgezogenen rechteckigen Grundriss umschließt, ist 2557 Meter lang, im Durchschnitt 12 Meter hoch, 3 Meter breit und besitzt 88 Türme. Bis auf die Tortürme vom Rastro-Tor, dem Santa Theresa-Tor und dem Carmen-Tor treten alle Türme rund aus der Mauer hervor. Bei der Besichtigung der Stadtmauern fällt auf, dass sich keinerlei Schießscharten in den Mauern und Türmen befinden. Die Verteidigung scheint ausschließlich von den Wehrgängen der Mauern und Türme geführt worden zu sein. Die Wehranlagen gehören heute zu den besterhaltenstens und vollständigsten mittelalterlichen Stadtbefestigungen des 11. Jahrhunderts auf der Welt. Schließlich sind die Stadtmauern anderer vergleichbarer Städte wie Carcassonne, Dubrovnik oder Rothenburg ob der Tauber in deutlich späteren Jahrhunderten entstanden.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 40°39'25.1" N, 4°42'08.3" W
Höhe: 1131 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Neben der Stadtmauer ist es vorallem die geschlossene mittelalterliche Bausubstanz innerhalb der Mauern, die den Charme von Avila ausmachen. Das Gewirr aus kleinen Gassen und mittelalterlicher Architektur sucht seines Gleichen.
Vorallem die Kathedrale von Avila, gleichzeitig Gotteshaus und Wehranlage beeindruckt. Sie ist eine der ältesten gotischen Kathedralen ganz Spaniens und sollte unbedingt besichtigt werden. Daneben sind noch einige schöne Stadtpäläste und Wehrtürme, ähnlich wie in der italienischen Stadt San Gimignano, erhalten. Der schönste Palast ist der am Rastro-Tor gelegene Palacio de los Dávila deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert reichen. In der Nähe liegt auch der Guzmanes-Turm aus dem 15. Jahrhundert.

Gegen Abend lohnt ein Abstecher auf die Ostseite des Rio Adaja zum Aussichtspunkt Humilladero de Los Cuatro Postes der sich direkt an der Straße nach Salamnca befindet. Von hier hat man zweifelsohne den schönsten Blick auf Avila.
Anfahrt mit dem PKW
Die Provinzhauptstadt Avila ist von Madrid aus hervorragend mit dem PKW zu erreichen.
Auch die Anbindung von den anderen Richtungen, etwa Toledo oder Segovia ist ausgezeichnet.
Die befestigte Altstadt ist nicht zu verfehlen, beherrscht sie doch das gesamte Bild der Stadt.

Zumeist kostenpflichtige Parkplätze in und um die Altstadt.
Mit Glück findet man sowohl in als auch vor der Altstadt kostenlose Parkplätze.
Wenn man jedoch nicht unbedingt muss, sollte man auch nicht in die befestigte Altstadt hineinfahren, obwohl man sich trotz der engen Gassen recht gut zurechtfindet, denn alles ist recht übersichtlich. Gut Parken kann man im Bereich zwischen der Puerta de San Vicente und der Puerta del Alcazar. Jedoch beträgt die maximale Parkzeit hier nur zwei Stunden. Während der Nachmittagsstunden und von 20.00 Uhr abends bis 10.00 Uhr morgens ist das Parken hier kostenlos. Dies kann sehr nützlich sein wenn man in einem der an dieser Stelle liegenden Hotels übernachtet. Kostenlose und daher sehr begehrte Parkplätze finden sich u.a. an der Straße Paseo de la Ronda Vieja zwischen der Puerta de San Vicente und der Puerta del Carmen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Die Provinzhauptstadt Avila ist von Madrid aus hervorragend mit Bus und Bahn zu erreichen.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Die gesamte Stadtmauer lässt sich von außen hervorragend besichtigen.
Große Teile der Befestigungsanlagen, Türme und Tore lassen sich direkt von den Wehrgängen erkunden. Die Aufstiege zu den Mauern befinden sich zum Einen in der Puerta de la Catedral, von wo aus man die Stadtmauer entgegen des Uhrzeigersinns bis zur Puerte del Carmen begehen kann. Zum Anderen kann man auch an der Puerta del Carmen hinaufgehen und in entgegengesetzer Richtung bis zur Puerta de la Catedral laufen. Ein weiterer Teil der Stadtmauer ist von der Puerta del Alcazar aus zu besichtigen. Hier kann ein Stück zwischen Kathedrale und Ost-Süd Ecke der Stadtmauer besichtigt werden, der nicht von den anderen beiden Aufstiegspunkten zu erreichen ist.
