CASTELLO DI SASSO CORBARO
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Allgemeine Informationen
Im späten 15. Jhdt. durch das Herzogtum Mailand errichtete Burg, welche die mächtige Talsperre von Bellinzona (UNESCO-Weltkulturerbe) vervollständigte. Obwohl deutlich kleiner und kompakter als das Castel Grande und das Castello di Montebello, stellt Sasso Corbaro ein sehenswertes Beispiel spätmittelalterlicher Festungsarchitektur dar. Die Burg beherbergt heute das kantonale Volkskundemuseum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 11' 17.21" N, 09° 01' 48.17" E
Höhe: 462 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 722.860 / 116.430
Kontaktdaten
Museo Castello di Sasso Corbaro | CH-6500 Bellinzona-Artore
Tel. +41 (0)91 825 59 06
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Bellinzona ist die Hauptstadt des Kantons Tessin und liegt an der Nord-Süd-Route (Autobahn A2) unweit südlich des Zusammenschlusses von Leventina und Misox. Sasso Corbaro liegt rund 600 Meter südöstlich der Stadt am Berghang. Die Anfahrt ist vom Zentrum her ausgeschildert. Ein kleiner Parkplatz befindet sich direkt vor der Burg, ein grösserer Parkplatz etwas unterhalb.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Vom Bahnhof Bellinzona zu Fuss in Richtung Zentrum und von hier via Montebello hinauf zur Burg (ca. 45 Min.).
Wanderung zur Burg
Der Rundwanderweg «Le colline fortificate di Bellinzona» führt nahe an allen drei Burgen von Bellinzona vorbei.
Öffnungszeiten
Burg (Innenhof):
April bis Juni sowie September und Oktober täglich 10.00 - 18.00 Uhr
Juli und August täglich 10.00 - 19.00 Uhr
November bis März geschlossen

Museum:
April bis Obktober täglich 10.00 - 18.00 Uhr
November bis März geschlossen
(Stand 2015)
Eintrittspreise
Zugang zum Burghof kostenlos.
Eintritt Museum:
Erwachsene: 5 CHF
Kinder (6 bis 14 Jahre): 2 CHF
(Stand 2015)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
für Aussenaufnahmen ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Restaurant in der Burg:
www.osteriasassocorbaro.com
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
für die meisten Teile der Anlage möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Sasso Corbaro
Quelle: Meyer, Werner - Die Burgen von Bellinzona [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 551/552] | Bern, 1994 | S. 36 | überarbeitet von O. Steimann, 2008
Historie
1478 unternahmen die Innerschweizer einen ihrer vielen Versuche, dem Herzogtum Mailand die mächtige Talsperre von Bellinzona zu entreissen. Die Eroberung misslang, doch bewiesen die Eidgenossen mit dem Sieg in der Schlacht von Giornico dennoch ihre Gefährlichkeit. Als Reaktion darauf begannen die Mailänder in fieberhafter Eile, Bellinzona noch weiter zu befestigen.
Eine Lücke im Festungsriegel war die östliche Talflanke oberhalb von Montbello. Einer zeitgenössischen Notiz zufolge soll auf der felsigen Anhöhe von Sasso Corbaro bereits um 1400 ein Turm bestanden haben. Nun wurde hier auf Geheiss der Sforza 1479 innerhalb von nur sechs Monaten eine kompakte Burg errichtet. Sie umfasste zunächst nur den starken Hauptturm, der umgehend mit einer kleinen Garnison belegt wurde. Den Bau leitete der Militäringenieur Benedetto Ferrini aus Florenz, der allerdings kurz vor der Fertigstellung von der Pest dahingerafft wurde. Abgeschlossen wurden die Bauarbeiten 1481/82.

Die Hauptburg bildet ein Quadrat von 25 Metern Seitenlänge, rundum versehen mit Schwalbenschwanzzinnen und Maschikulis. In der Westecke wurde ein kleiner, ebenfalls zinnenbewehrter Flankierungsturm errichtet, während der Hauptturm (Mastio) mit bis zu 4,7 Metern dicken Mauern die exponierte östliche Ecke besetzte. Im Burghof fanden Wohnbauten und ein Ziehbrunnen Platz. Westlich vor der Kernburg sind zudem die Reste einer Zwingeranlage erhalten, die möglicherweise unvollendet geblieben ist.

Sasso Corbaro diente unter anderem als Gefängnis: 1494 ist von der Flucht eines Häftlings die Rede. Nach dem Übergang an die Eidgenossen (1500) wurde das Castello 1506 dem Landvogt von Unterwalden zugeteilt. Ein Kastellan und einige Kriegsknechte bewohnten die Burg, deren Wehrhaftigkeit durch Blitzeinschläge im 16. und 17. Jhdt. allerdings stark beeinträchtigt wurde. Als einziger Neubau aus jener Zeit gilt die der hl. Barbara geweihte Kapelle im Burghof. Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft (1798) wurde Sasso Corbaro dem Zerfall überlassen.

1870 überliess der Kanton Tessin die Ruine einer privaten Gesellschaft, die hier ein Hotel einrichten wollte. Das Projekt scheiterte allerdings. Um 1900 erwarben drei Bellenzer Familien die Burg und bauten sie zu einer Sommerresidenz um. Dabei wurde das Mauerwerk zwar gesichert, doch gingen gleichzeitig wichtige bauhistorische Befunde verloren.
Nachdem der Kanton Sasso Corbaro 1919 zurückkaufen konnte, liess er die Anlage 1933/34 gründlich sanieren. Weitere Umbauten folgten 1963/64, als in der Burg ein Volkskundemuseum eingerichtet wurde. Der jüngste Innenumbau wurde 1997/98 vorgenommen, das Mauerwerk 2001 gründlich restauriert. 2009 schlug wieder ein Blitz in die Burg ein, zerstörte allerdings nur eine der Zinnen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente inkl. Medienberichte
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. 1 | Neuenburg, o.J. | S. 118-121
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 604
  • Fusco, Vincenzo - Guida ai castelli della Svizzera Italiana | Viganello, 1988 | S. 22-23
  • Fusco, Vincenzo - Guida illustrata ai castelli, torri e rovine della Svizzera Italiana | Lugano, 1981 | S. 55-58
  • Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hg.) - Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 2 | Neue Ausg. | Bern, 2005 | S. 465
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 9: Graubünden 2 und Tessin | Kreuzlingen, 1973 | S. 105-108
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 2: Kantone Tessin und Graubünden (italienischsprachiger Teil) | Zürich, 1982 | S. 10-25
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 86-87
  • Meyer, Werner - Die Burgen von Bellinzona [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 551/552] | Bern, 1994
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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