ALCAZABA DE MOLINA DE ARAGÓN | TORRE DE MOLINA DE ARAGÓN
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Allgemeine Informationen
Phantastische maurische Burganlage, die sich vom Turm an der Bergspitze bis zur Stadtmauer am Flussufer hinzieht.

Die Geschichte Molinas reicht weit zurück, auch wenn von den frühesten Siedlungsphasen nichts erhalten geblieben ist. Archäologische Funde in den Gebieten Tartanedo und La Yunta datieren die Besiedlung der Keltiberer in der Region wie die Lusonen, Titos und Arévaker ins 7. Jahrhundert v. Chr.

Die römische Herrschaft in der Region begann etwa im 2. Jahrhundert v. Chr.

Nach der römischen Herrschaft kam es auf der Halbinsel im 5. bis 7. Jahrhundert zur Einwanderung germanischer Stämme. Eine Übergangszeit zwischen dem römischen Hispanien und der späteren muslimischen Herrschaft. Die Westgoten gelangten nach überqueren des Ebro und über Aragón bis in das Gebiet von Molina und dränkten die romanisierten keltiberischen Bevölkerung zurück und gründeten bedeutende Städte wie Recópolis (578) im Süden der Provinz.

Mitte des 7. Jahrhunderts erreichten die ersten Muslimen; die Berber; die Halbinsel; damit begann die arabische Herrschaft. Das Señorío de Molina war ein nahezu unbesiedeltes Gebiet, mit wenigen Befestigungen, aber fruchtbareren Land an den Flüssen. Als das Kalifat von Córdoba im Jahr 1031 zerfiel, entstanden die Taifa-Reiche, voneinander unabhängige Gebiete sehr unterschiedlicher Größe, wie auch die Taifa von Molina. Die Schwäche dieser Taifa-Reiche führte zu einer instabilen Machtlage, die die Reconquista durch christliche Könige ausnutzten.

Im Jahr 1129 wurde Molina den Arabern unter dem aragonesischen König Alfonso I, genannt „der Kämpfer“ (el Batallador), zurückerobert. Nachdem er die Umgebung von Molina sowie Gebiete um Calatayud, Daroca und Teruel zurückgewonnen hatte und weitestgehend entvölkert waren, überließ Alfonso I diese Gebiet der Krone Kastiliens. Seine Ehefrau Doña Urraca wiederbesiedelte das Gebiet Molina, dass Grenzland zwischen Kastilien und Aragón war. Sie übergab das Gebiet als Herrschaft Urracas Sohn Alfonso VII „der Kaiser“, dass von seinem Höfling Don Manrique (oder Amarilco) eine eigenständige Herrschaft ausbauen sollte.

Don Manrique begann die Wiederbesiedlung, indem er ein Fuero (Rechts- und Privilegienstatut) erließ, das 1154 verkündet wurde und fast zwei Jahrhunderte lang als territoriales und gesellschaftliches Ordnungsmodell für die Menschen in Molina und im Señorío diente. Da es sich um ein Señorío de behetría handelte, lag die Herrschaft zwar bei einem Mitglied der Grafenfamilie Lara, jedoch nicht erblich. Die Untertanen bestimmten den Nachfolger im Señorío durch Abstimmung. Es gab bis zu sechs Herrschaftsfolgen; die letzte war María de Molina, die Sancho IV, König von Kastilien, heiratete. Damit ging der Titel „Señor de Molina“ im Jahr 1293 endgültig an den kastilischen König über.

Im Jahr 1134 wurde das Señorío de Molina errichtet, das unabhängig von der Krone Kastiliens wurde. Zwischen 1138 und 1144 erfolgten Wiederaufbau und Wiederbesiedlung von Molina und seines Herrschaftsgebiets (Soria, Navarra, Aragón etc). Die von den Arabern eerrichtete Mauerring wurde bis zum Fluss Gallo erweitert. Die Burg wurde wiederaufgebaut und vergrößert; zugleich entstanden Adelsbauten und religiöse Gebäude wie San Martín.

Die Blütezeit erlebte Molina im 16. und 17. Jahrhundert. Zahlreiche Hidalgo-Familien aus Aragón und Nordspanien kamen, und es entstanden Paläste, Herrenhäuser und neue religiöse Bauten.

Im Spanischen Erbfolgekrieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts und den Unabhängigkeitskrieg (1810), wurde die Stadt verwüstet. Hinzu kamen innere Konflikte um die Kontrolle des Landes, etwa die Kriege zwischen Karlisten und Liberalen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Desweiterem der Spanische Bürgerkrieg im 20. Jahrhundert, in dem Molina de Aragón jedoch keine großen Schäden erlitt, da es strategisch zwar günstig lag, aber außerhalb der eigentlichen Kampfhandlungen blieb.



Das Vorwerk in ihrer heutigen Gestalt entstand in der Zeit zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert. Mit der Weiterentwicklung des Schießpulvers und der Artillerie verlor es zunehmend an militärischer Bedeutung. Der Wehrturm wurde im 19. Jahrhundert unterem anderem während des spanischen Unabhängigkeitskrieg (1808-1814) und den Karlistenkriegen erneut genutzt. Das Vorwerk war mit Alcázar durch einen gedeckten Weg verbunden.

