Wappen von Alterswil
Burg Ober-Maggenberg / Alterswil - Kanton Freiburg
Historie


Seit der Gründung von Freiburg im Üechtland durch die Herzöge von Zähringen im Jahr 1157 taucht unter den einflussreichsten Bürgern immer wieder die Familie de Montmacon bzw. von Maggenberg auf. Bereits ihr erster bekannte Vertreter, Ulrich I. von Maggenberg, wird in wichtigen Rechtsgeschäften als Zeuge erwähnt. Unweit östlich von Freiburg befand sich beim Dorf Tafers auf einem Hügel die Burg Nieder-Maggenberg, die wohl der Stammsitz der Familie war.

Die Maggenberger waren Vasallen der Herzöge von Zähringen und dienten später deren Rechtsnachfolgern, den Grafen von Kyburg. Als um die Mitte des 13. Jhdt. die Königsherrschaft der Hohenstaufen zusammenbrach, entbrannte um die Gebiete der heutigen Westschweiz ein Machtkampf zwischen den Kyburgern und den Grafen von Savoyen. Die Maggenberger hielten treu zu den Kyburgern und später auch zu deren Rechtsnachfolger, Graf Rudolf von Habsburg. Gleichzeitig besetzten zwischen 1260 und 1350 nicht weniger als fünf Vertreter der Familie das Amt des Schultheissen von Freiburg.

Ritter Ulrich II. von Maggenberg amtete quasi als rechte Hand Rudolfs von Habsburg in der Westschweiz und führte rund 30 Jahre lang für diesen Krieg mit Savoyen. Er kommandierte die freiburgischen Truppen bei der Belagerung der Stadt durch die Savoyer 1266/67 und unterstützte den mittlerweile zum König aufgestiegenen Rudolf auch bei den Belagerungen von Bern und Payerne. Selbst 1298 ist er noch als Anführer in zwei Gefechten vermerkt. Seitens der Habsburger wurden diese Leistungen reich belohnt: Ulrich II. wurde unter anderem Burgherr zu Laupen, Reichskastellan zu Gümmenen und erhielt die Reichsvogtei über die zur Festung Grasburg zählenden Güter westlich der Sense, darunter auch Alterswil.

Die alte Burg bei Tafers scheint der neuen Bedeutung der Ritterfamilie nun nicht mehr gerecht geworden zu sein. Ulrich II. war es wohl, der inmitten der neu erworbenen Herrschaft an der Sense um 1270 die Burg Ober-Maggenberg erbaute. Ob auf dem markanten Felskopf bereits eine Vorgängeranlage gestanden hatte, ist unklar. Die neue Burg war bergseits durch doppelte Gräben geschützt, die Kernanlage verteilte sich auf zwei Plateaus. Auf dem östlichen steht noch heute der Bergfried mit 8,2 Metern Seitenlänge und rund 2 Meter dicken Grundmauern. Auf dem westlichen Teil des Burgareals erhoben sich der Palas und weitere Gebäude, von denen heute jedoch nichts mehr erkennbar ist.

Ulrich II. starb um 1300, und sein Sohn Johann I. von Maggenberg folgte ihm in seiner Herrschaft nach. Auch Johann war Schultheiss von Freiburg und starb in dieser Funktion als Truppenführer in der Schlacht von Laupen 1339. Nun setzte der rasche Niedergang der Familie ein. Zahlreiche Güter und Rechte mussten in den folgenden Jahren verkauft werden. Mit Johann II. von Maggenberg taucht 1362 letztmals ein männlicher Familienangehöriger in einer Urkunde auf. Er muss bald darauf gestorben sein, denn 1371 bestätigte Landgraf Rudolf von Nidau den Übergang der Herrschaft Maggenberg an die Familie Velga. Nach dieser war ab 1379 Johann von Wippingen Herr über Ober-Maggenberg. Ob die Burg damals noch bewohnt wurde, ist nicht klar. Möglich wäre, dass sie als Stützpunkt Habsburgs nach der Schlacht von Sempach 1386 durch Berner Truppen zerstört wurde. Eventuell fiel sie auch um 1448 dem Kleinkrieg zwischen Bern und Freiburg zum Opfer.

Ober-Maggenberg wurde in den folgenden Jahrhunderten dem Zerfall überlassen und immer wieder als Steinbruch ausgebeutet. Da auch im Zwischengraben Steine gebrochen wurden, drohte schliesslich der Bergfried einzubrechen. Dies konnte durch den Verein für Heimatkunde des Sensebezirks verhindert werden, der die Ruine 1931 erwarb und sich seither um ihre Erhaltung kümmert.

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