BURG LUNKHOFEN
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Allgemeine Informationen
Markanter, durch einen Graben gesicherter Burghügel am Rand eines bewaldeten Tobels bei Oberlunkhofen. Sichtbar sind geringe konservierte Mauerreste eines Turms oder Wohntrakts. Die Burg Lunkhofen war der Stammsitz einer ab 1166 erwähnten gleichnamigen Ritterfamilie.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 19' 07.50" N, 08° 23' 19.92" E
Höhe: 483 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 671.840 / 241.310
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Oberlunkhofen liegt im Reusstal an der Zugerstrasse, zwischen Bremgarten und Ottenbach. Im Zentrum bergseits in die Kelleramtstrasse in Richtung Arni einbiegen und dieser bis kurz vor der zweiten Kehre folgen. Hier zweigt nach Norden der Rebenweg ab, der bald in eine Naturstrasse übergeht. An dieser Stelle führt rechts ein Pfad am Wiesenrand in wenigen Schritten hinauf zum Wald, wo sich gleich am Rand der Burghügel befindet. Wenige Parkmöglichkeiten vor Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Zürich mit der S-Bahn (Linie 9) bis nach Birmensdorf. Ab hier weiter mit der Buslinie 215 (in Richtung Affoltern am Albis) bis zur Haltestelle Oberlunkhofen, Oberdorf. Ab hier obiger Wegbeschreibung folgen.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Rastplatz mit Feuerstelle im Burgareal
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Lunkhofen
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2007 gemäss eigenen Beobachtungen und auf Basis von Suter, E. - Die Burg Lunkhofen | In: Unsere Heimat: Jahresschrift der historischen Gesellschaft Freiamt, IX. Jhg. | Wohlen, 1935 | S. 10
Historie
Im Hochmittelalter war der Dinghof Lunkhofen Teil eines Besitzkomplexes des elsässischen Klosters Murbach. Das klösterliche Lehen taucht 1259 in den Händen der Grafen von Habsburg auf. 1291 konnten diese Lunkhofen und weitere Güter vom Kloster Murbach kaufen. Vor Ort wurden diese Besitzungen von einer Ministerialenfamilie verwaltet.
Erstmals erwähnt werden die Ritter von Lunkhofen mit Rudolf, der 1166 als Zeuge im Gefolge des Bischofs von Konstanz auftrat. Spätestens 1220 besass die Familie das Bürgerrecht von Zürich, denn damals waren Ritter Johannes von Lunkhofen und seine drei Söhne in der Stadt ansässig. Das Geschlecht brachte es hier zu einigem Ansehen und stellte verschiedentlich Ratsherren und Schultheissen. Um 1290 legte sich die Familie den Beinamen «Snewli», später «Schneli» zu. Dieser ersetzte später den ursprünglichen Familiennamen ganz.

Die Burg Lunkhofen, am Rand eines Bachtobels zwischen Ober- und Unterlunkhofen gelegen, wird allgemein als Stammsitz der gleichnamigen Adelsfamilie betrachtet. Schriftliche Nachrichten über ihre Erbauung und ihren Untergang fehlen. Nur im 14. Jhdt. wird sie im Besitz der Herren von Trostberg erwähnt, welche ihre Rechte 1414 an die Stadt Bremgarten veräusserten. Spätestens damals dürfte die Anlage aufgegeben worden sein. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie bereits drei Jahrzehnte früher gewaltsam zerstört wurde. Im Innern des trapezförmigen Hauptbaus sind nämlich Reste von verkohlten Balken gefunden worden. Diese und weitere Brandspuren am nördlichen Rand des Areals lassen vermuten, dass die Burg durch ein Feuer vernichtet wurde. Zu den wenigen Fundgegenständen von der Ruine zählen ausserdem vier Pfeilspitzen, die auf die Zeit des Sempacherkriegs (1386) datiert werden.

1933 erwarb ein Nachfahre der Ritter von Lunkhofen, Gustav Schneli auf Schloss Vuippens (FR), den Burghügel. Mit seiner Unterstützung unternahm die Historische Gesellschaft Freiamt 1933/34 eine Ausgrabung. Es konnten dabei allerdings nur noch geringe Mauerspuren freigelegt und konserviert werden, deren Bedeutung zudem unklar ist. Es handelt sich um ein trapezförmiges Objekt, das einst der Wohntrakt der Burg Lunkhofen gewesen sein könnte. Auf der Aussenseite (Westen) ist die Mauer bis zu 3 Meter stark, auf der Innenseite (Süden) hingegen nur 2 Meter. Des weiteren wurden auf der Kuppe des Burghügels Fundamente eines im Grundriss 3 x 3 Meter messenden Gebäudes entdeckt, die heute jedoch nicht mehr sichtbar sind. Die Ausgräber haben hier einen «Beobachtungsturm» vermutet.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 32
  • Bosch, Reinhold - Die Burgen und Schlösser des Kantons Aargau | Aarau, 1949 | S. 94-95
  • Felder, Peter - Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. IV: Der Bezirk Bremgarten | Basel, 1967 | S. 385
  • Suter, E. - Die Burg Lunkhofen | In: Unsere Heimat: Jahresschrift der historischen Gesellschaft Freiamt, IX. Jhg. | Wohlen, 1935 | S. 10-13
Webseiten mit weiterführenden Informationen
    k.A.
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