BRENYTURM (RUSSINGERTURM)
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Allgemeine Informationen
Ritterlicher Wohnturm aus dem späten 13. Jhdt., der nach der ersten Stadterweiterung im 14. Jhdt. den nordöstlichen Eckpunkt der Altstadt von Rapperswil bildete. Nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1350 wurde er wohl teilweise neu aufgebaut und bildete ab dem 15. Jhdt. eine Einheit mit dem benachbarten Brenyhaus. Durch einen modernen Zwischentrakt verbunden, beherbergen die beiden Gebäude heute das Stadtmuseum von Rapperswil-Jona.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 13' 40.68" N, 08° 49' 04.40" E
Höhe: 422 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 704.450 / 231.700
Kontaktdaten
Stadtmuseum Rapperswil-Jona | Herrenberg 30/40 | CH-8640 Rapperswil
Tel: +41 (0)55 210 71 64 | E-Mail: stadtmuseum@ogrj.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Süden her: Die Autobahn A3 bei Pfäffikon (SZ) verlassen und den Zürichsee auf dem Seedamm überqueren.
Von Norden her: Die Autobahn A53 bei der Ausfahrt Rapperswil verlassen und in südlicher Richtung über die Rüti- und Zürcherstrasse bis in die Innenstadt weiterfahren. Zahlreiche kostenpflichtige Parkmöglichkeiten im Stadtzentrum.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Der Bahnhof Rapperswil ist aus allen Himmelsrichtungen sehr gut erreichbar. Der Brenyturm befindet sich wenige Schritte östlich der Burg in der Altstadt.
Wanderung zur Burg
Der Brenyturm ist sowohl durch die ViaJacobi als auch durch den Züri Oberland-Höhenweg und den Zürichsee-Rundweg erschlossen.
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag: 14.00 - 17.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr
Geschlossen: jeden Montag und Dienstag, 25. Dezember, 1. Januar
(Stand 2015)
Eintrittspreise
Erwachsene: 6 CHF (jeden ersten Samstag im Monat gratis)
Kinder (bis 16 Jahre): gratis
(Stand 2015)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
von aussen ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
Das Museum bietet einen Rätselrundgang an und veranstaltet regelmässig Workshops für Kinder.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Brenyturm
Quelle: Roskothen, Frank - Subtil extrovertiert: Ausbau Stadtmuseum Rapperswil von :mlzd | Werk, Bauen + Wohnen, Heft 4/2012 | Zürich, 2012 | S. 64 | komplett überarbeitet von O. Steimann, 2015
Historie
Neben der alles dominierenden Burg ist der Brenyturm der markanteste mittelalterliche Wehrbau in der Altstadt von Rapperswil. Bis zur Dachspitze misst er 28 Meter, sein Grundriss bildet ein Quadrat von ca. 9 x 9 Metern.
Das grobe Mauerwerk des Sockelgeschosses wird ins späte 13. Jhdt. datiert - in eine Zeit also, als sich das Areal noch ausserhalb der Stadtbefestigung befand. Wer den Wohnturm errichtet hat, ist unsicher. Möglicherweise waren es die Herren von Russikon. Diese ursprünglich aus dem Zürcher Oberland stammende Familie stand in Diensten der Grafen von Rapperswil. Das neben dem Turm stehende Gebäude wird in einer Urkunde von 1452 als Haus von Heinrich Russinger erwähnt. Da Turm und Haus später immer eine Einheit bildeten, wird der Turm auch Russingerturm genannt.

Noch vor der Mitte des 14. Jhdts. wurde das Quartier östlich der Burg in die Stadtbefestigung einbezogen. Der Turm der Russinger wurde nun zum nordöstlichen Eckpunkt der Stadt. Auf seiner Südseite schloss das obere Stadttor an.
Bei der Zerstörung der Stadt durch die Zürcher im Jahr 1350 nahm wahrscheinlich auch der Turm Schaden. Das feinere, regelmässigere Mauerwerk seiner oberen Stockwerke könnte aus der Zeit des Wiederaufbaus von Rapperswil unter den Herzögen von Österreich stammen.

Um 1490 ging das Grundstück in den Besitz von Hans von Hohenlandenberg über. Er war von 1491 bis 1510 wiederholt Schultheiss von Rapperswil und liess das Haus neben dem Turm neu bauen oder zumindest stark verändern. Es umfasst seither drei Stockwerke, gekrönt mit einem Satteldach. Das Wappen der Hohenlandenberger ist im Innern noch an mehreren Stellen präsent. 1525 erwarb die Familie Göldin aus Zürich Turm und Haus und liess um die Mitte des 16. Jhdts. die noch heute erhaltene Raumstruktur einbauen. Anschliessend folgten vor allem im 17. Jhdt. viele Besitzerwechsel, bis Michael Augustin Breny, ehemals Pfarrer von Lütisburg, das Haus 1758 erwarb und in eine Familienstiftung einbrachte. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Name des Turms.

1845 wurde das Stadttor beim Turm abgebrochen. In den 1870er Jahren verschwand auch ein Erker an der Südwestecke des Turms, in dem sich eine kleine Kapelle befunden hatte. Wenig später wurde auch das Innere der beiden Gebäude gründlich umgestaltet. Ihren heutigen Zweck als Museum erfüllt die Anlage seit 1943, 1958 konnte die Ortsgemeinde Rapperswil das ganze Bauensemble übernehmen. Nach einer gründlichen Restaurierung wurde das Stadtmuseum auch auf den Turm ausgedehnt.
Eine letzte architektonische Neuerung erfuhr der Komplex in den Jahren 2010/2011, als das Museum im Zuge der Fusion der Gemeinden Rapperswil und Jona erweitert und modernisiert wurde. Damals wurde der aus dem 19. Jhdt. stammende Verbindungsbau zwischen Brenyhaus und -turm durch einen modernen Baukörper ersetzt. Der neue, mit gelochten Bronzeplatten verkleidete Zwischentrakt «Janus» respektiert die historische Bausubstanz und darf als gelungene Ergänzung betrachtet werden.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Anderes, Bernhard - Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Bd. IV: Der Seebezirk | Basel, 1966 | S. 386-392
  • Röllin, Peter - Kulturbaukasten Rapperswil-Jona: 36 Museen ohne Dach | 2. Aufl. | Rapperswil-Jona, 2011 | S. 56-57
  • Roskothen, Frank - Subtil extrovertiert: Ausbau Stadtmuseum Rapperswil von :mlzd | Werk, Bauen + Wohnen, Heft 4/2012 | Zürich, 2012 | S. 62-64
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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