STARI GRAD SAMOBOR
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Quelle: Ölgemälde von Branko Šenoa 1903 (Stadtmuseum Samobor)
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Allgemeine Informationen
Höhenburg/Schloss des 15.-18. Jahrhundert mit Kern aus dem 13. Jahrhundert. Sie thront auf dem Tepec-Berg hoch über der Stadt Samobor. Die Burg hat einen langgezogenen Grundriss von insgesamt etwa 38 x 95 m und ist deutlich in Kernburg, nördliche Vorburg und einen vermutlich erst später entstandenen Südbau unterteilt. Die Vorburg bildet ein annäherndes Dreieck mit einer ca. 30 m langen West-, einer ca. 37 m langen Ostflanke und einem pentagonalen Batterieturm an der Nordspitze. Die mittelalterliche Kernburg stellt im Grundriss ein Recheck von etwa 28 x 38 m dar. An diese schließt sich im Süden ein stark verfallener und zugewachsener Bau von ca. 15 x 20 m an.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 45°47'56.0" N, 15°41'54.0" E
Höhe: 222 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Die Ruine ist frei bekletterbar, jedoch unzureichend gesichert und befindet sich teilweise an steilen Berghängen - es besteht Abrutsch- und Abstrurzgefahr.
Besonders für den Aufstieg zur Burg ist festes Schuhwerk vorteilhaft.
Anfahrt mit dem PKW
Samobor erreicht man von Zagreb aus direkt über die D231 Richtung Sveta Nedelja / Samobor. Diese Staatsstraße führt aus Zagreb unter dem Namen Samoborska cesta heraus. Am Ortseingang von Samobor verlässt man an einer Gabelung die D 231 und folgt der Svetonedeljska ulica, die an einer weiteren Gabelung endet und in die Ul. Ivana Perkovca übergeht, bis zur Altstadt (Centar grada). Dort fährt man rechterhand am Markt vorbei und folgt der Ul. Ferde Livadića, welche später in die Starogradska ul. übergeht, bis zu einem großen Gaststättenparkplaz an einer Brücke über den Fluss Gradna. Man überquert den Fluss und parkt das Auto unterhalb der gut sichtbaren Kapelle Sv. Mihovila. An dieser führt ein Waldpfad den Berg hinauf bis zur Burg.
Kostenfreie Parkmöglichkeiten am Fuße des Burgbergs.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Vom Busbahnhof Zagreb (Črnomerec) mit dem Bus 156 oder 151, vom Busbahnhof Zagreb (Ljubljanica) mit dem Bus 153 oder vom Busbahnhof Zagreb (Autobusni kol.) mit dem Bus 155 bis zur Endstelle Busbahnhof Samobor fahren. Von dort nach Süden bis zur großen Kreuzung laufen, in die Ul. Ljudevita Gaja einbiegen und dieser gerade aus folgen. Nach dem folgenden Kreisverkehr an der dritten Kreuzung nach links in die Ul. Josipa Milakovica abbiegen und der Straße bis zur Brücke über die Gradna folgen. Vor der Brücke nach rechts abbiegen und der Ul. Mirka Klescica durch die Altstadt entlang des Flusses bis zum Markt folgen. Von hier aus wie oben beschieben weiter.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Besichtigung jederzeit möglich.
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
k.A.
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rohrstullfahrer nicht erreichbar.
Bilder
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Grundriss
keine Grundriss verfügbar
Historie
1260 - 1264 Vasalen des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl erbauen die steinerne Burg zum Schutz der Marktsiedlung Samobor. Aus dieser Zeit stammt der mächtige Bergfried. Bald nach ihrer Errichtung wird die Burg durch kroatisch-ungarische Truppen des Knez (dt.: Fürst) von Okić eingenommen.
1274 Für Tapferkeit im Krieg belohnt der ungarische König Ladislaus IV. den kroatischen Ritter Ivan Jaroslavov Oklički (ansässig auf der nahen Burg Okić) mit der Burg, einigen Pferden und dem Recht auf Erhebung der Torsteuer (lat.: tributum portae) in der Stadt Samobor.
1397/99 Die Burg kommt durch Schenkungen des Kaisers Sigismund v. Luxemburg (HRR) an den Grafen Hermann II. v. Cilli.
1416 Verkauft Hermann v. Cilli die Burg an seine Verwandten Eberhard und Henrik Alben, Kastellanen von Medvedgrad, für 4000 goldene Forint.
1460 Nach dem gewaltsamen Tod des letzten Grafen von Cilli, Ulrich II., übergab seine Witwe Katarina Brankovićev die Burg, wie auch alle übrigen Besitzungen, an ihren Feldhauptmann Jan Vitovec ze Hrebene zur Verwaltung.
1488 Der ungarische König Hunyadi Mátyás (bekannter als "Matthias Corvinus") tauscht Samobor gegen die strategisch wichtige Burg Ormož (heute Slowenien).
