Wappen von Churwalden
ABTTURM CHURWALDEN
Europa / Schweiz / Kanton Graubünden / Bezirk Plessur / Churwalden

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Historie

Grundriss

Das Kloster Churwalden wurde gemäss einer älteren Überlieferung um 1164 vom Prämonstratenserorden gegründet. Mit Güter ausgestattet wurde es durch die Freiherren von Vaz, die in der Marienkirche des Stifts ihre Familiengrablege einrichteten. Zudem war die Kastvogtei des Klosters an die benachbarte vazische Burg Strassberg gebunden. Dem Männerkloster wurde schon bald ein Frauenkonvent angegliedert – die Augustinerinnen von Churwalden finden in den Quellen von 1208 bis 1311 Erwähnung. Das Kloster, direkt am Zugang von Chur zu den Bünder Alpenpässen gelegen, diente vornehmlich der Betreuung von Reisenden und verfügte auch über ein Hospital mit eigener Kapelle. Um die Mitte des 13. Jhdts. wurde als neuer Sakralraum die heute noch bestehende Kirche SS. Maria und Michael erbaut.

Um 1400 fiel die Anlage einem Brand zum Opfer und musste danach teilweise neu gebaut werden. Das bislang von einem Probst geführte Kloster wurde 1446 zur Abtei erhoben. Als repräsentative Behausung diente dem Abt der mächtige Wohnturm, der im 14. oder 15. Jhdt. rund 100 Meter südlich der Klosterkirche erstellt worden war. Der Bau verfügt über vier Geschosse sowie einen Dachraum und steht heute noch in voller Höhe aufrecht. Im Laufe der Zeit ist er allerdings mehrfach umgestaltet worden. Dies zeigt sich besonders deutlich an den verschiedenen Fensteröffnungen und zwei zugemauerten Austritten auf Aborterker im 3. und im 4. Stockwerk. Auch der Treppengiebel auf der Nordseite dürfte erst im 16. Jhdt. entstanden sein. Unklar ist die Lage des ehemaligen Hocheingangs zum Turm – auch dieser muss später vermauert worden sein.

In der Reformationszeit wurde es dem Kloster untersagt, Novizen aufzunehmen. In der Folge nahm die Zahl der Mönche rapide ab: Bereits 1533 wohnten nur noch ein Bruder und der Abt in Churwalden. Ab 1599 wurde gar kein Abt mehr bestellt – die Prämonstratenser verwalteten die Güter der Abtei fortan von Roggenburg aus. 1616 eignete sich das Gericht Churwalden einige der Konventsgebäude an und verfügte, dass die Klosterkiche ab sofort beiden Glaubensrichtungen für Gottesdienste offenstehen müsse. Die zwischen Kirche und Abtturm gelegenen, nicht mehr benützten Konventsgebäude zerfielen nun und sind heute bis auf wenige unscheinbare Reste verschwunden.

Quellen: Otto P. Clavadetscher/Werner Meyer - Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich/Schwäbisch Hall 1984. S. 288. / Erwin Poeschel - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. II: Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. Basel 1937. S. 216-218 und S. 248-249. / Thomas Bitterli - Schweizer Burgenführer. Basel/Berlin 1995. Nr. 275.
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