BURGSTELLE LIEBENBERG IM BRAND
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Quelle: Herrliberger, David - Neue und vollstaendige Topographie der Eydgnossschaft | Zürich, 1754-1758 | Tafel 18e
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Allgemeine Informationen
Liebenberg war im 13. Jhdt. vermutlich der Sitz der Reichsministerialen «de Libinberg». 1440, im Alten Zürichkrieg, gab sie der damalige Besitzer Rudolf Netstaller kampflos auf, worauf sie von den Schwyzern zerstört wurde. Der 1851 eingestürzte Bergfried verfügte über einen quadratischen Grundriss, war ab dem ersten Obergeschoss jedoch rund. Auf dem bewaldeten Hügel sind heute nur noch vereinzelte Steine der Burg zu sehen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 17' 54.16" N, 08° 43' 36.72" E
Höhe: 476 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 697.430 / 239.410
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Zürich der Forchstrasse bis nach Zumikon folgen und weiter auf der Forch-Schnellstrasse (A52) bis zur Ausfahrt Esslingen. Nun in nördlicher Richtung auf der Usterstrasse weiter, bis nach ca. 400 Metern rechts die Lieburgstrasse abzweigt. Dieser bis zum Weiler Burg folgen (Parkmöglichkeiten). Die Burgstelle liegt unmittelbar östlich des Weilers auf einer bewaldeten Anhöhe.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Von Zürich mit der S-Bahn (Linie 5 oder 15) nach Uster. Ab hier weiter mit der Buslinie 842 (in Richtung Oetwil am See) bis zur Haltestelle Esslingen, Lieburg. Nun der Lieburgstrasse bis zum Weiler Burg folgen (ca. 15 Min. Fussweg).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Liebenberg im Brand
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2010/2011
Historie
Da es im Gebiet des Kantons Zürich mehrere Burgen mit dem Namen Liebenberg gab, ist die Zuweisung einzelner Quellenbelege nicht immer eindeutig. Für die Anlage im Brand bei Mönchaltorf werden die Herren von Liebenberg als Erbauer angenommen. Die neuere Forschung geht davon aus, dass sie von Gefolgsleuten der Herzöge von Zähringen abstammen, die um 1100 in der Umgebung von Rheinfelden lebten und später in der Region um Schaffhausen und Rheinau ansässig waren. Der 1217 erwähnte «Chounradus de Libinberg» wird dieser Familie zugerechnet. Ulrich von Liebenberg, möglicherweise sein Sohn, war um 1244 Reichsministeriale und amtete als Burggraf zu Rheinfelden. Die Familie unterstützte die Staufer und geriet deshalb mit den papsttreuen Grafen von Kyburg in Konflikt. Nach 1253 verschwindet sie aus den Urkunden.

1293 galt die Burg zusammen mit dem halben Meieramt zu Mönchaltorf als ein Lehen der Abtei St. Gallen, das sich damals in den Händen der Familie Giel von Glattbrugg befand. Eine Seitenlinie dieses Geschlechts nannte sich fortan «Giel von Liebenberg». Nachdem Werner Giel aber die Stammburg seiner Familie zugefallen war, verkaufte er 1391 Liebenberg an Hermann Gessler, damals Burgherr im nahen Grüningen. Gessler verpfändete das Lehen 1405 an die Stadt Zürich, löste es aber wahrscheinlich schon kurz darauf zurück. 1408 verkaufte er Liebenberg zusammen mit der Herrschaft Grüningen dann endgültig an die aufstrebende Limmatstadt. Für Zürich war Grüningen als Vogteisitz von Bedeutung – das Pfand Liebenberg gab man hingegen an den Glarner Rudolf Netstaller weiter. Im Alten Zürichkrieg zeigte dieser wenig Lust, sich mit den anrückenden Schwyzern anzulegen. Im Jahr 1440 gab er die Burg kampflos preis, worauf sie weitgehend zerstört wurde.

Liebenberg, auch «Lieberg» genannt, lag auf einer kleinen Anhöhe 1,3 Kilometer südlich von Mönchaltorf. Durch einen breiten Graben wurde das Burgareal auf der Südwestseite vom Umland abgetrennt. Offenbar handelte es sich um eine einfache Anlage mit Bergfried, Wohntrakt und Bering. Die Toranlage wird in der südwestlichen Ecke vermutet. Das besondere Merkmal der Burg war ihr Turm, der bis ins 19. Jhdt. noch 22 Meter hoch aufragte. Sein Sockel mass im Grundriss 9,15 Meter im Quadrat und bestand aus sorgfältig behauenen Bossenquadern. Nach dem ersten Stockwerk ging er jedoch in eine runde Form über. Diese ungewöhnliche Bauweise könnte auf zwei Bauphasen hindeuten, die aber beide ins 13. Jhdt. zu datieren wären. Am 15. November 1851 ist die Turmruine eingestürzt und heute bis auf ein paar wenige Steine verschwunden.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Gubler, Hans Martin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster | Basel, 1978 | S. 690-692
  • Sablonier, Roger - Adel im Wandel: Eine Untersuchung zur sozialen Situation des ostschweizerischen Adels umd 1300 | Göttingen, 1979 | S. 65-67 und S. 113-114
  • Zeller-Werdmüller, Heinrich - Mittelalterliche Burganlagen in der Ostschweiz | In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 47. Jhrg. | Zürich, 1893 | S. 282-283
  • Zeller-Werdmüller, Heinrich - Zürcherische Burgen | In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. | Zürich, 1894-1895 | S. 339-340
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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