16.10.1488 Das Zagreber Bistum bestätigt Barbara, Witwe des Fürsten Dujam IV. Frankopan Slunjski, als neue Besitzerin von Burg, Stadt und den umliegenden Dörfern. Mit Barbara begannen auch die jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Burgbesitzern und den Handelsbürgertum in Samobor wegen Schürfrechten in den nahegelegenen Eisenerzminen, Steuereintreibung sowie Stadtprivilegien.
Anfang des 16. Jh. Da sich oft mehrere Besitzer die Burg teilten, blieben lange Zeit Investitionen in die Anlage aus, wodurch sie zu diesem Zeitpunkt heruntergekommen war. Auch war es schwer jemanden zu finden, der solch eine große Anlage finanzieren konnte. So stand die Burg eine Zeit lang für nur 4000 Forint zum Verkauf.
1. Hälfte des 16. Jh. Die Anlage wird nach Norden erweitert - die Vorburg mit Batterieturm entsteht in ihrer bis heute teilweise erhaltenen Form.
1525 Wegen der sich häufenden Türkeneinfälle in Nordwest-Kroatien und der Steiermark (im Zuge der Einnahme Ungarns unter Suleiman I, 1520-66) erhält Samobor immer größere strategische Bedeutung. Deshalb bestätigt der böhmisch-ungarische König Ludwig II. dem späteren Landeshauptmann der Steiermark, Hans III. Ungnad v. Weißenwolff die Besitzrechte an der Burg.
1530er Die Burgkapelle Sv. Ana wird errichtet.
um 1534 wurde die Burg zwischen Ungnad v. Weißenwolff und dem reichen Samoborer Kaufmann Gruber aufgeteilt.
1536 Nach Grubers Tod ging sein Teil der Burg an den kroatischen Adligen Franjo Tahy über, welcher mit dem Kaufmann verwandt war.
1578 Christoph Ungnad, Sohn des Hans III. Ungnad, wird zum Ban von Kroatien ernannt und will die zweite Hälfte der Burg zurückerwerben. Die Familie Gruber setzt den Preis jedoch mit 13.000 Forint fest, was der Ban als Frechheit in Bezug auf den Kaufpreis des Jahres 1525 emfindet. Darauf hin lässt er auf den nahegelegenen Bergen Artillerie platzieren und beschoss die Stadt solange, bis Klara, die Witwe Grubers, die Burgschlüssel notgedrungen an ihn übergab. Auch nach dieser Eskalation unterdrückte Christoph die Stadt weiterhin aus Rache.
1587 Nach dem Tod Christoph Ungnads heiratet seine Witwe Anna Marie Losonczi den ungarischen Grafen Tamás Erdődy v. Eberau u. Moslavina, Ban von Kroatien.
17. / 18. Jh. Die Anlage verliert langsam ihre wehrtechnische Bedeutung und wird schrittweise zum barocken Wohsitz aus- und umgebaut. Der Burgcharakter blieb aber weiterhin gut erhalten.
1624 Tamás Erdődy hinterlässt nach seinem Tod die Burg seinen Kindern, welche diese unter sich aufteilen müssen. Dabei versuchte Žigmund Erdődy, ab 1627 Ban von Kroatien, mit aller Macht seine Geschwister aus der Burg zu drängen.
1639 Elizabeta II. Erdődy bleibt als letzte Schlossbesitzerin unter den Kindern Tamás Erdődys übrig. Nach Ihrem Tod gelangt die Burg in den Besitz von Ana Elizabeta, der Frau Johann Herberts Graf v. Auersperg (Oberster Feldhauptmann von Kroatien und Slowenien).
1689 Vererbt Ana Elizabeta die Burg ihrem Sohn Dietrich von Auersperg.
1701 Verpfändet Dietrich v. Auersperg die Burg für 50 Jahre und insgesamt 30.000 Forint an die Gebrüder Sándor Miklós, György Lípot und Kristóf Erdődy v. Eberau u. Moslavina.
1714 Schon nach wenigen Jahren mussten die Gebrüder Erdődy Samobor samt allen zugehörigen Ländereien wegen hoher Verschuldung für 92.321 Forint an Franz Anton Johann v. Auersperg, kaiserlich-österr. Geheimrat und Landschaftsverordneter in Krain, verkaufen.
1764 Da Franz A. J. v. Auersperg seinem Sohn, Anton Joseph v. Auersperg, Landeshauptmann von Krain, zusammen mit der Burg auch große Schulden in Höhe von 62.554 Forint vermachte, war dieser gezwungen, Samobor für 104.900 Forint an József Erdődy zu verkaufen. Dieser verstarb jedoch im gleichen Jahr. Seine Brüder Lajos, László und Lipót waren gezwungen, die Burg samt allen Ländereien an Kristóf Erdődy für 210.000 Forint abzugeben.
1769 Enden fast 300 Jahre Streitigkeiten zwischen Burgbesitzern und dem starken Handelsbürgertum Samobors. Kaiserin Maria Theresia v. Österreich persönlich gibt der Stadt viele einstige Privilegien zurück und teilt die Erzminennutzung streng unter den zwei Parteien auf. Fortan hatten die Burgbesitzer ein gesichertes Einkommen aus den eigenen Minen, was auch gesicherte Investitionsquellen für die Burg selbst darstellte.
