BURG KÖNIGSTEIN
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Allgemeine Informationen
Ruine einer Höhenburg auf exponiertem Felskopf am östlichen Ende des Brunnenbergs, hoch über der Benkerklus. Die im späten 12. Jhdt. gegründete Anlage war ein Reichslehen und befand sich bis 1417 im Besitz der Herren von Kienberg. Danach zerfiel sie rasch. Heute sind noch wenige konservierte Mauerzüge der einstigen Kernburg zu sehen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 25' 28.77" N, 08° 02' 00.37" E
Höhe: 610 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 644.880 / 252.820
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Aarau auf der Küttigerstrasse in nördlicher Richtung bis nach Küttigen. Im Ortszentrum links abbiegen auf die Benkersstrasse in Richgtung Benkerjoch. Dieser folgen bis zum Eingang der Benkerklus (Bushaltestelle).
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Aarau mit der Buslinie 136 in Richtung Frick bis zur Haltestelle Küttigen, Benken-Klus.
Wanderung zur Burg
Westlich der Bushaltestelle Benken-Klus steigt gleich hinter der Strasse im Wald ein Felsgrat steil zum Brunnenberg hoch. Ein nur schwer erkannbarer Pfad führt dem Grat entlang über 140 Höhenmeter hinauf zur Burg. Genaue Landkarte empfehlenswert.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Feuerstelle auf dem Burgareal
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Königstein
Quelle: Infotafel auf der Burg | überbeitet von O. Steimann, 2014
Historie
Die Herren von Kienberg, deren früheste Burgen beim gleichnamigen Dorf im Solothurner Jura standen, entstammten einem edelfreien Geschlecht und tauchen 1173 erstmals in einer Urkunde auf. Sie versuchten eine unabhängige Herrschaft aufzubauen und gerieten wohl deshalb in Konflikt mit den mächtigen Grafen von Frohburg. 1241 wurde die jüngere Burg Kienberg in dieser Fehde zerstört, worauf die Familie ihre Herrschaft auf der anderen Seite des Benkerjochs in der Gegend um Küttigen auszubauen versuchte.
Ihr wichtigster Wohnsitz wurde nun die hoch über der Benkerklus gelegene Burg Königstein. Gemäss dem datierbaren Fundgut war die Wehranlage bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jhdts. gegründet worden – wahrscheinlich von den Kienbergern, doch ist dies nicht gesichert. Es wird vermutet, dass Königstein als Ersatz für die zur gleichen Zeit aufgegebene Burg Horen (Rosenberg) errichtet wurde.

Der Burgfels von Königstein, der auf zwei Seiten lotrecht abfällt, bot Platz für eine mehrteilige Anlage und wurde bergseits durch zwei Wälle und Gräben geschützt. Auf dem höchsten Plateau stand die Kernburg: Ein 35 Meter langer und 15 Meter breiter Gebäudekomplex. Die erhaltenen Mauern deuten auf einen wehrhaften Wohnbau hin, der von einem Bering und Nebengebäuden umgeben war. Weitere Mauerspuren am inneren Wall lassen vermuten, dass dort eine Vor- oder Unterburg bestand.

Ritter Jakob von Kienberg amtete um 1270 als Vogt des Klosters Beromünster über den Hof Küttigen. Offenbar versuchte er aber, die Vogtei in eine weltliche Herrschaft umzuwandeln und bestahl und verschleppte mehrfach Gotteshausleute. Auch war Königstein nach Ansicht des Klosters zu Unrecht auf seinem Grund und Boden errichtet worden – ein kaum haltbarer Vorwurf, denn die Burg war damals schon rund hundert Jahre alt und gemäss späteren Quellen ein Reichslehen. Trotzdem strengte Beromünster 1278 einen Prozess an. In den Gerichtsakten wird die Burg «Kiungestein» erstmals schriftlich erwähnt. Das Verfahren endete 1281 mit einem Vergleich: Die Kienberger durften die Burg behalten, ansonsten wurden alle alten Rechte des Klosters garantiert.

Ab 1312 nannte sich eine Seitenlinie der Herren von Kienberg «von Küngstein». Um 1360 kam es jedoch zu Erbstreitigkeiten mit der älteren Kienberger Linie, so dass die Burg und die zugehörigen Güter vorübergehend aufgeteilt wurden. 1389 verkauften die Herren von Kienberg ihre Hälfte der Anlage (als obere Burg bezeichnet) an Petermann von Heidegg. Im frühen 15. Jhdt. befand sich die Herrschaft aber wieder ungeteilt im Besitz der Familie von Kienberg-Königstein. Das Lehen wurde in jener Zeit durch die Grafen von Habsburg-Laufenburg in Vertretung des Reiches verliehen.

1417 verkaufte der Vormund der damals noch unmündigen Brüder Ulrich und Heinrich von Kienberg-Königstein die Burg an die Stadt Aarau. Die Familie zog daraufhin nach Luzern, wo sie noch im gleichen Jahrhundert ausstarb. Aarau hingegen hatte alle Hände voll zu tun, Ansprüche benachbarter Adliger auf Königstein abzuwehren. Doch 1418 bestätigte Kaiser Sigismund den Handel – Königstein wurde dabei wieder als direktes Reichslehen bezeichnet. Doch die Burg zerfiel nun rasch und wurde 1453 schliesslich von der Stadt an ihren Bürger Hans Arnold Segesser verkauft. Dieser veräusserte Herrschaft und Ruine bereits 1454 an die Johanniterkommende Biberstein. Im entsprechenden Brief an Kaiser Friedrich III. wird Königstein als «klein abgand ding» beschrieben.

Heute gehört die Burg der Ortsbürgergemeinde Küttigen und steht unter dem Schutz des Kantons Aargau. Ihre Reste wurden 1989 ein erstes Mal saniert, archäologische Untersuchungen wurden jedoch nicht durchgeführt. Nach einer Raubgrabung in der Schutthalde der Burg wurden 1994 aber insgesamt 1591 Kleinfunde sichergestellt und wissenschaftlich untersucht, darunter viele Scherben von Ofenkacheln und Gebrauchskeramik. Sie gaben wichtige Hinweise zur Besiedlungsgeschichte von Königstein. Weil das Mauerwerk instabil geworden war, liess der Kanton die Ruine 2008 erneut sanieren.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 24
  • Bosch, Reinhold - Die Burgen und Schlösser des Kantons Aargau | Aarau, 1949 | S. 82-83
  • Matter, Georg / Reding, Christoph - Funde aus der Schutthalde der Ruine Königstein, Gemeinde Küttigen AG | In: Argovia: Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, Bd. 109 | Aarau, 1997
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 72-73
  • Stettler, Michael - Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen | Basel, 1948 | S. 162
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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