CASTILLO DE TORIJA
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Allgemeine Informationen
Lage Musterburg aus dem 15. Jahrhundert an einem seit Jahrhunderten bedeutsamen Verkehrsweg.

Der große Bergfried ist das markanteste Merkmal dieser Burg. Er erhebt sich in der östlichen Ecke wie ein Fortsatz der Festung, mit der er nur den runden Würfel dieser Ecke teilt, durch den man den bereits erwähnten Turm betritt. Er ist sehr hoch, seine Mauern sind nur von wenigen Öffnungen durchbrochen, und an den Ecken befinden sich schmale Türme. In den südlichen Ecken sind es lediglich Garitone, die von runden, vorspringenden Sockeln getragen werden. Die Höhe dieses Turms wird von einem schrägen Gesims gekrönt, das ebenfalls aus drei Reihen kleiner Bögen besteht. Darüber erhebt sich die Brüstungsmauer, von der nur noch wenige Zinnen erhalten sind. In der Mitte der Mauern befinden sich Garitone, und das Gesims setzt sich auch über den Ecktürmen fort. Der Turm war vom ersten Stock aus erreichbar. Der obere Teil war über eine Holztreppe erreichbar, die früher beweglich war, heute aber fest ist. Im Inneren dieses Bergfrieds sind heute alle ursprünglichen Stockwerke erhalten. Er beherbergt das Museum der Reise nach Alcarria, das Buch, das Camilo José Cela vor 50 Jahren über diese kastilische Region schrieb.

Die Festung Torija besaß, von dem noch einige Überreste zu sehen sind, eine nicht übermäßig hohe Außenmauer oder Barbakane, die dem gleichen Grundriss wie die Burg selbst folgte. Auf der Nordseite, die den Platz überblickte und flacher und daher leichter anzugreifen war, befand sich außerhalb der Barbakane ein Graben, der kürzlich freigelegt wurde. Der Zugang zur Festung erfolgte über diese Nordseite und überquerte den Graben über eine Zugbrücke. Baumaterialien

Das imposante Bauwerk besteht aus Stein. Es wurde die Technik des eng verzahnten Quadermauerwerks verwendet, d. h. grob behauene Steine, die durch Kalk miteinander verbunden wurden. Seit der Restaurierung lässt sich der modernere Teil deutlich vom älteren unterscheiden, da die Steine unterschiedliche Farbtöne aufweisen. Erhaltungszustand

Am Rand der Alcarria-Hochebene auf einem Hügel am Torija-Bach.
Nutzung Museum
Bau/Zustand renoviert
Typologie Burg
Sehenswert
  • Eine sorgsam restaurierte Burg mit ungewöhnlicher Turmanordnung.
Bewertung Die Burg von Torija gehört zu jenen sogenannten Castillos Torrejones mit einem besonders markanten Bergfried, die im 15. Jahrhundert fast wie aus dem Baukasten in Spanien entstanden.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 40°44'35.3"N 3°01'53.7"W
Höhe: 960 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
Plaza de la Villa s/n.
19190- Torija (Guadalajara)
Tel. +34 949 32 03 17 / +34 949 88 75 56
Email: turismo@dguadalajara.es
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
Torija ist über die Autovia Nordeste A-2 in 45 Minuten von Madrid zu erreichen. Ausfahrt 73, Torija abfahren, dann ist die Burg bereits zu sehen und die Altstadt.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Di.-Fr. 10-14 Uhr und 16-19 Uhr
Sa. 10-20 Uhr
So. 10-15 Uhr
Eintrittspreise
2,- €
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
am Platz vor dem Haupttor
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
ja
Bilder
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Grundriss
Grundriss Castillo de Torija
Quelle: Leonardy, Heribert J.; Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 111
Historie
1085 - König Alfonso VI. von León erobert die Region von den Mauren zurück, darunter auch Torija. Der Ort lag seit jeher an einer wichtigen Verbindungsroute von León nach Aragon. Schon die Römer, auf die der Ortsname (turricula, lat.: "kleiner Turm") zurückgehen soll, hatten hier vermutlich einen Wachturm. Später kontrollierten auch die muslimischen Herrscher von ihr die Straßenverbindung. Der Ort wird dem Templerorden zum Lehen übergeben, die ein Kloster gründen und die bestehenden Festungsbauten verstärken.

