BURG LIELI (NÜNEGG)
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Allgemeine Informationen
Kompakte, schön gelegene Ruine einer kleinen Rodungsburg aus dem 13. Jhdt. beim Dorf Lieli. Sie wurde 1386 im Sempacherkrieg durch die Luzerner zerstört. Wegen ihrem unregelmässigen Grundriss wird die Burg auch «Nünegg» (Neuneck) genannt.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 12' 31.91" N, 08° 18' 13.95" E
Höhe: 707 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 665.550 / 229.020
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Luzern über Emmenbrücke und weiter auf der Hauptstrasse 26 in nördlicher Richtung bis Ballwil fahren. Ab hier in nordöstlicher Richtung weiter auf der Hohenrainstrasse über Ottenhusen, Oberebersol und Hohenrain bis nach Lieli. Parkmöglichkeiten im Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Luzern oder ab Lenzburg mit dem Regionalzug (S9) bis Hitzkirch. Ab hier weiter mit der Buslinie 2 in Richtung Kleinwangen bis zur Haltestelle Lieli, Dorf.
Wanderung zur Burg
Vom Dorfzentrum dem gut ausgeschilderten Wanderweg rund 500 Meter bergauf folgen.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Feuerstelle in der Burgruine
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Lieli
Quelle: Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 8: Kantone Luzern und Aargau | Zürich, 1982 | S. 25 | überarbeitet von O. Steimann, 2005
Historie
Die Burg Lieli erhebt sich auf einem Sandsteinhügel über dem gleichnamigen Dorf und bildete im Mittelalter das Zentrum einer kleinen Rodungsherrschaft im Machtbereich der Grafen von Kyburg. Das Mauerwerk kann in die erste Hälfte des 13. Jhdt. datiert werden, und die Burg ist offenbar in nur einer Bauetappe entstanden. Ob eine Vorgängeranlage existiert hat, ist unbekannt. Das Zentrum der Burg bildete der massive Bergfried mit einer Mauerstärke von rund 2 Metern. Er wurde, ebenso wie der Wohntrakt, inwendig an die 1,5 Meter dicke Ringmauer angelehnt. Das Tor auf der Südseite verfügte über ein Fallgitter.

1223 werden die Gebrüder Walther und Werner «de Liela» erstmals in einer Urkunde erwähnt. Sie waren Dienstleute der Kyburger, und ihre Eltern hatten der benachbarten Johanniterkommende Hohenrain verschiedene Güter geschenkt. Diese Schenkungen wurden 1230 bestätigt.
Walther von Lieli trat um 1256 selbst dem Ritterorden bei und starb 1262 als Johanniter auf Burg Hohenrain. Sein gleichnamiger Sohn wurde Deutschordensritter und als solcher Komtur der etwas weiter nördlich gelegenen Kommende Hitzkirch.

Nach dem Aussterben der Kyburger traten die Herren von Lieli in den Dienst der Grafen von Habsburg, doch bereits in der ersten Hälfte des 14. Jhdts. starb der letzte männliche Vertreter der Familie. Durch Anna von Lieli gelangte die Burg zunächst an deren Ehemann Henman von Grünenberg. Nächster Besitzer war Ritter Rudolf von Schönau, der Elisabeth von Lieli geheiratet hatte. Er kämpfte im Sempacherkrieg auf Seiten der Habsburger gegen die Eidgenossen. Dies besiegelte das Schicksal von Lieli, denn im Frühjahr 1386 zogen die Luzerner vor die Burg und zerstörten sie gründlich. Am 9. Juli desselben Jahres fiel Rudolf von Schönau in der Schlacht von Sempach.

Lieli blieb danach Ruine. Das Erbe fiel zunächst wieder den Herren von Grünenberg zu. 1431 verkaufte Wilhelm, der Sohn des Henmann von Grünenberg, die bereits nur noch als «Burgstall» bezeichnete Anlage samt der zugehörigen Güter an die benachbarten Herren von Heidegg. Die beiden Herrschaften wurden so verschmolzen. Spätmittelalterliche Fensteröffnungen am Bergfried könnten darauf hindeuten, dass Lieli zu diesem Zeitpunkt nochmals hergerichtet wurde. Die Schriftquellen berichten jedoch nichts über spätere Bewohner der Burg.
Von den Bewohnern der Umgebung wurde die Burg nach ihrem Niedergang als Steinbruch ausgebeutet. Seit dem 19. Jhdt. befindet sich die Ruine jedoch im Besitz des Kantons Luzern. Erste Freilegungs- und Konservierungsarbeiten wurden 1929 bis 1931 durchgeführt. 1984 und 2004 wurde das Mauerwerk teilweise ausgebessert, war aber schon wenige Jahre später derart rissig, dass die Burg abgesperrt werden musste. Nach einer umfassenden Sanierung wurde sie im Frühling 2016 der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Neu verfügt die Ruine über eine begehbare Aussichtsplattform.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 417
  • Farnum, Jerome H. - 20 Ausflüge zu romantischen Burgruinen in der Schweiz | Bern/Stuttgart, 1976 | S. 121-122
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 5: Luzern, Zug | Kreuzlingen, 1969 | S. 60-62
  • Heinemann, Franz - Die Burgen und Schlösser des Kantons Luzern | Basel, 1929 | S. 54-55
  • Karrer, Peter - Burgenarchäologie im Kanton Luzern – ein Lauf durch die Forschungsgeschichte | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 17. Jhg./Nr. 2 | Basel, 2012 | S. 71-72, 75, 79-80
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 8: Kantone Luzern und Aargau | Zürich, 1982 | S. 24-25
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 254-255
  • Reicke, Daniel - «von starken und grossen flüejen»: Eine Untersuchung zu Megalith- und Buckelquader-Mauerwerk an Burgtürmen im Gebiet zwischen Alpen und Rhein [Schweizerische Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 22] | Basel, 1995 | S. 147-148
  • Reinle, Adolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Bd. VI: Das Amt Hochdorf | Basel, 1963 | S. 222-225
Webseiten mit weiterführenden Informationen
    k.A.
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