SCHÖNBURG
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Allgemeine Informationen
Lage Die Schönburg ist das beste Beispiel einer Ganerbenburg am Rhein. Die Burg war in drei Burgdrittel aufgeteilt, in jedem Drittel standen mehrere Burghäuser, die die verschiedenen Familienzweige bewohnten. Jedes Drittel hatte seinen eigenen Bergfried; zwei solcher Bergfriede über rundem Grundriss stehen heute noch, der dritte, ältere über fünfeckigem Grundriss ist zerfallen.

Die Schönburg liegt 130 m über dem Rhein auf einem Ausläufer eines in Nord-Süd-Richtung begrenzenden Höhenzugs. Die Ost- und West-Seite fallen steil ab. Die Südseite ist durch einen tiefen Halsgraben vom Berg abgetrennt.
Nutzung Museum, Hotel, Restaurant
Bau/Zustand Rekonstruierte Burg nach Rekonstruktionsplänen von verschiedenen Bauunternehmern (Franz Hertzner, Oberwesel die Kapelle; C. Simon, Frankfurt das Torwächterhaus; G.A. Fischer,Barmen und T.V. Hoppin die Kemenate)

Der Elfenley-Weg zur Stadt wird erstmal schon 1345 erwähnt. Der Weg geht über den nördlichen Felsgrat und wurde mit einer Zwingermauer mit Schießscharten und zwei Toren und einem Wartturm gesichert. Im Zwinger zweigt direkt nach dem oberen Tor ein weiterer Weg mit einem Tor mit anschließener Flankierungsmauer mit Schießscharten und abgeschräkter Laibung ab. Über eine in den Felsen gehauene Treppe gelangt man zum Tor mit Zinnen, dass zwischen dem Felsen und dem Torwärterhauses steht.

Der Hohe Mantel (Mantelmauer) wird erstmals 1357 erwähnt. Die Schildmauer umschließt den südlichen Burghof und ist gegen den Halsgraben gerichtet. Sie ist mit zwei Reihen je 8 Schießscharten ausgestattet. Der Wehrgang ist unterhalb mit einem Rundbogenfries verziert. Der Wehrgang auf der Schildmauer läßt sich entweder über das Palas oder über eine in der Mantelmauer befindliche Treppe erreichen. Die Tür konnte mit einer Balkenvorlage verriegelt werden. Drei kleinere Fenster im Treppenaufgang in der Schildmauer lassen einen Blick nach Westen und zum unteren Burghof erspähen. Ein schmales Tor (Mantelpforte) wurde schon 1391 erwähnt.

Der Torturm ist ein unregelmäßiges Trapez mit 6 Etagen wurde 1141-1161 erbaut. Beide Seiten des Torturms waren mit Fallgitter versehen. Der Eingang zum mittleren Burghof ist aus dem Felsen geschlagen. Im Süden und Westen befinden sich die Schießscharten (Angriffsseite) und im Norden und Osten die Aufgänge zu den einzelnen Etagen.

Der Fünfeckturm ist der älteste Turm und war noch bis 1880 eine aufragende Turmruine. Die Form eines Fünfecks ergab sich aus der Felsenformation auf dem der Turm steht.

Der Nördliche Palas (heute Restaurant) steht an der Nordseite des fünfeckigen Turmes.

Die Kapelle dient heute als Hotelrezeption.

Die Kemenate ist ein rechteckig mit 3 Geschossen und steht zwischen Torturm und Kapelle auf dem oberen Burghof. Bis 1391 soll es sich um ein zweigeschossiges Gebäude gehandelt haben.

Der Gefängsnisturm (südöstliche Bergfried) ist bis heute fast unversehrt. 6 Geschosse hatte der Turm mit einer Mauerstärke von 3 m.

Der Barbarossaturm (südwestliche Bergfried) hat im Inneren seine mittelalterliche Bausubstanz durch den Fahrstuhl verloren.

Der dreigeschossige Palas (Rhinelanderbau) ist rekonstruiert worden. Die Westwand und ein Teil der Südwand sind noch Originalsubstanz. Der Palas ist mit dem Barbarossaturm und der Mantelmauer verbunden.
Typologie Höhenburg
Sehenswert
  • Hohe Mantelmauer
  • Barbarossabergfried
  • Gefängnisturm
  • fünfeckige Bergfriedruine
  • Torturm mit zwei Fallgattervorrichtungen
  • Schießscharten
Bewertung Ein schönes Beispiel für einen Wiederaufbau einer Ruine.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 50°06'04.5" N, 7°43'56.0" E
Höhe: 183 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
Oberwesel ist über die A61, Abfahrt Oberwesel, zu erreichen.
In Oberwesel ist der Weg zur Schönburg ausgeschildert.
Parkmöglichkeiten vor der Schönburg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Oberwesel ist Bahnstation auf der Strecke Mainz-Koblenz.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Nur Außenbesichtigung möglich. Der untere und mittlere Burghof und die Terrassen sind frei zugänglich.

Link zur Webseite des Turmmuseums
Eintrittspreise
Turmmuseum
Erwachsene 3,00 €
Kinder 1,50 €
Familien mit eigenen Kindern 7,00 €
Unsere Hotelgäste sowie Oberweseler Einwohner mit Ausweis erhalten kostenfreien Eintritt.
Preise für Gruppen, Studenten und Menschen mit Beeinträchtigungen auf Anfrage.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Restaurant "Auf Schönburg"
Link zur Webseite der Gastronomie
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
Burghotel "Auf Schönburg"
Link zur Webseite der Unterkunft
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer schwer erreichbar.
Bilder
Grundriss


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Quelle: Bornheim (Schilling), Werner Hrsg. - Die Kunstdenkmäler von Rheinland Pfalz. Band 9. Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hünsrück-Kreis | München, 1997 | S.736
verändert durch S.Domke


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Quelle: Bornheim (Schilling), Werner Hrsg. - Die Kunstdenkmäler von Rheinland Pfalz. Band 9. Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hünsrück-Kreis | München, 1997 | S.755


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Quelle: Bornheim (Schilling), Werner Hrsg. - Die Kunstdenkmäler von Rheinland Pfalz. Band 9. Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hünsrück-Kreis | München, 1997 | S.773
Historie
1141-1161 Dendrochronologische Datierung eines Balkens des Torturms.

