CETATEA POENARI | BURG POIENARI
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Allgemeine Informationen
Vlad "Tepes" Dracul(ea) soll Teile der zerfallenen Burg im 15. Jahrhundert durch Zwangsarbeiter wieder aufgebaut und zeitweise auch darin gelebt haben.
In Capatineni-Ungureni befindet sich das ehemalige Wohnhaus des Musikers George Stephanescu (Begründer des ersten rumänischen Konservatoriums). In den jetzt als Museum eingerichteten Räumen befindet sich ein von Architekt Victor Stephanescu im Jahre 1900 gebautes Kleinmodell der Burg.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 45°21'14.5" N, 24°38'06.9" E
Höhe: 788 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
Von Curtea de Arges über die Landstraße DN 7C durch die Dörfer Albesti-Pamiteni und Capatineni-Ungureni.
Kostenlose Parkplätze unterhalb der Ruine.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
Vom Parkplatz aus führen 1550 Stufen hinauf zu Ruine (im Winter teils extrem glatt).
Der Aufstieg dauert je nach Kondition ca. 45 min.
Öffnungszeiten
Besichtigung jederzeit möglich.
Eintrittspreise
Im Winter zeitweise kostenlos.
Im Sommer kostenpflichtig (der Kassierer wohnt in einem kleinen Haus unmittelbar vor der Burg und kommt teilweise erst später zur Ruine nach, um zu kassieren).
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
k.A.
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
k.A.
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
k.A.
Bilder
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Grundriss
Grundriss Burg Poienari
Quelle: Cantacuzino, Gheorghe I. - Cetatea Poenari: „Studii şi cercetări de istorie veche”, Nr. 22 | 1971
(durch Autor leicht aktualisiert)
Historie
Die Burg Poienari liegt in 855 m Höhe am Südhang des Fagaras-Massivs, das zur Karpatenkette gehört. Sie wurde in dem Engpass erbaut, den sich der Fluss Arges durch die Felsen gebahnt hat.

Die Meinung der Spezialisten ist geteilt. Einige glauben die Burg Poienari mit dem "castrum Argias" , das in Verbindung mit dem Feldzug, des Ungarnkönig Karl Robert von Anjou (1308-1342) im Jahre 1330, in Urkunden erwähnt wird, identifizieren zu können. Andere halten die Burg Poienari für noch älter. Im 14. Jahrhundert schenkten die Fürsten der Burg die Dörfer Capatineni und Cheiani, die ihr unterworfen wurden. Die Größe der Dörfer beweist, dass die Fürsten der Burg eine besondere Bedeutung beimaßen.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg aus nicht bekannten Gründen verwüstet.

1453 schrieb König Ladislaus V. Postumul den Einwohnern von Sibiu, sie sollen die Burg wieder instand setzen. Da diese dem Wunsch nicht nachkamen, entschloss sich Vlad Tepes (Vlad Draculea), die Burg selbst wiederherstellen zu lassen. Am 17. April 1457 ließ er in der walachisischen Hauptstadt Tirgoviste alle Bojaren festnehmen, die gegen ihn komplottiert hatten. Zur Strafe schickte er sie mit ihren Familien auf den Burgberg und ließ sie die Burg wieder aufbauen. In nur einer Woche war die Burg wieder bewohnbar.

Im Juni 1462 flüchtete Dracula (Draculea) vor den Tataren und Türken, die von Sultan Mehmet II. el Fatih befehligt wurden, in die Burg Poienari. Die Verfolger entdeckten sein Versteck und begannen die Burg vom benachbarten Berg Pleasa zu bombardieren. Es gelang dem Fürsten jedoch, seine Feinde zu überlisten und zu entkommen.

Die Fürsten, die Draculea auf den Thron folgten, benutzen die Burg zu gleichen Zwecken weiter. Unter Basarab cel Tinar (Basarab dem Jungen, 1479-82) und Vlad Calugarul (Vlad der Mönch, Stiefbruder Draculeas, 1482-95) war der Bojar Ratea Festungskommandant (er ist in der ersten rumänischen Urkunde erwähnt, in der von der Burg die Rede ist). Der nächstfolgende Fürst, Radu cel Mare (Radu der Große, 1495-1508, ebenfalls aus der Dracul-Familie) ernannte den Bojaren Gherghina, seinen Onkel, zum Burggrafen, der hier von 1501 bis 1507 blieb. Damals lag im Kerker der Burg der Bojar Milea, der versucht hatte, den Thron zu stürzen.