19. Jh. Die Burg befindet sich im formellen Besitz wechselnder Familien, ist aber größtenteils unbewohnt und verfällt allmählich. Dächer und Fußböden stürzten teilweise ein, Regenwasser und Schnee erledigen den Rest - wohl auch zur Freude der Bürger von Samobor, welche die Burg immer noch als Symbol einstmaliger Unterdrückung betrachteten. Zu den häufigsten Gästen in den alten Gemäuern zählten nun Künstler und Poeten aus dem nahen Zagreb, welche die Anlage im Zeitgeist der Romantik als Ritter- und Geisterschloss verklärten.
1901 Die Zeiten veränderten auch die Ansichten der Bürger und so kamen erste Ideen von der Erhaltung der Burgruine auf. Ganz gelegen kam hier die Bitte des Grafen v. Montecuccoli, ihm die wertlose Ruine zusammen mit 27 Acker Forst abzukaufen.
4.04.1902 Wurde der Kauffertrag von der Gemeinde Samobor unterzeichnet. Der Kaufpreis betrug 5293 Kuna und 92 Fillér. Zu dieser Zeit war die Burg in einem sehr maroden Zustand.
1910 - 1912 Erste Sicherungsarbeiten und Restaurierungsversuche wurden durch den ortsansässigen Turnverein "Šišmiš" (dt.: Fledermaus) durchgeführt. Aus dieser Zeit stammt die mit Backstein ausgeführte Bausubstanz, welche sich deutlich vom Originalmauerwerk abhebt.
1942 - 1943 Tihomil Stahuljak, bedeutender kroatischer Kunsthistoriker und Restaurator, führt erste systematische Grabungs- und Untersuchungsarbeiten auf dem Burggelände durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Arbeiten vorerst eingestellt.
1951 Bittet der Kunst-, Kultur-, Sportpublizist und ehrenamtliche Bürgermeister von Samobor, Ivica Sudnik, öffentlich um schnellstmögliche Spenden von insgesamt 500.000 Dinar für die Erhaltung der Burg.
1955 Erhöht das Amt für Bestandserhaltung den Druck auf die Gemeinde Samobor, endlich die nötigen finanziellen Mittel für Konservierungsarbeiten an der Ruine zu bewilligen. Unter Leitung des Restaurators Josip Ladović und des Bürgermeisters Sudnik befreien junge Leute aus der Stadt die Gemäuer von Bewuchs und führen weitere provisorische Konservierungsarbeiten durch. An Unterstützung durch die Gemeinde fehlte es weiterhin. Zu dieser Zeit war die Burg sehr stark baufällig, weshalb das Betreten der Ruinen für Touristen mitunter als lebensgefährlich ausgeschildert wurde.
1962 Werden erste ernsthafte und großflächige Sicherungs-, Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt: Gewölbe werden gesichert, Mauern ausgebessert, gotische Fensterbögen und barocke Schießscharten wiederhergestellt.
1963 Wurden Pläne für die Restaurierung des fünfeckigen Batterieturms und seine Umnutzung als Restaurant entwickelt. Da die veranschlagten Kosten jedoch die zur Verfügung stehenden Mittel um das 10-fache überstiegen, wurden diese Ideen schnell wieder verworfen und nur die nötigsten Sicherungsarbeiten umgesetzt.
1965 Die Arbeiten an der Burg werden aus Kostengründen eingestellt. Damals musste sich die Kommune bei solchen Projekten mit 30 % an den Gesamtkosten beteiligen. Jedoch konnte die Gemeinde Samobor in den vergangenen Jahren lediglich 8 % beisteuern. Die Kommune hatte sichtlich kein Interesse am touristischen Potenzial der Anlage.
1992 Zur 750-Jahr-Feier Samobors initiiert die Gemeinde die Gründung eines Ausschusses zur Konservierung und Erschließung der Burg für Touristen. Sichtbare Erfolge blieben jedoch aus.
2006 - 2008 Die äußeren Mauern des Bergfrieds, der St.-Annen-Kapelle sowie der Wehrtürme der Kernburg werden gesichert und konserviert. Auch wird mit Arbeiten an den Mauern der Vorburg begonnen. Die Abteilung für Bestandserhaltung des kroatischen Kulturministeriums hat für diese Arbeiten vorerst Gelder in Höhe von 5 Mio. HRK bewilligt.
2009 - 2011 Wurden weitere großflächige Konservierungsarbeiten an der Ost-, Nord- und Westseite der Burg sowie am fünfeckigen Batterieturm und vor allem den Innenmauern durchgeführt.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Kukuljević, Ivan - Fotoalbum "Fotografijske Slike iz Dalmacije, Hrvatske i Slavonije" des Zagreber Fotografen Ivan Standl. Text zur Geschichte der Burg von Ivan Kukuljević | Zagreb, 1870
  • Šipuš, Mato - Artikel in der lokalen Zeitung "Glasnik Samobora i Svete Nedelje" | 13.03.2009
  • Miletić, Drago - Samborski Stari grad. Samborski muzej | Samobor, 2001
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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