WAGENBURG (BURG WAGENBERG)
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Allgemeine Informationen
Ruine mit wenigen Mauerresten auf einem länglichen, auf drei Seiten steil abfallenden Hügel beim Hof Unter-Wagenburg. Die ursprünglich Wagenberg genannte Anlage war der Stammsitz einer Familie kyburgischer Dienstleute, gehörte später den Rittern von Heidegg und wurde im 16. Jhdt. durch ein Missgeschick in Brand gesteckt.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 29’ 22.53“ N, 08° 38’ 36.06“ E
Höhe: 579 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 690.790 / 260.570
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Winterthur der Kantonsstrasse 7 in westlicher Richtung bis ins Quartier Wülflingen folgen. Dort vor der Unterquerung der Autobahn nach Süden in Richtung Bahnhof abbiegen, auf der Wieshofstrasse die Töss überqueren und ein Stück bergauf fahren. Beim Weiler Neuburg zweigt rechts die Äschaustrasse ab, die in mehreren Kehren hinauf zum Hof Sonnenbühl führt. Hier nun in westlicher Richtung der schmalen Strasse zum Hof Unter-Wagenburg folgen. Wo diese nach dem Hof auf den Wald trifft, befindet sich unmittelbar rechts der Strasse die Burgruine. Wenige Parkmöglichkeiten vor Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Winterthur oder Bülach mit der S-Bahn (Linie 41) bis nach Embrach-Rorbas. Hier umsteigen auf die Buslinie 523, die nach Oberembrach fährt. Vom Dorf zunächst der Pfungenstrassse folgen, bis 500 Meter nach dem Weiler Hausen rechts das steile Strässchen in Richtung Unter-Wagenburg abzweigt. Diesem bergauf bis zur Ruine folgen (ca. 40 Min. Fussweg).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Wagenburg
Quelle: gezeichnet von O. Steimann nach eigenen Beobachtungen, 1997/2007
Historie
In Spornlage, bergseitig durch einen nur noch schwach erkennbaren Halsgraben geschützt, liegt beim Hof Unter-Wagenburg die Ruine Wagenburg. Das Burgareal misst rund 40 x 18 Meter. Obwohl die spärlichen Reste der Burg bis heute nie ausgegraben oder konserviert wurden, geben sie noch deutliche Hinweise auf das ehemalige Aussehen der Anlage. Auf der am schwächsten geschützten Ostseite war diese durch eine mächtige, über 2 Meter dicke Schildmauer gesichert, der vermutlich ein etwas tiefer gelegener Zwinger vorgelagert war. In der Kernburg scheinen sich mehrere Gebäude um einen Innenhof gruppiert zu haben. Die Reste der Ringmauer ragen auf der Südseite noch bis zu 1 Meter hoch auf.

Die Burg hiess bis ins 14. Jhdt. «Wagenberg» und war Zentrum einer kleinen Rodungsherrschaft. 1263 wurde Ritter «Peregrinus de Wagenberc» urkundlich erstmals erwähnt, und zwar im Gefolge der Grafen von Kyburg. Wahrscheinlich ist die Burg kurz zuvor errichtet worden. Für eine von der früheren Forschung angenommene Gründung im 11. Jhdt. gibt es keine Beweise. Die Wagenberger stammten höchstwahrscheinlich von den Herren von Adlikon ab, ebenfalls kyburgische Dienstleute. Beide Geschlechter führten dasselbe Wappen: Einen halben schwarzen Löwen auf goldenem Grund. Um 1300 nahmen die Ritter von Wagenberg im Dienste der Habsburger auch Sitz auf der Burg Wandelberg bei Benken (SG) in der Linthebene.
Durch seine Mutter Adelheid von Wagenberg gelangte im frühen 14. Jhdt. Ritter Hartmann II. von Heidegg in den Besitz der Wagenburg, die damals ebenfalls ein habsburgisches Lehen war. Seine Familie behielt Burg und Herrschaft bis 1452, während die Stammlinie der Wagenberger bereits um 1391 aus der schriftlichen Überlieferung verschwindet.

Von Henmann von Heidegg erwarben 1452 Hans und Peter Küfer die Burg, veräusserten sie aber noch im gleichen Jahr an Rudolf Meiss, Alt-Bürgermeister von Zürich. Nach 1468 wurde die Wagenburg versteigert und gelangte so an den Priester Jakob Spross. Dieser verkaufte die Herrschaft an Hans Küfer von Greifensee weiter. 1471 erhielt Küfer die Wagenburg offiziell als Lehen der Stadt Zürich, trat dieser aber gleichzeitig das zugehörige Niedergericht ab. Damit begann sich die einstige Herrschaft aufzulösen, und auch die Burg selbst wurde wohl mehr und mehr vernachlässigt. 1484 trat der Bauer Heini Bosshart von Dürstelen bei Bauma als Käufer auf.
1556 war das Schicksal der Wagenburg dann endgültig besiegelt. Damals sollen Dienstmägde beim Hanfrösten unvorsichtig vewesen sein: Das Feuer breitete sich rasch aus, die Burg wurde ein Raub der Flammen und blieb fortan eine Ruine.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel bei der Burg
Literatur
  • Arber, Willy - Die Gemeinde Oberembrach | Oberembrach, 1989 | S. 14-20
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 86 und 182
  • Fietz, Hermann - Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen | Basel, 1943 | S. 68
  • Kläui, Hans - Die Geschichte der Herrschaft Wagenburg im Mittelalter, 1. Teil | In: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1965, 85. Jhrg. | Zürich, 1964 | 19-38
  • Zeller-Werdmüller, Heinrich - Zürcherische Burgen | In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. | Zürich, 1894-1895 | S. 377
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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