März - Oktober
Täglich: von 10:00 - 20:00 Uhr
Montag: geschlossen
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Öffnungszeiten.
Eintrittspreise
Erwachsene: 5,00 EUR
Ermäßigt: 3,50 EUR
Dienstag von 14:00 - 16:00 Uhr: kostenlos
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Eintrittspreise.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
k.A.
Bilder
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Grundriss
Grundriss Stadtbefestigung Avila
  1. Humilladero de Cuatro Postes
  2. Kathedrale
  3. Kirche San Vicente
  4. Puerta del Puente
  5. Puerta del Carmen
  6. Puerta del Mariscal
  7. Puerta de San Vicente
  8. Puerta de la Catedral
  9. Puerta del Alcazar
  10. Puerta del Rastro
  11. Puerta de la Santa
Quelle: Leonardy, Heribert J. & Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 65
(durch Autor leicht aktualisiert)
Historie
bis zum 8. Jh. Erste Spuren von Avila reichen bis zur keltiberischen Periode zurück. Danach besiedeln die Römer die Stadt, die sie Avela nannten. Nach den Römern besiedelten die Westgoten die Stadt.
Anfang 8. Jh. Avila wird durch die Araber unter Tarik erobert. Sie reissen die römischen Befestigungen nieder und bauten selber neue Stadtmauern.
742 Unter Alfons I. wird die Stadt wieder durch die Chriten erobert.
785 Avila wird durch Abderramán I. zurückerobert. In den folgenden Jahrhunderten wechselt Avila mehrmals den Besitzer und ist abwechselt Arabisch und Christlich.
1085 Alfons VI. erobert Toledo. In Zuge dessen fällt auch Avila zurück in christliche Hände.
1090 - 1099 Raimund von Burgund, der Schwiegersohn Alfons VI. von Kastilien und León wurde durch diesen mit der Neubesiedlung und der Befestigung von Avila beauftragt. Ergebnis dieser 1099 abgeschlossenen Baumaßnahmen sind die heute noch vorhandenen Befestigungsanlagen die die gesamte Stadt umschließen.
1105 Sancho Sánchez Zurraquin kämpft an der Spitze einer Reiterlegion aus Avila in Aragon gegen die Araber. Nach dem Sieg kommt der Beiname der Stadt auf, Avila der Ritter.
1109 Der Legende nach verteidigte eine Armee von als Rittern verkleideter Frauen unter Jimena Blázquez die durch die Araber belagerte Stadt Avila, während die meisten Ritter weit entfernt von der Stadt waren und ihrerseits gegen die Araber kämpften.
12. Jh. König Alfonso I. (vermutlich von Aragon und Navarra) belagert Avila. Er verlangte 60 Ritter aus Avila als Geiseln um sich so sicher in der Stadt mit seinem Stiefsohn Alfonso zu treffen. Der Legende nach wurden alle 60 Ritter ermordert. Der Ort an dem die Ritter aus der Stadt ritten heißt heute Unglückstor.
1177 & 1246 Wieder sind es die Ritter von Avila, die bei der Eroberung von Cuenca 1177 und bei der Eroberung von Jaén 1246 großen Ruhm erlangten. Alfonso X. verlieh der Rittern von Avila danach das Recht, als Vorhut in die Schlacht zu reiten.
1284 Sancho IV. wird in der Kathedrale von Avila zum König von Kastilien ausgerufen.
ab 13. Jh. Fortan ist Avila immer wieder Schauplatz der verschiedensten historischen Ereignisse. So hat Juan II. das Getreidemass Topf von Avila 1436 als gesetzlich vorgeschriebene Maßeinheit für ganz Kastilien eingeführt.
1468 Bei der Rebellion gegen Heinrich iV. versammeln sich die Aufständischen in der Kathedrale.
1520 Diesmal sind es die Aufständischen aus Kastilien die sich in der Kathedrale versammeln und sich gegen den Zentralismus Karls I. erhoben.
16. Jh. Vorallem durch Textilhandwerk gelangt Avila zu großer wirtschaftlicher Bedeutung. Darüberhinaus wird Avila ab dem frühen 15. Jahrhundert auch als Stadt der Heiligen und Gesänge bezeichnet. Dies nicht zuletzt wegen der am 28. März 1515 in Avila geborenen Teresa Sánchez de Cepeda Dávila y Ahumada.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Editorial Escudo de Oro, S.A. - Ganz Avila und Provinz | Barcelona, 1987
  • Leonardy, Heribert J. & Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 65 f
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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