Wappen von Kradolf-Schönenberg
Burg Heuberg / Kradolf-Schönenberg - Kanton Thurgau
Historie

 

Über die Burg Heuberg liegen keine Schriftquellen aus dem Mittelalter vor. Da bislang auch keine archäologischen Untersuchungen vorgenommen wurden, kann über ihre Geschichte nur spekuliert werden. Die Anlage erhob sich auf einer rund 100 Meter langen Hügelkuppe, die am südlichen Ende durch einen Halsgraben geschützt war. Der Kern bestand offenbar aus einem trapezförmigen, innerlich unterteilten Bauwerk, von dem heute noch bis zu 3 Meter hohe Mauern erhalten geblieben sind. Offen bleibt, ob der schmale Nordteil der Hügelkuppe ebenfalls überbaut war.

Das Mauerwerk aus lagenhaft geschichteten, wenig bearbeiteten Bollensteinen ist jenem der benachbarten Burg Schönenberg sehr ähnlich. Auch die mittelalterlichen Besitzverhältnisse lassen vermuten, dass beide Burgen zu derselben Herrschaft gehörten und vielleicht Sitz verschiedener Familienzweige der Herren von Schönenberg waren. Diese werden 1159 erstmals urkundlich erwähnt. Von Friedrich von Schönenberg, der 1211 am 4. Kreuzzug teilnahm, ist bekannt, dass er fünf Söhne hatte. Möglicherweise wurde Heuberg um jene Zeit für einen von ihnen errichtet.

Die Schönenberger waren Dienstleute des Bischofs von Konstanz. 1352 trat Ritter Johannes II. seine Stammburg mit allen Gütern dem Bistum ab. Damals wird auch ein «guot uf Hoeberg» zum ersten Mal explizit genannt. Die Burg daselbst findet aber keine Erwähnung und war damals vielleicht schon zerfallen. Der Name Heuberg bezog sich auf den gesamten Hügelzug und bezeichnet heute noch zwei Höfe unmittelbar südlich der Ruine. Im Volksmund wird die Burg allerdings auch «Alt-Weingarten» genannt. Seit den 1970er Jahren bemüht sich die «Genossenschaft zur Erhaltung der Ruinen Last und Heuberg» darum, die Burg vor dem endgültigen Zerfall zu bewahren.

QUELLEN: KNOEPFLI, Albert. Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. III: Der Bezirk Bischofszell. Basel 1962. S. 487. / KOMISSION DES HISTORISCHEN VEREINS DES KANTONS THURGAU. Die Burgen und Schlösser des Kantons Thurgau, I. Teil. Basel 1931. S. 88. / BOXLER, Heinrich. Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2]. 2. Aufl. Arbon 1991. S. 132. / GIEZENDANNER, Heini. Burgen und Schlösser im Thurgau. Frauenfeld 1997. S. 116. / BITTERLI, Thomas. Schweizer Burgenführer. Basel/Berlin 1995. Nr. 585. / GOHL, Ronald et alt. Burgenparadies Schweiz: 40 Wanderungen zu Rittern, Grafen und Vögten. Zug/Basel 2004. S. 101-103.

 

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