LES TROIS CHÂTEAUX D’EGUISHEIM: DAGSBOURG | DREI EXEN: DAGSBURG
 Weltweit | Europa | Frankreich | Region Grand Est | Département Haut-Rhin | Eguisheim (Egisheim)

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Allgemeine Informationen
Schon von weitem sind die Burgen Weckmund, Wahlenbourg (Gemeinde Husseren-les-Châteaux) und Dagsbourg (Gemeinde Eguisheim) mit ihren massiven Türmen aus Buntsandstein zu erkennen. Sie befinden sich auf dem langgestreckten Rücken des Schlossbergs und stehen auf dem Areal einer grossen Wehranlage, die bereits ums Jahr 1000 von den Grafen von Eguisheim errichtet wurde. Im Zuge von Erbteilungen wurde diese später in drei Burgen aufgeteilt. Die Dagsbourg ist die nördlichste und grösste der drei Anlagen. Neben dem halb zerstörten Donjon sind noch grosse Teile der Ringmauer, Ruinen von Wohn- und Ökonomiegebäuden sowie das Burgtor zu sehen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 48°02'21.5" N, 7°16'23.0" E
Höhe: 573 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Colmar über die N83 durch Eguisheim nach Husseren-les-Châteaux. Am Ortsende rechts in die Route des Cinq Châteaux einbiegen, die u.a. zu den Trois Châteaux hinauf führt.
Unterhalb der drei Burgen sind kostenlose Parkplätze vorhanden.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
vom Parkplatz ca. 5 min Fussweg zur Burg
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
teilweise möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Dagsbourg
Quelle: gemäss Infotafel auf der Burg gezeichnet von O. Steimann, 2025 | unter Verwendung von: Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg, 1996
Historie
Eine grosse Höhenburg der Grafen von Eguisheim
Auf dem Schlossberg über Huisseren und Eguisheim entstand spätestens um die erste Jahrtausendwende eine grosse Höhenburg, die den Grafen von Eguisheim als zweiter Wohnsitz diente. Erstmals erwähnt wird sie um 1016 in einer Lebensbeschreibung des Papsts Leo IX., dessen Vater Hugo Graf im Nordgau und zu Eguisheim war. Er entstammte dem alten elsässischen Herzogsgeschlecht der Etichonen.
Von dieser frühen Grafenburg sind heute kaum noch Resten vorhanden, doch umfasste sie mindestens die Gesamtfläche der drei später entstandenen Wehranlagen. Die dem hl. Pankratius geweihte Burgkappelle in der Wahlenbourg, deren Grundmauern heute noch sichtbar sind, gehörte zu dieser Vorgängeranlage. Es wird vermutet, dass die gräfliche Burg 1026 durch Herzog Ernst II. von Schwaben bei seinem Aufstand gegen Kaiser Konrad II. zerstört worden sein könnte.

Erste Teilung nach 1080: Dagsbourg und Wahlenbourg
Die verschiedenen Zweige der einflussreichen Grafenfamilie nannten sich im 11. und 12. Jhdt. teilweise «von Eguisheim», «von Dagsbourg» oder «Dabo». Eine erste Teilung der Höhenburg erfolgte wahrscheinlich um 1080, als Gérard I. de Vaudémont, Sohn des lothringischen Herzogs, Hedwig von Eguisheim-Dabo heiratete.
Um die Mitte des 12. Jhdts. wurden die beiden Kernburgen der Dagsbourg (im Norden) und der Wahlenbourg (in der Mitte der Gesamtanlage) errichtet. Die beiden Donjons dürften beide um 1150 erbaut worden sein.

Zweite Teilung um 1200: Weckmund
Um 1200 kam es zu einer weiteren Teilung des Areals. Nach dem Aussterben des Familienzweigs derer von Vaudémont-Eguisheim errichtete dessen Erbe, Graf Friedrich II. von Pfirt (Ferrette), auf dem südlichsten Felskopf die Burg Weckmund. Der Name ist eine Verdeutschung des Namens Vaudémont. Weckmund wurde vom restlichen Burgareal durch einen tiefen Abschnittgraben abgetrennt, orientierte sich architektonisch mit dem schlanken Donjon aber an den beiden bestehenden Anlagen.
1225 starb mit Gertrude die letzte Erbtochter der Grafen von Eguisheim-Dagsbourg. Sie war in dritter Ehe mit Graf Simon von Leiningen verheiratet, der sich später nach der Dagsbourg benannte. Doch im Erbstreit um den Besitz der Eguisheimer konnte er sich nicht durchsetzen. Die Burgen übernahm der Bischof von Strassburg, der damit lokale Adelsgeschlechter belehnte.

1466: der Untergang der Eguisheimer Burgen
Im 15. Jhdt. sass ein gewisser Peter von Eguisheim als bischöflicher Lehnsmann auf der Dagsbourg. Er stand im Verdacht, sich als Raubritter zu betätigen. 1466 gewährte er auf seiner Burg dem Müller Hermann Klee aus Mühlhausen Zuflucht, der mit der Stadt wegen einer Geldforderung im Streit lag. Dieser Konflikt war der Auslöser für den sogenannten «Sechsplappertkrieg» der bald das ganze südliche Elsass erfasste. Am Fronleichnamstag 1466 stürmten Truppen aus Mühlhausen, verstärkt durch Leute aus Turckheim und Kaysersberg, die drei Eguisheimer Burgen. Während Peter von Eguisheim entkommen konnte, wurde Klee gefangengenommen und später mit drei seiner Gefährten gehängt. Alle drei Burgen wurden von den Mühlhausern zerstört und blieben fortan Ruinen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Association Châteaux forts d'Alsace (Hg.) - Balades autour des Châteaux forts d'Alsace | Bernardswiller, 2020 | S. 178-181
  • Biller, Thomas / Metz, Bernhard - Die Anfänge des Burgenbaues im Elsass (bis 1200) [Die Burgen des Elsass: Architektur und Geschichte, Bd. 1] | München, 2018 | S. 342-357
  • Bouchholtz, Fritz - Burgen und Schlösser im Elsass | Norderstedt, 1962
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