BURGSTELLE RÄNGGEN II (RUCH-EPTINGEN)
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Allgemeine Informationen
Die mittlere der drei Burgstellen auf dem Ränggen-Grat steht auf zwei markanten, rundum steil abfallenden Felsköpfen. Auf beiden sind noch schwache Mauerspuren erkennbar. Die exponierte Höhenburg wurde im 13. Jhdt. erreichtet, möglicherweise als Erweiterung von Ränggen I. Die später auch als «Ruch-Eptingen» bezeichnete Anlage wurde wahrscheinlich durch das Basler Erdbeben von 1356 zerstört und danach aufgegeben.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 23' 35.92" N, 07° 48' 25.14" E
Höhe: 785 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 627.810 / 249.230
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A2 auf der Ausfahrt Eptingen verlassen, dann der Hauptstrasse in nördlicher Richtung bis zur Mineralwasserfabrik folgen. Hier links in die Bölchenstrasse einbiegen und dieser ca. 300 Meter folgen, bis rechts eine Seitenstrasse abzweigt. Wenige Parkmöglichkeiten entlang der Strasse. Ab hier der Wegbeschreibung unten folgen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Regelmässige Bahnverbindungen von Basel oder Liestal nach Sissach. Ab hier mit der Buslinie 107 bis zur Haltestelle Eptingen, Edelweiss.
Wanderung zur Burg
Ab der Eptinger Mineralwasserfabrik in westlicher Richtung der Bölchenstrasse folgen. Nach ca. 300 Metern rechts abbiegen und ab hier dem ausgeschilderten Wanderweg in Richtung Bergfluh folgen. Dieser führt über mehrere Kehren durch den Wald bergauf bis zum nördlichsten Ende des Ränggen-Grats. Von der Bergfluh nicht weiter dem Wanderweg, sondern der Waldstrasse nach Süden folgen. Von dieser zweigt nach wenigen Schritten rechts ein Pfad ab, der dem Grat entlang zunächst an der Burgstelle Ränggen III vorbei führt. Schliesslich trifft er auf zwei schroffe Felszähne, auf denen sich Ränggen II befindet. Sie sind von der Nordseite her begehbar. Genaue Karte dringend empfohlen!
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Ränggen II
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 119 | bearbeitet von O. Steimann, 2015
Historie
Die mittlere der drei Burgstellen auf dem Ränggen-Grat ist zugleich die eindrücklichste. Zwei rundum steil abfallende Felsköpfe, durch ein schmales Felsband miteinander verbunden, ragen hier aus der Umgebung empor. Auf der Westseite sind sie gegen die Burgstelle Ränggen I hin durch einen Abschnittgraben geschützt. Dieser ist vom Waldweg nördlich der Burg nur über einen steilen Hang zu erreichen. Von der Grabensohle lässt sich schliesslich der westliche Felskopf erklettern. Hier finden sich noch wenige Steinlagen von Mauern, die einst einen Wohntrakt von ca. 10 x 10 Meter Ausdehnung gebildet haben mögen. Auch der schmale Steg hinüber zum höheren östlichen Felskopf zeigt Spuren von Bearbeitung. Und auf dem höchsten Punkt lässt sich mit etwas Fantasie noch das Grundgeviert eines Turms erkennen. Weiter gegen Osten fällt der Burgfels dann senkrecht ab, an seinem Fuss befindet sich ein zweiter Graben.

Wer diese exponierte kleine Höhenburg errichtet hat, ist nicht gesichert. Wie bei den benachbarten Anlagen liegt die Vermutung nahe, dass es die Herren von Eptingen waren. Vielleicht baute ein Familienzweig das bereits bestehende Ränggen I standesgemäss aus. Oder es wurde nach der Aufgabe von Ränggen I und/oder Ränggen III eine ganz neue Burg errichtet. Die Form der Höhenburg auf einem zerklüfteten Felsgrat legt jedenfalls eine Gründung im 13. Jhdt. nahe.
Zerstört wurde die Anlage wahrscheinlich durch das grosse Basler Erdbeben von 1356. Zeitgenössische Berichte sprechen von zwei Burgen bei Eptingen, die Schaden genommen hätten. Die Bezeichnung «Ruch-Eptingen» taucht hingegen erst in einer Zeugenaussage aus dem Jahr 1413 auf.

Die ältere Forschung hat vermutet, dass auf dem Ränggen einst die Renke gewohnt hätten, eine Familie von Edelknechten im Dienste des Bischofs von Basel. Diese Deutung des Namens ist allerdings umstritten. Zwar bezeugen die Schriftquellen, dass Elisabeth von Eptingen um 1335 mit Konrad Renke verheiratet war. Doch die Renke waren damals als Vögte in Istein (D) ansässig.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 62
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 31-32
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 119
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, II. Teil | Basel, 1933 | S. 82
  • Tschudin, Peter - Die Renggenburgen ob Diegten | In: Baselbieter Heimatblätter, Bd. 20 | Reigoldswil, 1955 | S. 365-367
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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Sonstiges
  • Burgsage: Der Ränggenherr
    Der Ränggenherr

    Die Burg Ränggen wurde einst von einem tyrannischen Ritter bewohnt, der seine Untertanen äusserst hart hielt. Er achtete die Menschen so wenig wie eine Fliege. Für die Leute im Tal war das eine schwere Zeit. Ein Bauer aus Eptingen arbeitete eines Tages auf einem Feld bei Diegten, als er zum Ränggen hinauf schaute. Dort sah er einen Mann in roten Kleidern auf der Erde knieen, der sich plötzlich erhob und sausend durch die Luft fuhr. Bald darauf erschienen an der gleichen Stelle drei Männer, die ebenfalls seltsam gekleidet waren. Auch sie knieten eine Weile auf der Erde, erhoben sich, und fuhren mit dem gleichen Geräusch durch die Luft wie der Erste. Kurz darauf ergoss sich der Himmel in Strömen.

    Quelle: gekürzte Fassung nach J. Lenggenhager | In: Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 32
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