MASSERIA FEUDO
 Weltweit | Europa | Italien | Apulien | Provinz Lecce | Presicce-Acquarica, Fraktion Presicce


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Allgemeine Informationen
Lage Geografisch liegt die Masseria fortificata del Feudo im flachen, historisch stark gefährdeten Küstenhinterland des Südsalento (Apulien).
Topografisch befindet sich der befestigte Gutshof inmitten eines landwirtschaftlich intensiv genutzten Areals mit dichten Olivenhainen und Pinienreihen direkt an der historischen Verbindungsachse zwischen Presicce (ca. 4,5 km nordöstlich entfernt) und Lido Marini (ca. 6,5 km südwestlich entfernt). Die Nachbarstadt Ugento liegt rund 10 Kilometer nordwestlich des historischen Standorts.
In diesem küstennahen Sektor fungierte die wehrhafte Turmmasseria (Masseria turrita) als primärer Verteidigungsstützpunkt im territorialen Befestigungsring des ionischen Hinterlandes.
Die Hauptaufgabe der Wehranlage bestand darin, plötzliche Korsaren- und Osmaneneinfälle frühzeitig von der Küste ins Landesinnere zu melden und der bäuerlichen Bevölkerung als Fluchtburg zu dienen.
Nutzung leerstehend, verlassen und ungenutzt
Bau/Zustand Die Masseria fortificata del Feudo (auch bekannt als Masseria del Feudo) ist ein charakteristisches Beispiel für die ländlichen Wehrbauten Apuliens.
Die historische Anlage vereint funktionale landwirtschaftliche Nutzbauten mit defensiven Architekturelementen.
Wehrbauten dieser Art wurden im 16. und 17. Jahrhundert im Hinterland der salentinischen Küste errichtet, um die Landbevölkerung sowie die agrarische Produktion vor plötzlichen Sarazenen- und Piratenangriffen oder plündernden Banditen zu schützen.

Der historische Kern der Anlage besteht aus einem massiven, zweigeschossigen Wehrturm.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden zusätzliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie ummauerte Innenhöfe stufenweise an diesen Kern angebaut.
Während die Kernbauten in ihrer frühneuzeitlichen Substanz stabil erhalten sind, zeigen spätere Wirtschaftsgebäude und Pflasterwege deutlichen Verfall und Wildwuchs.

Agrarhistorische Funktion & Territorialer Befestigungsring:
Die wehrhafte Architektur der Masseria del Feudo schützte ein hocheffizientes Agrarzentrum.
Ausgedehnte Olivenhaine und landwirtschaftliche Produktionsflächen sicherten über Jahrhunderte das wirtschaftliche Überleben im Süd-Salento.

Zusammen mit den Nachbarbauten bildete die Anlage eine unüberwindbare Verteidigungskette im Umland von Presicce.
Masseria Tunna (1553): Der direkte, wehrtechnisch eng verwandte Nachbarhof im antiken Feudalbezirk Pompignano, der sich durch seine seltenen, kreisrunden Wachtürme auszeichnet.
Masseria Colombo: Ein befestigter Großgutshof des 16. Jahrhunderts zur Absicherung der agrarischen Logistik im ionischen Sektor.
Typologie Masseria fortificata (befestigter Bauernhof / Wehrmasseria) - Masseria turrita (Turmmasseria)
Zweistöckiger Verteidigungsturm mit Hofkomplex
Sehenswert
  • Sehenswert an der Masseria Fortificata del Feudo (Apulien) sind insbesondere die originalen Wehrelemente des 16. und 17. Jahrhunderts sowie deren Kontrast zu späteren barocken Erweiterungen.
  • Der Wehrturm (Kernbau):
    Das wehrtechnische Zentrum der Anlage bildet ein zweistöckiger fast 10 Meter hoher Verteidigungsturm (Torre) aus dem 16. Jahrhundert, welcher den Mittelpunkt des Komplexes darstellt.
  • Die Wehrkrone (Parapetto):
    Das Obergeschoss des Turms wird von einer ausladenden Wehrkrone (Brüstung) abgeschlossen, die auf massiven Konsolen ruht. Zwischen den Konsolen befinden sich Gussöffnungen (Pechnasen), die speziell über den Fenstern und Türen angebracht wurden, um Angreifer im vertikalen Nahkampf abzuwehren.
  • Barocker Repräsentationsausbau (18. Jahrhundert):
    Dem wehrhaften Turm wurden in späteren Friedenszeiten zusätzliche Wirtschafts- und Wohnräume angegliedert. Besonders sehenswert ist das mit kreuzgewölbter Lobby versehene Hauptportal, welches mit feinen Pilastern und eleganten barocken Gesimsen des 18. Jahrhunderts verziert ist.
  • Ländliche Infrastruktur:
    Im direkten Umfeld der Festungsmauern sind eine historische, auf einem Trockenmauer-Fundament leicht erhöhte Tenne (kreisrunder Dreschplatz zur Getreideverarbeitung) sowie eine massive Zisterne inmitten der Olivenbäume erhalten geblieben.
Bewertung Die Masseria liefert ein wertvolles regionalgeschichtliches Zeugnis für die Epoche der ländlichen Selbstverteidigung im Mittelmeerraum.
Es veranschaulicht eindrucksvoll, wie die bäuerliche Bevölkerung des Salento mangels staatlicher Garnisonen eigene Fluchtburgen gegen Piraten- und Banditenüberfälle errichten musste.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 39°53'07.2" N, 18°14'11.3" E
Höhe: 105 m ü. NN
Topografische Karte/n
Masseria Feudo auf der Karte von OpenTopoMap
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Privatbesitz!
Wegen fortschreitender Baufälligkeit und akuter Einsturzgefahr von Deckenteilen ist das Betreten der Ruinenbereiche lebensgefährlich und verboten.
Anfahrt mit dem PKW
Die Masseria del Feudo ist über die Regionalstraße SP193 erreichbar.
Von Presicce aus folgt man der Via Lido Marini rund 4 Kilometer in südwestlicher Richtung durch die Olivenhaine, woraufhin die markante Ruine direkt auf der rechten Straßenseite erscheint.
Reist man von der Küste an, biegt man bei Lido Marini landeinwärts auf die SP193 ab und erreicht den leerstehenden Gutshof nach etwa 6 Kilometern auf der linken Seite.

