Wappen von Gachnang
Turm zu Strass / Gachnang - Kanton Thurgau
Historie

 

Die Herren von Strass waren Dienstleute der Grafen von Kyburg und besassen das Dorf Strass sowie die umliegenden Höfe als Lehen des Klosters Reichenau. Bereits im frühen 12. Jhdt. wird Adalbert von Strass in den Schriftquellen erwähnt. Als Stammsitz des Geschlechts wird eine Burg nordöstlich des Ortkerns angenommen, von der heute aber kaum noch Spuren sichtbar sind. Sie soll von einem Wassergraben umgeben gewesen sein. Johannes Stumpf nennt sie in seiner Chronik von 1548 einen «alten, zerbrochenen Burgstal».

Erhalten geblieben ist hingegen der Turm zu Strass, der vielleicht den älteren Wohnsitz der Familie darstellt. Das heute noch zweistöckige Gebäude ist teilweise aus recht groben Steinen gemauert und entstand möglicherweise bereits im 12. Jhdt.. Wegen zahlreicher Umbauarbeiten in späterer Zeit kann man über ursprüngliche Höhe und Aussehen des Wohnturms nur noch spekulieren. Im Laufe der Jahrhunderte wurden in die Wände verschiedentlich Tür- und Fensteröffnungen gebrochen und auch wieder zugemauert. Später soll das Gebäude als Zehntscheune gedient haben. Heute ist der Turm mit einer südlich an ihn angebauten Scheune verbunden und in einem ziemlich verwahrlosten Zustand.

Die Herren von Strass erreichten den Höhepunkt ihrer Macht im 13. und 14. Jhdt. Ihre Familiengrablege befand sich offenbar in der Laurenzenkirche zu Oberkirch. Dort wurde im 19. Jhdt. die sehr gut erhaltene Grabplatte des 1269 verstorbenen Ritters Rudolf von Strass gefunden.
Johannes von Strass wird 1355 als Schiedsrichter im Friedensvertrag zwischen der Stadt Zürich und Herzog Albrecht II. von Österreich erwähnt. Um jene Zeit besass das Geschlecht für einige Jahre auch Burg und Herrschaft Wellenberg. 1376 erbte es von den Herren von Spielgelberg deren Stammburg, verkaufte sie aber an die Grafen von Toggenburg weiter. In späteren Jahren bewohnte die Familie als Stadtbürger den Strasshof zu Frauenfeld. Die Vogtei- und Herrschaftsrechte über Strass gingen im Spätmittelalter an die Stadt über.

QUELLEN: KOMISSION DES HISTORISCHEN VEREINS DES KANTONS THURGAU. Die Burgen und Schlösser des Kantons Thurgau, II. Teil. Basel 1932. S. 76-77. / BITTERLI, Thomas. Schweizer Burgenführer. Basel/Berlin 1995. Nr. 579.

 

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