13. Jh. - Alfonso XI. übergibt Torija an Don Alonso Fernández Coronel, einen seiner Gefolgsleute.

14. Jh. - Torija geht in den Besitz von Don Iñigo López de Orozco über, einen Adligen mit großem Grundbesitz in der Region Alcarria. Später geht der Besitz an Don Pedro González de Mendoza über, bevor Burg und Ort wieder in die Hände der Familie Coronel gelangen.

15. Jh. - der Regent von Kastilien Don Fernando de Antequera, schenkt Torija sienem obersten Mundschenk Pedro Núñez de Guzmán.

1445 - die Infanten von Aragon besetzen die Burg Torija. Sie wird ihr Standort für Beutezüge in der Region.

1452 - Der Erzbischof von Toledo, Alfonso Carrillo, und der Marquis von Santillana, Iñigo Lopez de Mendoza belagern die Burg zwei Jahre lang, bis die Eingeschlossenen aufgeben.

1810 - nachdem erst französische Truppen die Burg besetzt hielten, erobert der Guerilla-Anführer Juan Martin die Burg und sprengt sie, um sie für den Feind wertlos zu machen.

1962 - Wiederaufbau und Renovierung der Burg sind abgeschlossen.

1995 - im Obergeschoss des Torre de Homenaje eröffnet ein Museum zum Buch "Reise nach Alcarria" von Camilo José Cela (Nobelpreis für Literatur 1989), das vermutlich weltweit einzige Museum, das sich nur einem Buch widmet.

2016 - In den Burghof wird ein Neubau für das Museum CITUG, über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Region, integriert.

Im 19. Jahrhundert, während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges, wurde die Burg praktisch zerstört. Anschließend wurde das Gebäude Stück für Stück restauriert. Ende des 20. Jahrhunderts stürzte einer der Eckbauten ein, wurde aber inzwischen restauriert.

Restaurierungen durch die Generaldirektion der Schönen Künste in den 1960er Jahren und in jüngerer Zeit durch den Provinzrat von Guadalajara haben es ermöglicht, die einstige Pracht und den Charakter dieser Festung wiederherzustellen, die heute zu den schönsten der Provinz Alcarria zählt.

1995 beherbergte die Burg in ihren Mauern, genauer gesagt im Bergfried, eine Sammlung der bedeutendsten Werke des Literaturnobelpreisträgers Camilo José Cela und seines Buches „Reise nach Alcarria“. Seitdem beherbergt sie ein Cela gewidmetes Museum, dem Autor von Titeln wie „Die Familie von Pascual Duarte“ und „Der Bienenstock“.

Heute ist die vollständig restaurierte Anlage im Besitz der Stadt und beherbergt ein Museum sowie kulturelle Veranstaltungen. Eigentum und Nutzung

Die Burg ist Eigentum des Provinzrats von Guadalajara, der sie erwarb, um sie wieder aufzubauen und in ein touristisches Informationszentrum der Provinz umzuwandeln. Besichtigungen

Die Burg ist derzeit wegen der Bauarbeiten (vier Jahre) des fünfstöckigen Touristeninformationszentrums der Provinz Guadalajara geschlossen.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente und Infotafel an der Burg.
Literatur
  • Editorial Everest, S.A. - Castillos de España. Castilla-la Mancha y Castilla León. Band II | León, 1997 | S. 791-794
  • Leonardy, Heribert J.; Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 111
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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  • [02.05.2026] - Neuerstellung.
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