BURG MOREGG
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Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 102
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Allgemeine Informationen
Ruine einer kleinen Rodungsburg, die im 13. und 14 Jhdt. wahrscheinlich von rhäzünsischen Dienstleuten bewohnt wurde. Sichtbar sind neben Resten des Berings noch die Ruine eines Wohnturms und die Schildmauer über dem Halsgraben.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 45' 30.07“ N, 09° 07' 56.28“ E
Höhe: 1285 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 729.390 / 179.970
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Chur auf der Autobahn A13 das Rheintal aufwärts bis zur Ausfahrt Reichenau. Nun auf der Hauptstrasse 19 das Vorderrheintal hinauf über Flims bis nach Ilanz. Ab hier in südwestlicher Richtung zunächst der Strasse nach Luven folgen, dann abzweigen nach Obersaxen. Die Kantonsstrasse führt über die Ortsteile Flond und Valata nach Egga. Bei der Kirche links abbiegen und dem Seitensträsschen Egga folgen. Nach dem letzten Haus ist bergseits die Ruine sichtbar (Parkmöglichkeit vor Ort). Ein markierter Fussweg führt von der Strasse durch das Valaterbachtobel hinüber zur Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Regelmässige Bahnverbindung von Chur nach Ilanz. Ab hier weiter mit dem Postauto nach Obersaxen, Egga. Von der Bushaltestelle dem Strässchen an der Kirche vorbei in östlicher Richtung folgen, bis bergseits der Fussweg zur Burg abzweigt.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Moregg
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 102 | bearbeitet von O. Steimann, 2011
Historie
In idyllischer Lage, auf einem bewaldeten Bergsporn östlich des Obersaxener Weilers Egga, erheben sich die Ruinen der Burg Moregg. Die Anlage ist auf zwei Seiten durch tief eingeschnittene Bachtobel geschützt, bergseits erschwert ein breiter Halsgraben den Zugang. Über diesem Graben erhebt sich eine aus eher kleinen Steinen erbaute, 1,75 Meter dicke Schildmauer. Dahinter folgt das rund 35 Meter lange Burgareal. Vom Bering sind nur geringe Spuren erhalten - abgesehen von einer noch bis zu 7 Meter hohen Mauerpartie auf der Nordwestseite der Burg.

Das Zentrum der Anlage bildet ein Wohnturm mit 1,5 Meter starken Mauern, der im Grundriss 10,8 x 9 Meter misst. Im frühen 20. Jhdt. waren offenbar noch Reste eines Hocheingangs im 2. Stockwerk zu sehen. Heute ragt nur noch die westliche Ecke des Turms auf. An ihr sind neben einigen Balkenlöchern noch schwache Verputzspuren erkennbar. Die Eckkanten des Turms wurden aus sorgfältig behauenen Bossenquadern gefügt. Unklar ist, wo sich die Toranlage und die Wasserversorgung der Burg befanden.

Moregg wurde wahrscheinlich in der Zeit um 1200 als Rodungsburg gegründet und lag spätestens im 14. Jhdt. im Einflussbereich der Freiherren von Rhäzüns. Da mittelalterliche Quellenbelege fehlen, besteht Unklarheit über den ursprünglichen Burgnamen. Es ist möglich, dass die im Hochmittelalter nach Obersaxen eingewanderten Walser die Anlage umbenannt haben. Spätestens als die niedere Gerichtsbarkeit auf die neuen Siedler übergegangen war, dürften die rhänzünsischen Ministerialen die Burg verlassen haben. In welcher Beziehung der im 15. Jhdt. im benachbarten Lugnez erwähnte Rudolf von Moreck zur Burg stand, ist nicht bekannt.
Erstmals wird 1468 in der Rhäzünser Erbregelung zwischen Jos Niclaus von Zollern und Jörg Schenk zu Limburg ein «guot Moreck» erwähnt. Die Burg selbst erscheint schliesslich 1573 als «Moreccium» in Ulrich Campells Chronik «Historia Raetica».
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 310
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 155
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 101-102
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 239
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. IV: Die Täler am Vorderrhein, I. Teil: Das Gebiet von Tamins bis Somvix | Basel, 1942 | S. 298
  • Von Castelmur, Anton - Die Burgen und Schlösser Graubündens, II. Teil: Bündner Oberland und Seitentäler | Basel, 1944 | S. 54
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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