Parkmöglichkeiten am Fahrbahnrand oder den angrenzenden Feldwegen möglich.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Es gibt keine direkte Haltestelle am Objekt. Die verbleibende Strecke von den Bahnhöfen oder Bushaltestellen im Ortsteil Acquarica del Capo (ca. 4,5 km) muss zu Fuß oder per Taxi zurückgelegt werden.
Bahn:
Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im rund 4,5 Kilometer entfernten Ortskern von Presicce-Acquarica (Bahnstrecke Novoli–Gagliano del Capo).
Bus:
In den Sommermonaten verkehren zudem die Linien des regionalen Bussystems Salento in Bus zwischen Presicce und dem Strandort Lido Marini.
Wanderung zur Burg
Die Masseria del Feudo lässt sich im Rahmen einer Wanderung durch das südsalentinische Hinterland erkunden.
Die Route startet am Bahnhof von Presicce und führt über flache, verkehrsarme Wirtschaftswege rund 4,5 Kilometer nach Südwesten.
Die Strecke verläuft entlang typisch salentinischer Trockensteinmauern und jahrhundertealter Olivenhaine.
Öffnungszeiten
Nur Außenbesichtigung möglich.
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer nur von außen erreichbar.
Bilder
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Grundriss
keine Grundriss verfügbar
Historie
16. Jh. Errichtung des massiven Kernbaus. Bau des fast 10 Meter hohen, zweistöckigen Wehrturms mit wehrhafter Krone und Gussöffnungen zum Schutz vor Korsaren.
18. Jh. Anbau von Wohn- und Wirtschaftsflügeln sowie Bau des prachtvollen Barockportals mit Pilastern um den geschlossenen Innenhof.
1806 Aufhebung der Feudalrechte. Das napoleonische Dekret löst die Bindung der Masseria an die Barone von Presicce. Übergang in eine rein privatwirtschaftliche Nutzung.
1982–1997 Umfassende bauhistorische Erfassung des Turms und der barocken Erweiterungen durch die führende apulische Wehrbauforschung.
2026 Die Anlage befindet sich in den Kulturregistern. Das Masseria befindet sich in Privatbesitz, steht jedoch seit langer Zeit leer und ist verlassen sowie ungenutzt.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Calderazzi, Antonella - L'architettura rurale in Puglia. Le masserie | Fasano, 2003
  • Costantini, Antonio - Il sistema difensivo del Salento tra torri costiere, masserie fortificate e case-torri | Galatina, 2024
  • Costantini, Antonio - Le masserie del Salento. Dalla masseria fortificata alla masseria-villa | Galatina, 1995
  • Daquino, Cesara - Masserie del Salento | Lecce, 2008
  • Mongiello, Luigi - Le Masserie di Puglia. Organismi architettonici ed ambiente territoriale | Bari, 1996
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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  • [02.09.2026] - Neuerstellung.
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