UNTERES MITTLERES SCHLOSS GUNDELDINGEN
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Quelle: Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, I. Teil | Basel, 1932 | S. 109
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Allgemeine Informationen
In nachmittelalterlicher Zeit stark veränderter Wohntrakt einer ehemaligen Wasserburg. Weiher, Umfassungsmauer und Nebenbauten sind heute verschwunden.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 32' 24.47" N, 07° 35' 30.84" E
Höhe: 280 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 611.555 / 265.480
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Das Stadtquartier Gundeldingen liegt südlich des Zentrums von Basel. Das Schloss steht an der Ecke Gundeldingerstrasse / Bruderholzweg, etwas versteckt hinter Wohnblöcken. Adresse: Gundeldingerstrasse 280.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Vom Bahnhof Basel SBB mit der S-Bahn-Linie 3 oder dem Tram Nr. 10 bis zur Haltestelle Dreispitz. Ab hier mit der Buslinie 36 bis zur Station Bruderholz.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Keine Innenbesichtigung – das Haus enthält Verwaltungsräume. Aussenbesichtigung jederzeit möglich.
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Gundeldingen
Quelle: Auf Basis des Katasterplans neu gezeichnet von O. Steimann, 2009
Historie
Unterhalb des Bruderholzes, eines bewaldeten Abhangs südlich von Basel, entstanden vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit vier herrschaftliche Wohnsitze – die Gundeldinger Schlösser. Zwei davon sind heute in Teilen noch erhalten, wobei es sich beim vorderen Schloss Gundeldingen um einen unbefestigten Landsitz aus dem 16. Jhdt. handelt. Von den beiden mittleren Anlagen, die einst nahe beieinander am Ausgang der so genannten «Wolfsschlucht» standen, hat nur der Wohntrakt des unteren Schlosses die Jahrhunderte überstanden.
Dieses untere mittlere Schloss Gundeldingen entstand vermutlich im 14. Jhdt. als befestigtes Weiherhaus. Der Teich ist heute verschwunden, doch wurde er noch 1746 auf einem Plan eingezeichnet. Der Wohntrakt weist einen nahezu quadratischen Grundriss auf. Sein steinerner, zwei Stockwerke hoher Sockelbau geht auf die Gründungszeit der Anlage zurück. Darüber erhebt sich ein eingeschossiger Fachwerk-Aufbau mit Walmdach. An diesen Kernbau wurde später auf der Nordwestseite ein Treppenturm angefügt – am Türsturz wird 1674 als Baujahr angegeben. Nicht mehr vorhanden sind hingegen die Nebengebäude, die Gartenanlage und die Ringmauer, die einst den ganzen Komplex umgab.

Über den Erbauer der burgähnlichen Anlage ist nichts bekannt. Das benachbarte obere Schloss, ein Erblehen des Klosters St. Alban, gehörte um 1377 den Edelknechten von Ramstein. Das untere Schloss befand sich um jene Zeit hingegen im Besitz des 1389 verstorbenen Laienbruders Konrad Matzerer. Die lehnsrechtlichen Verbindungen waren hier offenbar komplizierter: Als Matzerer 1389 vom Basler Goldschmied Henman Schnürler beerbt wurde, verzichteten Edelknecht Rudolf von Aarberg und seine drei Schwestern ausdrücklich auf ihre Ansprüche. 1401 vereinigte Agnes von Dornach beide mittleren Gundeldinger Schlösser in ihrem Besitz, doch blieb diese Zusammenlegung nicht von Dauer. Bald nach ihrem Tod (1415) kam das untere Schloss an die Basler Familie Schermann, die es bis zur Mitte des 15. Jhdts. besass.
Die Anlage wechselte nun mehrfach die Hand, bevor sie 1549 an den Humanisten und ersten Rektor des Basler Gymnasiums Thomas Platter kam. Das damals verwahrloste Weiherhaus wurde durch ihn gründlich restauriert und trägt heute noch seinen Namen (Thomas-Platter-Haus). Platter starb 1582. Nach weiteren Besitzerwechseln kamen 1704 nochmals beide mittleren Gundeldinger Schlösser zusammen, als sie Hans Jakob Merian, Ratsherr und Obervogt zu Riehen, erwerben konnte. Im 19. Jhdt. musste das obere Schloss einer Brauerei weichen, während das untere 1842 an den Basler Bürgerspital kam und 1958 schliesslich vom Kanton Basel-Stadt erworben wurde. Der verbliebene Wohntrakt war jedoch in schlechtem Zustand und drohte mehrmals abgebrochen zu werden, bis ein 1965 gegründetes Komitee die Erhaltung sicherstellen konnte. Seit Abschluss der Restaurationsarbeiten 1974 beherbergt das ehemalige Weiherhaus verschiedene Büro- und Praxisräume.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 86-87
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 147
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 207
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, I. Teil | Basel, 1932 | S. 109-112
Webseiten mit weiterführenden Informationen
    k.A.
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