Wappen von Pratval
BURG HASENSPRUNG
Europa / Schweiz / Kanton Graubünden / Bezirk Hinterrhein / Pratval

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Historie

Grundriss

Zu dieser vom endgültigen Zerfall bedrohten Ruine bei Pratval gibt es keine gesicherten historischen Nachrichten. Gemäss dem nicht immer ganz zuverlässigen Chronisten Aegidius Tschudi (1505-1572) soll die Burg im 15. Jhdt. den Grafen von Werdenberg-Sargans gehört haben und in der Schamserfehde 1451 durch deren Gegner zerstört worden sein. Trifft dies zu, so wäre Hasensprung wohl als Sitz eines Dienstmanns der Freiherren von Vaz im 13. Jhdt. entstanden. Deren Güter im Domleschg fielen nach dem Aussterben der mächtigen Familie (1338) den Grafen von Werdenberg-Sargans zu.

Der Burghügel wird um 1370 als «colli de Hasensprung» im Urbar des Churer Domkapitels erstmals genannt, doch findet die Burg selbst dabei keine Erwähnung. Um 1498 wiederum ist in einer Urkunde von einem Weinberg «ze Thusis vor dem dorff gelegen genant Hansensprung» die Rede, wobei unklar ist, ob damit der Burghügel bei Pratval gemeint sein kann.

Hasensprung steht auf einem Geländerücken, der gegen das Dorf hin durch einen natürlichen Graben vom Berghang getrennt ist. Das stark überwucherte Burgareal misst etwa 18 x 30 Meter, wobei am östlichen Ende die Ruine des vierstöckigen Hauptturms aufragt. Erhalten ist allerdings nur die nordöstliche Turmecke mit drei Fensterscharten. Die Mauerstärke des Turms beträgt rund 2,5 Meter. Auffallend ist der saubere Eckverband aus lagerhaft geschichteten Quadern. Am Mauerwerk sind inwendig noch schwache Spuren des Rauchkanals eines Kamins erkennbar.
Westlich des Turms folgte wohl der Bering, der ein weiteres Gebäude und eine Zisterne umfasst zu haben scheint. Die wenigen Mauerreste am westlichen Ende des Plateaus lassen aber keine eindeutigen Schlüsse mehr zu. Eine archäologische Untersuchung der Ruine ist bislang ausgeblieben.

Quellen: Otto P. Clavadetscher/Werner Meyer - Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Schwäbisch Hall 1984. S. 123-124. / Erwin Poeschel - Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Leipzig 1930. S. 198. / Erwin Poeschel - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. III: Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. Basel 1940. S. 121. / Anton von Castelmur - Die Burgen und Schlösser Graubündens, I. Teil: Herrschaft, Prätigau, V Dörfer, Chur und Umgebung, mit Schanfigg, Domleschg. Basel 1940. S. 98-99. / Heinrich Boxler - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2]. 2. Aufl. Arbon 1991. S. 59. / Thomas Bitterli - Schweizer Burgenführer. Basel/Berlin 1995. Nr. 317.
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