Der Anlagenkomplex besteht (von der Bergspitze an gerechnet) aus dem Torre de Aragon, (einem vorgeschobenen Verteidigungswerk; Fünfeckturm mit Zwingermauer), einem Alcázar (Burg des Stadtherrn), einer Alcabar, der vornehmen Oberstadt und der mauerumwehrten Unterstadt. Zwischen dem Torre de Aragon und dem Alcázar gab es nach den heute noch vorhandenen Spuren eine doppelte Verbindungsmauer.

Die Dachterasse (Azotea) war teilweise überdacht. Der offene Bereich lag zum Eingangsbereich des Turms und des tiefergelegenden Alcázar. Der Turm war mit Zinnen versehen. Die einzelnen Stockwerke war der Aufenthatlsraum des Kommandanten, Aufenthaltsraum (Schlafraum) der Garnison, Wachstube, Vorratsraum und auch provisorisches Gefängnis.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 40°50'52.3" N, 1°53'08.5" W
Höhe: 1149 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
Tourismusbüro
Tel: +34 949 83 11 02
Email: turismolinadearagon@gmai.com
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Museum Torre de Aragón

Im Erdgeschoss dieses Wachturms wird seine Geschichte und Entwicklung über die Jahrhunderte beschrieben.
Im ersten Stock präsentieren Schautafeln interessante Fakten über das Gebäude: Luftaufnahmen, alte Pläne und historische Dokumente wie die Schenkung der Stadt Molina und des umliegenden Landes durch Heinrich IV. aus dem Jahr 1468 an Prinzessin Isabella (Isabella die Katholische) sowie ein Brief des Stadtrats von Molina an Königin Isabella II. mit der Bitte, die Burg, eine ehemalige Festung der Karlisten, nicht abzureißen. Auch Informationen zu den archäologischen Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten am gesamten Komplex werden bereitgestellt.

Tel. 949831102
Email: museosdemolina@gmail.com
Museum Torre de Aragón
Anfahrt mit dem PKW
Die Anfahrt erfolgt über die Autobahn A2 von Madrid nach Zaragoza. Bei Alcoléa de Pinar wechselt man auf die Landstraße N211 in Richtung Molina de Aragon oder Monreal del Campo. Die Burganlage liegt nicht zu verfehlen am Ortseingang. Der wahrscheinlich offizielle Zugang ist an der Südostecke der Festung. Fährt man weiter in den Ort hinein und biegt links nach Cillas ab, gelangt man auf der Anhöhe zu einem Feldweg, der bis zum Torre de Aragon führt (2007 gut befahrbar).
Parkplätze kurz nach Ortseinfahrt rechts an der N211.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
Der Langstreckenrad- und Wanderweg "Camino del Cid" führt durch Molina de Aragón.
Öffnungszeiten
täglch 10.30-13.30 und 16.00-18.30 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene 5,- Euro, Kinder und Rentner 4,- €
Turm, Burg und Museum zusammen: Erwachsene 10,- €, Kinder und Rentner 9,- €
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
k.A.
Bilder
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Grundriss
Grundriss der Gesamtanlage von Molina de Aragón.
  1. Torre de Aragon
  2. Alcazar
  3. Toranlage
  4. Zwinger
  5. Albacar / Obere Stadtbefestigung
  6. Romanische Kirchenruine
  7. Untere Stadtbefestigung
Quelle: Leonardy, Heribert J. & Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 60
(durch Autor leicht aktualisiert)
Grundriss Torre de Molina de Aragón
Quelle: Hinweistafel auf der Burg im Museum (durch Autor leicht aktualisiert)
Historie
11. Jh. Erstmals wird Molina de Aragon in arabischen Quellen im 11. Jh. als Bestandteil eines Taifa-Königreiches genannt. Es sind die Namen von drei Burgherren, Hucalao, Abenhamar und Avengavón urkundlich überliefert. Der Burgherr Avengavón war, so ist es dem "Lied des Cid" zu entnehmen, mit El Cid befreundet und hat ihn auf der Burg empfangen.

1136 Manrique Pérez de Lara ist Herr der Festung.

1154 Die Stadt bekommt als Molina de los Caballeros das Stadtrecht. Der Name ist auf die Ansiedlung der Ritter des Calatravaordens zurückzuführen. Die Herrschaft der Familie Lara reicht bis ins 13. Jh. Dona Maria de Molina heiratete in dieser Zeit den kastilischen König Sancho IV. So gelangen Burg und Stadt in königliche Hand.

1369 Die Festung fehlt an Aragon.

1379 Sie wird von Enrique II. für Kastilien zurückerobert.

1810 Die Stadt brennt in den Befreiungskriegen nieder und die Burg wurde durch Artilleriebeschuss stark beschädigt.

1875 Die Burg ist wiederum heftig umkämpft und erlitt weitere Beschädigungen.

2006 wurde der Torre de Aragón restauriert.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente und Hinweistafel an der Burg und im Museum.
Literatur
  • Leonardy, Heribert J. & Kersten, Hendrik - Burgen in Spanien, Eine Reise ins spanische Mittelalter | Darmstadt, 2002 | S. 60 ff
  • Monreal y Tejada, Luis & Mori, Domi - Mittelalterliche Burgen in Spanien | Köln, 1999
  • Editorial Everest, S.A. - Castillos de España. Castilla-la Mancha y Castilla León. Band II | León, 1997 | S. 776
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