OBERER TURM
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Allgemeine Informationen
Der Obere Turm, das Wahrzeichen von Kaiserstuhl, ist ein ehemaliger ritterlicher Wohnsitz innerhalb des befestigten Städtchens. Um die Mitte des 13. Jhdts. vermutlich durch die Freiherren von Regensberg erbaut, wurde er 1360 nach einem Stadtbrand um zwei Stockwerke erhöht.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 34' 03.58" N, 08° 25' 05.43" E
Höhe: 365 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 673.710 / 269.010
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Das Städtchen Kaiserstuhl liegt am Rhein gegenüber der deutschen Gemeinde Hohentengen, 9 km östlich von Zurzach an der Kantonsstrasse 7. Die mittelalterliche Stadtanlage bildet ein Dreieck, an dessen südlichstem Ende der Obere Turm steht. Parkplätze beim Bahnhof.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bad Zurzach oder ab Winterthur direkte S-Bahn-Verbindung (Linie 41) nach Kaiserstuhl.
Wanderung zur Burg
Kaiserstuhl liegt auf der 6. Etappe des Rhein-Fernwanderwegs Via Rhenana.
Öffnungszeiten
Mitte April bis Mitte Oktober: Samstag und Sonntag, 14.00 - 17.00 Uhr
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
für Aussenbesichtigung möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Oberer Turm
Quelle: Nach verschiedenen Vorlagen neu gezeichnet von O. Steimann, 2008
Historie
Mit seinen 11,9 Metern Seitenlänge und seinen rund 30 Metern Höhe gehört der Obere Turm zu Kaiserstuhl zu den mächtigsten mittelalterlichen Wehrbauten des Kantons Aargau. Die Turmburg, deren Mauern im untersten Stockwerk bis zu 2,5 Meter dick sind, ist fast gänzlich in ihrem spätmittelalterlichen Zustand erhalten geblieben. Über ihre Gründung gehen die Ansichten auseinander. Einerseits ist ab 1236 ein Freiherr Rudolf von Kaiserstuhl bezeugt, der wahrscheinlich der Familie derer von Wart entstammte. Andererseits ergab eine bauhistorische Untersuchung des Turms, dass dieser wohl kaum älter als die an ihn angefügte Stadtmauer ist. Deren Bau wird allgemein mit der Stadtgründung durch Freiherr Lütold VI. von Regensberg um 1254 in Verbindung gebracht.
Lütold hatte Rudolfs Tochter Adelburg von Kaiserstuhl geheiratet und war so in den Besitz der Siedlung gekommen. Spätestens zu jener Zeit muss der Obere Turm entstanden sein. Obwohl in die Stadtbefestigung integriert, war er eindeutig ein Wohnturm und übernahm die Funktion einer Stadtburg am höchsten Punkt des befestigten Ortes am Rhein. Reste eines Kamins im ersten Obergeschoss weisen heute noch auf diese ursprüngliche Funktion des imposanten Bauwerks hin.

Mitsamt dem Städtchen wurde 1294 auch der Obere Turm von den Regensbergern an den Bischof von Konstanz veräussert. Beim Stadtbrand von 1360 wurde er offenbar schwer beschädigt. Bei der Wiederherstellung setzte man dem Bauwerk zwei zusätzliche Stockwerke auf, was an den Mauern noch deutlich erkennbar ist. Das oberste Geschoss diente im Spätmittelalter dem Stadtwächter als Wohnung. Da nach 1360 auch das benachbarte obere Stadttor neu befestigt wurde, stand der Turm fortan nicht mehr direkt an der Aussenmauer, sondern innerhalb des neu geschaffenen Zwingers. 1423 erhielt er einen neuen Dachstuhl - es ist jener, der heute noch erhalten ist. Ausserdem prangt seit dem 16. Jhdt. eine Uhr an der Turmfassade.

Die kriegerischen Ereignisse während und nach der Helvetischen Revolution von 1798 überstand der Obere Turm unbeschadet. 1851 wurde auf der Südseite ebenerdig ein neuer Zugang durch die dicken Mauern gebrochen, der seither den alten Hocheingang auf der Ostseite ersetzt. Noch im zweiten Weltkrieg diente der Turm als Beobachtungsposten. 1955 musste der hölzerne Innenausbau teilweise ersetzt werden, und von 1989 bis 1994 wurde das Bauwerk zusammen mit den übrigen mittelalterlichen Wehrbauten Kaiserstuhls bauhistorisch untersucht und anschliessend saniert. Die Turmburg befindet sich heute im Besitz der Ortsbürgergemeinde Kaiserstuhl.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 21
  • Bosch, Reinhold - Die Burgen und Schlösser des Kantons Aargau | Aarau, 1949 | S. 72-73
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 3: Aargau | Kreuzlingen, 1967 | S. 75-76
  • Kläui, Paul / Welti, Hermann / Maurer, Emil - Kaiserstuhl [Aargauische Heimatführer, Bd. 2] | Aarau, 1955
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 180
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 8: Kantone Luzern und Aargau | Zürich, 1982 | S. 75
  • Reicke, Daniel - «von starken und grossen flüejen»: Eine Untersuchung zu Megalith- und Buckelquader-Mauerwerk an Burgtürmen im Gebiet zwischen Alpen und Rhein [Schweizerische Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 22] | Basel, 1995 | S. 87-89
  • Wenzinger Plüss, Franziska / Frei-Heitz, Brigitte - Kaiserstuhl [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 710] | Bern, 2002
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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