BURGSTELLE WERDEGG
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Allgemeine Informationen
Der langgezogene, heute bewaldete Burghügel von Werdegg wird durch drei Gräben unterteilt. Auf den beiden Plateaus verteilten sich einst Haupt- und Vorburg, von denen keine Mauerspuren mehr erkennbar sind. Die Anlage war Wohnsitz der von 1229 bis 1312 erwähnten Ritter von Werdegg, gehörte später den Landenbergern und schliesslich den Herren von Hinwil. Im Mai 1444 wurde die Burg durch die Eidgenossen zerstört.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 22' 00.30“ N, 08° 49’ 57.90“ E
Höhe: 705 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 705.300 / 247.150
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Winterthur der Kantonsstrasse 15 in südöstlicher Richtung das Tösstal aufwärts bis nach Saland folgen. Im Ort rechts in die Hittnauerstrasse einbiegen und dieser in südwestlicher Richtung folgen. Kurz nach dem Weiler Fischbach links in die Haselstrasse abbiegen und nun in südlicher Richtung über Hasel in Richung Oberhittnau weiter fahren. Kurz vor den ersten Häusern von Hittnau erhebt sich westlich der Strasse der Burghügel. Parkmöglichkeiten beim Schützenhaus.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Zürich mit der S-Bahn (Linie 3) bis nach Pfäffikon ZH. Nun weiter mit der Buslinie 837 in Richtung Hittnau bis nach Hittnau, Luppmen. Der Burghügel befindet sich rund 300 Meter nördlich der Haltestelle.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Picknickplatz mit Feuerstelle auf dem Areal der Vorburg
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Werdegg
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2001
Historie
Die Ritter von Werdegg werden 1229 erstmals erwähnt und es ist anzunehmen, dass die gleichnamige Burg kurz zuvor entstanden ist. Ihr Name lässt sich von der Topografie ableiten: «Werd» (= trockenes Land zwischen Sümpfen) und «egg» (= länglicher Hügel) beschreibt die Lage sehr treffend. Der Burghügel, im Gelände auch heute noch von weither erkennbar, wurde durch drei unterschiedlich tiefe Abschnittsgräben unterteilt. So entstanden zwei Plateaus. Auf der kleineren, südlichen Fläche erhob sich offenbar die Kernburg, auf der nördlichen eine geräumige Vorburg.

Die Herren von Werdegg waren Dienstleute des Klosters St. Gallen und der Grafen von Rapperswil. Nach 1312 verschwinden sie aus den Schriftquellen. Ähnliche Siegel legen nahe, dass sie eng verwandt waren mit den Herren von Landenberg im nahen Tösstal. Spätestens 1322 setzte sich jedenfalls ein Zweig dieser aufstrebenden Adelsfamilie auf der Burg fest und nannte sich fortan «von Landenberg-Werdegg».
1383 kam die Herrschaft Werdegg an die Herren von Breitenlandenberg, 1413 an den Zürcher Bürger Hans Göldi. 1440 befand sich die Burg im Besitz der Ritter von Hinwil. Im Mai 1444 war Friedrich von Hinwil Herr über Werdegg, als die Eidgenossen nach der Eroberung von Greifensee heranzogen und auch diese Burg zerstörten.

Werdegg blieb Ruine und wurde 1486 an einen Bauern aus der Gegend verkauft. Fortan wurde die Burg als Steinbruch ausgebeutet, im 17. Jhdt. beispielsweise für den Neubau des Pfarrhauses, die Erneuerung der Kirche in Hittnau und später auch für den Bau einer Fabrik. Erst 1891/92 und 1902 wurden zwei unwissenschaftliche Grabungen durchgeführt. Dabei sollen in der südlichen Ecke der Kernburg die Fundamente eines Turms entdeckt worden sein. In diesem Teil der Anlage fand man auch eiserne Geräte und Ofenkacheln. In der Vorburg hingegen wurden mehrere Steinkugeln von bis zu 14 cm Durchmesser entdeckt – vielleicht Zeugen des Angriffs von 1444.
Im Sommer 2000 wurde auf dem Hügel, der heute der Schulgemeinde Hittnau gehört, ein Gedenkstein angebracht. Ansonsten weisen im Gelände nur noch die Burggräben auf die ehemalige Wehranlage hin.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burgstelle
Literatur
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 106
  • Gubler, Hans Martin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster | Basel, 1978 | S. 276
  • Zeller-Werdmüller, Heinrich - Zürcherische Burgen | In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. | Zürich, 1894-1895 | S. 379
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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