1149 Die Burg wird erstmals im Besitz Hermanns von Stahleck erwähnt.

Am 8. März 1166 tauscht der Kaiser Friedrich I.; Babarossa; mit dem Erzbischof Wichmann v. Magdeburg die Abtei Nienburg an der Saale und Burg Freckleben gegen die Schönburg sowie Siedlung Wesel und Hof Jugendehim ein. Otto v. Schönburg bleibt weiterhin Reichsdiener.

1180 ermahnt der Papst Alexander III. Kaiser Friedrich I. den Tausch rückgängig zu machen.

1182 bestätigt Papst Lucius III. den Tauschvertrag.

14. Mai 1216 verpfändet König Friedrich II. Burg und Stadt mit Rückkaufsrecht an den Erzstift Magdeburg.

1220 Friedrich II. verpfändet die Burg und Stadt an Erzbischof Albert v. Magdeburg.

Im Juni 1237 wird der Tauschvertrag von 1166 durch Kaiser Friedrich II erneuert.

Seit Mitte 13. Jh. leben mehrere Familien auf der Burg.

1317 Öffnung der Burg für Graf Wilhelm v. Katzenelnbogen.

1318 Erzbischof Balduin von Trier sichert sich das Öffnungsrecht der Burg, das 1342 erneut bestätigt wird.

In den 1340er Erneuerung des Burgfriedens.

Um 1350(1357) Die Schildmauer wird erbaut.

1355 Vertrag über die Verteilung der Schönburger Güter.

14. Jh. Die Burg entwickelt sich zu einer mächtigen Ganerbenburg und wird auf drei Linien der Grafen von Schönburg aufgeteilt. Jede Linie hatte ihren eigenen Bergfried und Palas, was aus dem Grundrissplan auch deutlich wird.

1374 Die Burg kommt als Reichsbesitz unter Trierer Lehenshoheit.

1531 Die Burg befindet sich in schlechtem baulichen Zustand.

1639 Besetzung durch schwedische Truppen.

1644 Besetzung durch bayerische Truppen unter Gallas.

1646 Besetzung durch französische Truppen unter Turenne.

Im März 1689 Die Burg wird durch die Franzosen unter Ludwig XIV. zerstört.

1719 Nach dem Tod der drei Söhne Friedrichs v. Schönburg stirbt die männliche Linie aus. Der Erzstift Trier zieht gegen Protest der Allodialerben (Friedrich v. Schönburgs Enkelin Maria) die Besitzungen ein. Das Burglehen geht an die Brenner von Lahnstein.

1796 Die Burg wird Nationaleigentum, der zugehörige Besitz wird einbezogen und verkauft.

1807 Die Burg wird an Jean Renaud Herff und seine Frau verkauft.

1826-1842 Burg und Gut sind im Besitz von Karl Friedrich von Brenner (Stadtrat von Oberwesel).

19. Jh. Erste Wiederaufbauarbeiten.

1842 erwirbt Prinz von Preußen Burg und Haus Schönburg. Ein Wiederaufbau wird angestrebt.

1868 Verkauf an Baron von Laffert in Dannenbüttel, Hannover.

1880 stürzt der fünfeckige Turm ein.

1885 kauft Charles Heß im Auftrag des Immobilienmakler T.J. Oakley Rhinelander (New York) die Burg.

1885 Ausbau der Kemenate.

1892 Wiederaufbauarbeiten am Palas.

1901 Wiederaufbau der Kapelle, Bauunternehmer Franz Hertzner (Oberwesel). Rekonstruktion des Torwächterhauses nach Plänen von C. Simon, Frankfurt.

1905 Arbeiten an der Hohen Mantelmauer. Freilegen des Felsdurchgang neben dem Torturm.

1906 Sicherung des westlichen Giebels und Rekonstruktion der Südwand des südlichen Palas.

1950 verkaufte der Burg an die Stadt Oberwesel.

1951-1953 Wiederaufbau des nördlichen Burgdrittels.

1960-1962 Erweiterung des Kolpinghauses.

1977 Sicherung am Barbarossaturmes. 1979 werden gotische Gewölbemalereien mit Ranken und einem Schönburger Wappen mit Glevenrad gefunden.

Ab 1980 weitere Ausbau und Sanierungsarbeiten der Burg.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • v. Osterroth, Jochen - Geschichte der Schönburg. 2. Auflage | Ingelheim, 2019
  • Fuhr, Michael & Straeter, Heinz - Wer will des Stromes Hüter sein ? | Regensburg, 2002
  • Laß, Heiko - Der Rhein. Burgen und Schlösser von Mainz bis Köln | Petersberg, 2005
  • Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg, 1996
  • Backes, Magnus - Burgen und Residenzen am Rhein | Frankfurt, 1960
  • Bornheim (Schilling), Werner Hrsg. - Die Kunstdenkmäler von Rheinland Pfalz. Band 9. Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hünsrück-Kreis | München, 1997
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  • [08.01.2022] - Bilder, Grundrisse und Literatur hinzugefügt und Update von weiteren Informationen.
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