Als nächstes kam Mihnea Voda cel Rau (Mihnea der Böse), Draculas Sohn, auf den Thron (1508-10). Er ernannte Daniciu (1519-19) zum Burggrafen. Daniciu blieb Burggraf auch während der Herrschaft von Vlad cel Tinar (Vlad dem Jungen, 1510-12) und z.T. unter Neagoe Basarab (1512-21). Nach dem Tod von Neagoe trat dessen Schwiegersohn Fürst Radu de la Afumati (1522, 1523, 1524, 1525-29), der das Bündnis mit Transsilvanien festigen wollte, die Burg an den König von Ungarn Ludwig II. (1516-26) und dem Woiwoden von Transsilvanien, Ion Zapolya (1510-40) ab. Bis 1529 blieb die Burg Stützpunkt der walachisischen und transsilvanischen Fürsten.

In den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts gelang es den osmanischen Truppen die Kontrolle über die Walachei und 1541 auch über Transsilvanien zu gewinnen. Unter diesen Umständen kam der Fürst Radu Paisie (1535-45) dem Verlangen des Sultans nach, alle rumänischen Burgen zu schleifen und keine neuen mehr zu bauen. Er nahm Poienari 1538 den Grundbesitz und verlieh ihn dem Großbojaren Radu Furca aus Golesti, Schatzmeister der Walachei. Somit verlor die Burg ihre Funktion als Fluchtort und Verteidigungspunkt. 1552 erschien in Urkunden von Brasov mit Neagu der letzte Burggraf von Poienari. 1747 sah der Metropolit Neofit die Burg bereits in einem völlig zerstörten Zustand.

Im Jahre 1969 wurden archäologische Grabungen ausgeführt. Die Mauern die direkt auf dem Felsen aufliegen, wurden freigelegt und dabei konnte man beobachten, dass die Burg anfangs nur aus einem kleinen, viereckigen, aus Stein ausgeführten Turm bestand. Um ihn herum, wurden die anderen Burgmauern und Bollwerke aus Stein und Ziegelmauerwerk ausgeführt. Theorien, dass hier einst eine ältere, dakische Burg stand, wurden widerlegt. Zwischen 1969 und 1974 wurde die Ruine restauriert.

Durch das ehemalige Burgtor gelangt man in einen 24 m langen Mauergang, in dem sich einst Fallgitter befanden. An den Mauern sind zwei Bauweisen zu unterscheiden: die nördliche (linke) Flusssteinmauer ist älter, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die südliche, rechte Mauer mit Flusssteinen im unteren und Ziegeln im oberen Teil hingegen jedoch aus dem 15. Jahrhundert. Von den vier Seiten der Umfassungsmauer war die südliche aus dem 15. Jahrhundert 44 m lang und hatte drei zylinderförmige Basteien mit Zinnen. Die Ostseite hatte keine Bastionen, die (größtenteils durch ein Erdbeben zerstörte) Nordseite hatte vermutlich halbrunde Basteien, deren Anzahl sich nicht mehr feststellen lässt. Die westliche Mauerseite mit dem Tor endete mit einem durch Stützmeiler verstärkten, prismaförmigen massiven Turm aus dem 13. Jahrhundert. Er bildete vermutlich den Kern der Burg. Spuren von Deckenbalken an den Innenwänden deuten darauf hin, dass er (den Keller mit eingeschlossen) mindestens vier Stockwerke hatte. Im Turm wurden glasierte Kacheln sowie sechseckige Ziegeln gefunden, was auf eine luxuriöse Einrichtung schließen lässt. Das Untergeschoss diente als Verlies und zur Aufbewahrung des Landschatzes, das Erdgeschoss als Unterkunft für die Wachen und die oberen Stockwerke als Wohnungen für den Burghauptmann und den Fürsten.

Im Inneren des Burghofes stand ein rechteckiger Bau (3 x 4 m). Untersuchungen ergaben, dass sich hier die Zisterne der Burg befand. Die Burg hatte für eine Garnison von bis zu 40 Mann Platz und sie wurde in erster Linie als Zufluchtsort für den Fürsten in Zeiten der Gefahr erbaut.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Cantacuzino, Gheorghe I. - Cetatea Poenari: „Studii şi cercetări de istorie veche”, Nr. 22 | 1971
  • Ciobanu, Maria/Radu Stefan & Moisescu, Nicolae - Cetatea Poienari | Bukarest, 1984
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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