Wappen von Murten
Schloß Murten / Murten - Kanton Freiburg
Historie


Dank seiner verkehrstechnisch guten Lage dürfte der Uferplatz von Murten schon im Frühmittelalter besiedelt gewesen sein. 1013 wird Murten erstmals erwähnt, als König Rudolf III. von Hochburg und sich hier aufhält. Es wird angenommen, dass der König hier eine stark befestigte Burg besessen hat.

Nach dem Tod Rudolfs III. (1032) wird Murten in den Streit um die Thronfolge im Königreich Burgund hineingezogen. Die Burg wird von Anhängern des Grafen Odo von der Champagne besetzt und deshalb im Februar 1033 von Kaiser Konrad II. belagert. Wie der zeitgenössische Chronist Wipo berichtet, hat der Kaiser keinen Erfolg, denn ein brutaler Wintereinbruch zwingt ihn zum Rückzug. Im Sommer 1034 zieht Konrad II. erneut vor Murten und kann es diesmal erobern. Die Burg wird zerstört.

Im 12. Jhdt. befindet sich Murten im Herrschaftsbereich der Herzöge von Zähringen, nach deren Aussterben (1218) wird die Stadt reichsfrei. 1238 befiehlt König Konrad IV. den Einwohnern, als Gegenleistung für vier Jahre Steuerfreiheit eine Stadtmauer zu errichten.

Trotz Anlehnung ans stärkere Freiburg kann sich Murten im Interregnum seine Reichsfreiheit nicht bewahren. 1255 sichert sich Graf Peter II. von Savoyen die Herrschaft über Burg und Stadt. Durch Um- und Erweiterungsbauten bekommt die Burg nun die wichtigsten Elemente ihres heutigen Aussehens. König Rudolf von Habsburg bringt Murten nochmals für kurze Zeit ans Reich, doch gleich nach seinem Tod (1291) kehren die Savoyer zurück.

1475 gelangen die Städte Freiburg und Bern in den Besitz von Murten und müssen wegen der Bedrohung durch den Burgunderherzog Karl den Kühnen die Befestigungsanlagen in kurzer Zeit verstärken. Im Frühsommer 1476 zieht Karl mit einem rund 20'000 Mann starken Heer vor Burg und Stadt, die von etwa 2000 Bernern unter Adrian von Bubenberg verteidigt werden. Am 22. Juni wird das Burgunderheer dann von den herbeigeeilten Truppen der Eidgenossen vernichtend geschlagen.

Die Ausbesserungsarbeiten an den stark beschädigten Wehrmauern dauern bis 1500. In der Burg residieren nun die Vertreter Freiburgs und Berns als Schultheissen der Stadt. Im 16. Jhdt. werden der Eingangstrakt und der Treppenturm im Hof neu errichtet.

Nach der helvetischen Revolution von 1798 wird Murten 1803 eine freiburgische Präfektur. Die Burg ist bis heute Verwaltungssitz geblieben und stellt zusammen mit der noch weitgehend intakten und teilweise begehbaren Stadtmauer ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Festungsbaukunst dar.

(Quellen: MEYER, Werner. Burgen der Schweiz, Band 9: Kantone Bern und Freiburg. Zürich 1983. S. 75-85. DE VEVEY, Bernard. Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg. Freiburg i.Ü. 1978. S. 250-256.)


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