OBERES SCHLOSS
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Allgemeine Informationen
Das Obere Schloss in Siegen ist das bedeutendste weltliche Baudenkmal des Siegerlandes. Im Oberen Schloss, welches auf eine mittelalterliche Höhenburg zurückgeht, die anfangs in gemeinschaftlichem Besitz der Erzbischöfe von Köln und der Grafen von Nassau war, befindet sich das Siegerlandmuseum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 50°52'31.86"N 8° 1'48.49"E
Höhe: ca. 300 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
Siegerlandmuseum im Oberen Schloss | Burgstraße | 57072 Siegen
Tel.: 0271-23041-0 | Telefax: 0271-23041-20 | eMail: siegerlandmuseum@siegen.de
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A45 an der Anschlußstelle Siegen verlassen und auf die B62 in Richtung Siegen, Netphen fahren. Der B62 bzw. B62neu bis zur Stadtmitte folgen und dann auf die B54 fahren. Die B54 (hier Spandauer Str.) am Löhrtor verlassen und dort parken. Den Rest fußläufig bestreiten.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Siegen ist aus verschiedenen Richtungen gut mit der Bahn erreichbar. Fußweg vom Bahnhof zum Oberen Schloss ca. 10 min.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Schloss/Siegerlandmuseum
Dienstag bis Sonntag: 10.00 bis 17.00 Uhr, wobei Kassenschluss 15 Minuten vor Ende der Besuchszeit ist!
Montag: Ruhetag

Schlosspark
April bis Oktober: 8.00 bis 21.30 Uhr
November bis März: 8.00 bis 18.00 Uhr

Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Öffnungszeiten.
Eintrittspreise
Erwachsene: 3,50 EUR
Kinder, Jugendliche, Stundenten bis 26 J. & Schwerbehinderte: 1,50 EUR
Familien mit Kindern (Eltern und Großeltern mit schulpflichten Kindern bis 16 Jahre): 6,00 EUR

Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Eintrittspreise.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
k.A.
Gastronomie auf der Burg
Wirtshaus am Schloss
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Das Obere Schloss ist im Innern leider nicht behindertengerecht ausgestattet. Schlosshof und -park sind erreichbar.
Bilder
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Grundriss
Grundriss des Schlosses
Quelle: Krahe, F.-W. - Burgen des Deutschen Mittelalters | Würzburg, 1994.
Der Grundriss ist gegenüber den Original verändert worden.
Historie
Inmitten der Kreisstadt Siegen ragt der Siegberg hervor. Dieser trägt auf seiner höchsten Stelle die Burg Siegen, die heute zumeist als oberes Schloss bezeichnet wird. Die Entstehung der Burg ist, wie die ältere Geschichte des Siegerlandes überhaupt, noch in Dunkel gehüllt. Urkundlich erwähnt wurde sie 1259 zum ersten Mal, doch lässt sich aus dieser Urkunde schließen, dass sie bereits 1224 bestand, als Graf Heinrich (2.) von Nassau und der Erzbischof Engelbert von Köln die Teilung der Stadt Siegen festlegten. Ob die Burg vor oder um das Jahr 1224 von den Nassauer Grafen allein erbaut wurde, die dann dem Kölner Erzbischof eine Beteiligung an Burg und Stadt Siegen zugestehen mussten, oder, ob die Burg von beiden Parteien zusammen erbaut wurde, ist unbekannt. Die Teilung von Burg und Stadt führte jedoch alsbald zu einem Ringen beider Stadtherren um die alleinige Herrschaft der Stadt. In diesem kam es zu schweren Rückschlägen für die Nassauer Grafen, da sie in Folge von Misserfolgen in Angelegenheiten außerhalb des Siegerlandes gezwungen waren, ihre Hälfte an Burg und Stadt Siegen zu verpfänden. Der Erzbischof seinerseits verlieh den Siegener Bürgern mancherlei Privilegien und spielte sie so gegen die Grafen aus. Die Burg war offenbar schon im Hochmittelalter in die Stadtbefestigung einbezogen worden, was sich aus einer Urkunde des Jahres 1311 ergibt. Aus einem 1343 beurkundeten Teilungsvertrag lässt sich des Weiteren entnehmen, dass die Burg bereits zu jener Zeit eine bedeutende Anlage war und im Grundriss der heutigen sehr ähnlich war. Das Blatt wendete sich für die Nassauer Grafen, als der deutsche König Wenzel um die Wende des 14./15. Jahrhunderts nach dem Aussterben der Grafen von Arnsberg die Grafen von Nassau mit der im kölnischen Herzogtum Westfalen gelegenen Grafschaft Arnsberg belehnte, um der Macht Kölns im Westen Deutschlands einen Pfahl ins Fleisch zu treiben: Aufgrund der neuen Situation zog es der Erzbischof vor, sich mit den Nassauern zu vergleichen. Er verzichtete auf seine Rechte im Siegerland und die Grafen von Nassau auf die Grafschaft Arnsberg. So war endlich der Weg zur Alleinherrschaft der Nassauer im Siegerland frei. Die Burg Siegen, die in den Jahren 1444/45 und 1462/63 umgebaut und erweitert wurde, war von jener Zeit an Mittelpunkt der gräflichen Macht im Siegerland mit deren Hilfe es gelang, im einheimischen Adel jedes Streben nach Aufrechterhaltung seiner Reichsunmittelbarkeit zu unterdrücken und die Kirche an der Bildung umfangreichen Besitzes zu hindern. Hierbei kamen den Nassauer Grafen auch die reichen Mittel und die Stellung zustatten, die sie im ausgehenden Mittelalter durch reiche Heiraten gewonnen hatten: Der 1483 in Siegen geborene Graf Heinrich (3.) beerbte im Jahre 1504 seinen Onkel Graf Engelbert (2.) zu Nassau-Breda in den Niederlanden, brachte seinem Hause durch seine 2. Ehe mit Klaudia von Chalon die Anwartschaft auf das reiche Erbe des Hauses Chalon mit dem Fürstentum Oranien und erwarb durch seine 3. Ehe mit Mancia de Mendoca y Fonseca die spanische Marktgrafschaft Zenette. Während seiner Regentschaft wurde die Burg Siegen durch einen Brand im Jahre 1503 schwer beschädigt, aber sofort wieder aufgebaut. Ein gutes Jahrhundert später sorgten Streitigkeiten innerhalb des Nassauer Grafengeschlechts für blutige Auseinandersetzungen, die das ganze Siegerland in Mitleidenschaft zogen. Johann der Mittlere von Nassau, der erste Landesherr der seit 1606 selbständigen Grafschaft Siegen, war 1623 gestorben. Erbstreitigkeiten sowie die Angehörigkeiten zu unterschiedlichen Glaubensrichtungen führten zu einem Zerwürfnis innerhalb der Familie, das sich auf die Folgegenerationen übertrug. Man belagerte, intrigierte und blockierte sich seitens der evangelischen und katholischen Linie unentwegt, was vor allem während des 30-jährigen Krieges für unendliches Leid unter der Bevölkerung sorgte. Auf dem Höhepunkt der Spannungen ließ Fürst Friedrich Wilhelm Adolf zu Nassau-Siegen zwischen 1695 und 1720 das untere Schloss als Residenz der evangelischen Linie erbauen, während die katholische Linie die nun als oberes Schloss bezeichnete Burg bewohnte. Erst als mit Hyazinth von Nassaus Tod im Jahre 1743 die Siegener Linie erlosch und Prinz Wilhelm Friso von Nassau-Dietz auch das Siegener Land erbte, fanden die Streitigkeiten ihren Abschluss. Unter ihm vereinigte sich das gesamte Gebiet der nassau-ottonischen Linie wieder in einer Hand. Wilhelm Friso residierte, wie auch seine Nachfolger, in Den Haag und kam selten in seine deutschen Stammlande. Er ließ sie durch eine in Dillenburg eingesetzte Regierung verwalten, die im oberen Schloss ein Unterdirektorium für das Siegerland einsetzte. Die Schlösser verloren ihren alten Zweck und verfielen langsam. Kurz nach dem Übergang des Siegerlandes an Preußen siedelten die Behörden ins untere Schloss um und das obere Schloss wurde, nachdem es zeitweise als Gefängnis genutzt worden war, privat vermietet. 1888 erwarb die Stadt Siegen das obere Schloss. Seitdem hat die Burg manche Veränderung erfahren und beherbergt heute, im besten Bauzustand, das Siegerlandmuseum
Quelle: Weyer, Wilhelm - Das Obere Schloss zu Siegen. In: Siegerland, Bd. 27 | Siegen, 1950.
Literatur
  • Friedhoff, Jens - Theiss Burgenführer: Sauerland und Siegerland | Stuttgart, 2002 | S. 136-139.
  • Kracht, August - Burgen und Schlösser im Sauerland, Siegerland, Hellweg, Industriegebiet | Frankfurt/Main, 1976.
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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