BURG HOSPENTAL
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Allgemeine Informationen
Weitgehend erhaltene, um 1226 errichtete Turmburg auf einem exponierten Felsklotz über dem Dorf Hospental. Am Turm sind noch der alte Hocheingang, ein Aborterker, eine ehemalige Holzgalerie und im Innern die Reste von Schüttstein und Herdstelle erkennbar. Die Burg war im 13. und 14. Jhdt. das Herrschaftszentrum des Urserentals und Wohnsitz der Ritter von Hospental.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 37’ 06.97“ N, 08° 34’ 00.91“ E
Höhe: 1510 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 686.420 / 163.660
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A2 bei Göschenen verlassen und auf der Hauptstrasse 2 durch die Schöllenen hinauf nach Andermatt und weiter nach Hospental. Wenige Parkmöglichkeiten im Ort. Vom Dorf führen zwei verschiedene markierte Wege in wenigen Schritten hinauf zur Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Bahn auf der alten Gotthardlinie bis nach Göschenen. Ab hier weiter mit dem Regionalzug in Richtung Visp bis nach Hospental.
Wanderung zur Burg
Die Burg liegt am Trans Swiss Trail, an der ViaGottardo und an der ViaSuworow.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Hospental
Quelle: Krahe, Friedrich-Wilhelm - Burgen des deutschen Mittelalters: Grundrisslexikon | 3. Ausg. | Würzburg, 2000 | S. 302 | bearbeitet von O. Steimann, 2005
Historie
Die Burg Hospental liegt an der Kreuzung zweier wichtiger Passstrassen durch die Alpen: Der Nord-Süd-Verbindung über den Gotthard und der Ost-West-Verbindung über den Furka- und den Oberalppass. Doch war wohl weniger die verkehrsstrategische Lage ausschlaggebend für ihre Errichtung als vielmehr die Tatsache, dass das Kloster Distentis seit der Karolingerzeit Grundherr des Urserentals war. Nach der Rodung begann im 11. Jhdt. die durch das Kloster geförderte Besiedlung des Hochtals, hauptsächlich durch deutschsprachige Walser aus dem Oberwallis.
Verwaltet wurde die Herrschaft durch klösterliche Dienstleute, die mit «Walterus prelatus de Ursaria» 1203 erstmals erwähnt werden. Walter war möglicherweise der Ahnherr der späteren Ritter von Hospental. Der von nahezu überall im Urserental her sichtbare, vierstöckige Wohnturm auf dem Felsblock über dem Dorf wurde gemäss dendrochronologischer Datierung um 1226 errichtet und mit einer Ringmauer umgeben. Der Turm misst im Grundriss 10 x 7,5 Meter und war einst über einen Hocheingang auf der Südostseite zugänglich. Im zweiten Obergeschoss ist ein Aborterker erhalten. Darüber befand sich einst eine hölzerne Galerie, wie die Balkenlöcher auf allen vier Seiten anzeigen.

Mit der Erschliessung der Schöllenenschlucht, der Verbindung zwischen Urserental und Uri, wurde der Gotthard um 1230 zur direktesten Verbindung zwischen Deutschland und Italien und ist es bis heute geblieben. Kaiser Friedrich II. zog um 1240 die nun strategisch wichtige Vogtei über das Urserental ans Reich und vergab diese als Lehen an die Grafen von Rapperswil. Nach deren Aussterben kam sie 1283 in den Einflussbereich der Habsburger. Als Untervögte und Ammänner sassen die 1285 erstmals erwähnten Herren von Hospental auf der Burg, zogen Steuern ein und übten die Gerichtsbarkeit über die Talleute aus. Doch wurde ihnen im Thronstreit ab 1314 ihre Nähe zu den Habsburgern zum Verhängnis. 1317 konnte der Urner Konrad von Moos König Ludwig den Bayer dazu bewegen, Heinrich von Hospental als Ammann von Urseren abzusetzen und das Amt ihm selbst zu übertragen. Damit kamen die von Moos auch in den Besitz der Burg. Sie hielten diese bis 1399, als Elisabeth von Moos das «Schloss» an Walter Meyer aus Altdorf übertrug.

Weil die Dörfer des Urserentals nach mehr Selbstbestimmung trachteten und sich 1410 der Talschaft Uri anschlossen, verlor die Burg Hospental ihre Funktion als Herrschaftszentrum und wurde verlassen. Als Walter Meyer die Anlage 1425 an Jenni Swifter von Urseren weiterverkaufte, war sie wohl bereits nicht mehr bewohnbar, denn sie kostete nur noch einen Ochsen.
Im frühen 18. Jhdt. soll die Ringmauer für den Bau einer Kapelle abgebrochen worden sein. Trotz seiner exponierten Lage blieb der Turm aber erstaunlich gut erhalten. 1896 bis 1898 wurde er sorgfältig dokumentiert und restauriert, weitere Konservierungsarbeiten erfolgten 1932 und 1992/93.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Birchler, Linus - Die Burgen und Schlösser der Urschweiz: Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden | Basel, 1929 | S. 22-23
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin 1995 | Nr. 658
  • Brunner, Thomas - Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Bd. IV: Oberes Reustal und Ursern | Bern, 2008 | S. 372-373
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 6: Urschweiz (Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden) und Glarus | Kreuzlingen, 1970 | S. 30-32
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 1: Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug | Zürich, 1981 | S. 24-25
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 102-104
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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