Wappen von Schauenburg
Burg Schauenburg / Dossenheim - Baden-Württemberg
Historie


Die Existenz der Burg ist erstmals 1130 durch den sich nach ihr nennenden Edelfreien Gerhard von Schauenburg urkundlich belegt.

Im 12. Jahrhundert stellte die Familie einen Speyerer Bischof und einen Abt des Klosters Lorsch.

Im 13. Jahrhundert galt sie nach den Pfalzgrafen als das vornehmste Geschlecht im Lobdengau.

Für die Mitte des 13, Jahrhunderts belegen die Urkunden wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Nachdem die Herren von Schauenburg um 1280 herum im Mannesstamm ausgestorben waren, veräußerten ihre Erben im Jahre 1303 Burg und Herrschaft an die Wittelsbacher Pfalzgrafen, welche damit den wohlhabenden Wormser Bürger Johann Holderbaum belehnten, der ihnen die Kaufsumme vorgestreckt hatte.

Um 1320 gelangte Burg und Herrschaft Schauenburg dann mit Einverständnis König Ludwigs des Bayern aus dem Hause Wittelsbach an den Mainzer Erzbischof. Der von Geldsorgen ebenfalls nicht freie Kirchenfürst besetzte die Burg mit seinen Gefolgsleuten, zu denen Angehörige der Adelsgeschlechter Strahlenberg, Erbach und Handschuhsheim gehörten, welchen letzteren die Burg im 14. und 15. Jahrhundert für wenigstens acht Jahrzehnte verpfändet war. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Baunachrichten erhalten, die auf eine nicht unerhebliche Erweiterung der Feste hindeuten.

Vor den Toren der pfalzgräflichen Residenzstadt Heidelberg gelegen, stand die mainzische Schauenburg im 15. Jahrhundert bald im Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen den beiden rivalisierenden Territorialmächten Kurpfalz und Kurmainz um die Vorherrschaft im Raum Bergstraße-Odenwald.

Im Krieg von 1460 wurde die Burg schließlich von den Pfälzern zerstört. Über Jahrhunderte hinweg diente die Ruine der Dossenheimer Bevölkerung dann als willkommene Quelle für die Beschaffung billigen Baumaterials.

Nach einer ersten Freilegung und Einmessung auf Initiative des Altertumsforscher Karl Pfaff um 1902 fiel ein erheblicher Teil der Vorburg in den darauffolgenden Jahren dem Abbau des als Straßenschotter begehrten Porphyrgesteins im sogenannten „Schlossvruch“ zum Opfer.

Weitere Freilegungsarbeiten folgten um 1932, 1959 und 1994.

Quelle : K.F. Schimper - Burgen und Schlösser im Rhein-Neckar-Dreieck. Schwetzingen, 1994.

 

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