Wappen von Lorch
BURG RHEINBERG
Europa / Deutschland / Hessen / Rheingau-Taunus-Kreis / Lorch

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Historie

Grundriss

937 - Der Rheingau war als Allod (Elleineigentum) in der Hand der edelfreien Rheingrafen (Gaugrafen im Rheingau).

983 - Der Mainzer Erzbischof bekam Rechte im Rheingau übertragen, deren Umfang bis heute unbekannt ist. Die Erzbischöfe legten den Besitz so aus, dass Sie die Rheingrafen verdrängten, die dort unter ihre Lehnherrschaft gerieten.

Vermutlich nach 1075 - Bau der Burg durch die Pfalzgrafen.

Um 1165 - Die eingesetzten Burgmannen erreichen eine so große Selbstständigkeit, dass sie die Burg dem Reich zu Lehen auftragen.

1187 - Erste ausdrückliche Nennung der Burg (Erzbischof Konrad erwirbt die Burg zurück und gibt sie zum Teil den Rheingrafen zu Lehen. Für den anderen Teil setzt das Erzbistum eigene Burgmannen ein. Von diesen nennt sich eine Familie "von Rheinberg").

ab 1194 - Die Herren von Stein, als Nachfolger der Rheingrafen, sind Miteigentümer der Burg. Es ist unklar ob sie auch auf ihr gewohnt haben, die verschieden literarischen Quellen stimmen hinsichtlich des Wohnaufenhaltes nicht überein.

Ab 1200 - tauchte ein erzbischhöfliches Ministerialgeschlecht auf, dass das Mainzer Erb-Truchsessenamt inne hatte und sich nach der Burg benannte.

1279 - 1280 - Belagerung der Burg durch Kurmainz (in der so genannten "Sponheimer Fehde" stellen sich die Ministeralien gegen Erzbischof Werner von Mainz. Dazu den Anführern auch Siegfried von Rheinberg zählt, wird seine Burg 1279/80 vom Erzbistum belagert: es wurde die Belagerunsburg Blideneck errichtet, deren Spuren man noch etwa 400 m oberhalb Rheinbergs auf demselben Grat, über den auch der einzige Weg zur Burg führt, erkennen kann. Von hier wird Burg Rheinberg mit Wurfgeschossen aus Steinkugeln und Brandsätzen bombardiert. Die Belagerung zog sich über ein Jahr hin und ob die Burg gestürmt oder ausgehungert wurde ist nicht bekannt. Der Belagerung und der Bau der Trutzburg lag bei einer ungewöhnlich hohen Summe von 1000 Mark Silber, welche auf die hohe Bedeutung der Burg Rheinberg hinweist.

1281 - Der kurmainzer Erzbischof lässt die Burg gründlich zerstören.

Ende des 13. Jhs. - Die Rheinberger erneuern die Burg.

1301/02 - Zweite schwere Belagerung der Burg (im rheinischen Zollkrieg verteidigt sich die Besatzung mit Hilfe König Adolfs gegen den Ansturm der drei rheinischen Kurfürsten, doch wird die Burg erneut eingenommen und zerstört). Im Krieg mit König Albrecht gegen die drei rheinischen Erzbischöfe schlugen sich die Rheinberger und ihre Mitbesitzer, die Herren von Heppenheft, auf die Seite des Reiches gegen ihren Lehnherrn. Nach einer dreimonatiger Belagerung wurde die Burg von den königlichen Truppen besetzt. Die Burgherren mussten sich verpflichten die Burg Rheinberg 8 Jahre lang nicht wieder aufzubauen und erhielten im Gegenzug die Kammerburg.

1304 - Johan von Rheinberg wird für acht Jahre als Amtsmann auf der unterhalb liegenden Kammerburg eingesetzt.

1308-1315 - Die Herren von Rheinberg verkaufen ihre Anteile an der Burg an die Grafen von Nassau. Diese versuchen ihren Machtbereich nach Westen auszudehnen, müssen aber die Lehenshoheit des Erzstiftes über Rheinberg anerkennen.

1316 - Die von Heppenheft übernehmen die nassauischen Anteile an der Burg und werden damit zu den alleinigen Besitzern. Grans von Heppenheft nennt sich nun "von Rheinberg" und lässt die Anlagen erneuern und erweitern.

1374 - Im Burgfrieden erscheinen drei Stämme mit sieben Familien als Ganerben.

1399 - Die Burg ist Ganerbenburg mit 12 Gemeinern, die die Burg Kurpfalz zu Lehen auftragen.

1471 - Nennung der Burgkapelle.

1615 - Die Linie "von Rheinberg" stirbt aus.

1668 - Burg Rheinberg wird noch einmal an die Grafen von Sickingen verlehnt.

Ende 18. Jh. - Aufgabe der Burg, welche daraufhin verfällt.

Quellen: Rudolf Knappe - Mittelalterliche Burgen in Hessen. 3. Auflage. Gudensberg-Gleichen, 2000 /
Adelheid von Stolterfoth - Beschreibung und Sage des Rheingaues. Mainz, 1840 /
A. v Cohausen/M. Heckmann - Mittelalterliche Bauwerke im Rheingau, in: Nassauische Annalen, Bd. 17. Wiesbaden, 1882 /
W. L. Roser - Die Burg Rheinberg im Wispertal, in: Nassauische Annalen, Bd. 102. Wiesbaden, 1991.
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