JAGDBURG (BURG STOCKEN) Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Bern | Verwaltungskreis Thun | Stocken-Höfen |
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| Allgemeine Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Konservierte Ruine mit Turm, Ringmauern und Zwinger auf einer Anhöhe zwischen Amsoldingersee und Stockental. Die illegal auf Boden des Stifts Amsoldingen errichtete Burg war ab dem späten 13. Jhdt. Sitz einer Seitenlinie der Herren von Wädenswil, die sich «von Amsoldingen» nannte. Im 15. Jhdt. folgten zahlreiche Besitzerwechsel, bis die kleine Herrschaft 1492 durch Bern aufgehoben wurde. Spätestens damals wurde die Burg verlassen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Informationen für Besucher | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Bilder | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Grundriss | |||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026 | u.a. auf Basis von: Baeriswyl, Armand et al. - Die Burg «ze Stoke», das einstige Zentrum einer längst vergessenen Kleinherrschaft über dem Stockental | In: Archäologie Bern 2025 | Bern, 2025 | S. 258 |
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| Historie | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Ein illegal errichteter Herrschaftssitz
Die Gründung der Jagdburg oder Burg Stocken lässt sich historisch gut verorten. 1273 liess Freiherr Heinrich von Wädenswil aus der Linie von Unspunnen, Probst des Stifts Amsoldingen, seine drei illegitimen Söhne für frei erklären. Er hatte sie mit Lücardis von Uebeschi gezeugt, Angehörige eines Ministerialengeschlechts, das zum Gefolge der Wädenswiler zählte. Für Berchtold, wohl den ältesten Sohn, schuff er in der Folge eine kleine Grundherrschaft im Stockental südwestlich von Thun. Als deren Zentrum wurde in jenen Jahren die Burg «ze Stoke» errichtet. Für die Bildung der Herrschaft hatten sich die Wädenswiler widerrechtlich Güter und Rechte des Stifts Amsoldingen angeeignet. Doch der Protest der Chorherren blieb wirklungslos – nicht zuletzt, weil die Herrschaft zur Absicherung den Habsburgern übertragen wurde. Berchtold wurde so zum Begründer der ritterlichen Familie von Amsoldingen. Seinem Sohn Heinrich wurde die Burgherrschaft 1363 durch Habsburg bestätigt. Die ursprüngliche Burganlage Gemäss den bauhistorischen Untersuchungen bestand der Turm als Zentrum der Burganlage bereits bei ihrer Gründung im späten 13. Jhdt. Er umfasste ursprünglich aber nur drei gemauerte Geschosse, auf die vermutlich ein hölzerner Obergaden aufgesetzt war. Im Grundriss misst der Bau 9,3 x 12,9 Meter und weist eine Mauerstärke von 1,65 Metern auf. In allen vier Wänden sind heute noch die Gerüstlöcher der Bauarbeiten erkennbar. In der Ostwand befindet sich ein ebenerdiges Portal, das zum ursprünglichen Baubestand gehört. Eine Etage höher befanden sich die herrschaftlichen Wohnräume, mit Sitznischenfenstern und einem Durchgang zum Obergeschoss des Südtrakts. Der Südtrakt war wohl gleichzeitig das Torhaus der Burg und wurde über die südseitige Ringmauer hinaus in den Steilhang gestellt. Ausserdem verfügte die Anlage über je einen Hof auf der Nordwest- und der Ostseite. Während sie dreiseitig durch steile Böschungen geschützt war, legte man auf der Nordwestseite einen Halsgraben an. An ihn grenzt noch weiter nordwestlich ein Plateau, auf dem einst eine Vorburg gestanden haben könnte. Aufstockung des Turms nach einem Brand In der zweiten Hälfte des 14. Jhdts. kam es auf der Burg zu einem Brand, der offenbar vom westlichen Burghof ausging und auch den Turm erfasste. Dessen hölzerner Oberbau dürfte ein Raub der Flammen geworden sein. Er wurde beim Wiederaufbau durch mindestens ein zusätzliches Stockwerk aus Stein ersetzt, das aber eine deutlich geringere Mauerstärke aufweist als der Rest des Turmsockels. Ob darüber noch eine weitere Etage vorhanden war, ein gemauerter Giebel oder gar ein Zinnenkranz, lässt sich heute nicht mehr klar feststellen. Besitzerwechsel im 15. Jhdt. und Aufgabe der Burg Um 1400 wechselte die kleine Herrschaft aus unbekannten Gründen den Besitzer. Der neuer Herr der Burg, die nun vorübergehend «Fridegg» genannt wurde, war Ludwig von Seftigen, Schultheiss von Bern. Als er 1419 starb, vermachte er diesen Besitz seinem Cousin Franz von Scharnachtal. Im Laufe des 15. Jhdts. hielten verschiedene Berner Geschlechter Eigentumsrechte an der Burg Stocken, unter anderm die Familien von Diesbach und Schütz. Ob sie zu jener Zeit noch bewohnt wurde, ist jedoch unklar. Spätestens 1492 dürfte sie aufgegeben worden sein, als Bern die Herrschaft nach einer weiteren Handänderung auflöste und dem Gericht Amsoldingen unterstellte. Die zerfallene Wehranlage wurde fortan als Steinbruch ausgebeutet. Untersuchungen und Sanierungsarbeiten Ab dem 19. Jhdt. kam für die Ruine Stocken der Name «Jagdburg» auf, der ihr bis heute anhaftet. 1903 liess der damalige Besitzer Ludwig von Tscharner Mauerschutt aus dem Turm räumen und im Halsgraben deponieren. Im Zuge dieser Arbeiten fand man einige Fragmente von Ofenkacheln und eine Pfeilspitze. Das Mauerwerk blieb jedoch ungesichert. Erst 2012 gründete die damalige Besitzerin Barbara Hegner die Stiftung «Ruine Jagdburg», die es sich zur Aufgabe machte, die Burg zu erhalten und ihre Geschichte zu erforschen. 2020 bis 2024 wurde die einsturzgefährdete Anlage zunächst durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern untersucht, anschliessend grösstenteils saniert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. |
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| Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafeln auf der Burg | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Literatur | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Webseiten mit weiterführenden Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
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