Wappen von Tschlin
BURG SERVIEZEL
Europa / Schweiz / Kanton GraubŁnden / Bezirk Inn / Tschlin

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Historie

Grundriss

Genauso wie über die Burg Serviezel im benachbarten Ramosch liegen auch über Serviezel bei Martina keine historischen Angaben vor. Eine archäologische Untersuchung ist bislang ausgeblieben. Verbindungen zur Herrschaft Ramosch können aufgrund der geographischen Nähe und des Burgnamens nur vermutet werden. Serviezel, in der älteren Literatur gelegentlich auch «Sansviz» genannt, wird vom Namen Wezzilo abgeleitet. Dieser kam bei den Herren von Ramosch auch tatsächlich vor: In einer vor 1148 ausgestellten Urkunde wird ein «Wezel de Remuscie» genannt, in einer anderen aus dem Jahr 1150 ein «Wezelo de Ramuscia».

Die stattliche Grösse der Anlage (rund 75 x 25 Meter) und ihre beherrschende Position über dem Tal, direkt an der ehemaligen Landstrasse, weisen auf eine gewisse Bedeutung hin. Die erhaltenen Mauern aus sauber gefügten Bruchsteinen sind 1,2 bis 1,4 Meter dick. Ein Burgtor darf nahe dem Halsgraben vermutet werden, wo bei einem kleinen Absatz im steilen Gelände ein Mauerzug rechtwinklig zum Hangverlauf hervorspringt. Gleich neben dieser Ecke finden sich Fundamentspuren einer älteren Mauer, die wahrscheinlich dem Bering einer vorhergehenden Bauphase zuzuweisen sind.
Auf dem weiten Plateau im Burginnern finden sich an verschiedenen Stellen Mörtelbrocken, und rechteckige Terrassierungen weisen ebenfalls auf eine ehemalige Bebauung hin. Am talseitigen Ende des Burgfelsens ist die Ringmauer, die hier nur 0,85 Meter stark ist, noch auf einer Länge von etwa 15 Metern erkennbar.

Das Fehlen von historischen Quellen und der Zustand der Burg lassen vermuten, dass sie bereits im Hochmittelalter aufgegeben oder zerstört worden ist.

Quellen: Otto P. Clavadetscher/Werner Meyer - Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Schwäbisch Hall 1984. S. 219. / Erwin Poeschel - Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Leipzig 1930. S. 276. / Erwin Poeschel - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. III: Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. Basel 1940. S. 467. / Heinrich Boxler - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2]. 2. Aufl. Arbon 1991. S. 76.
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